Mehr Verantwortung, geringere Arbeitszeit – geht das?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt auch in der Debatte um mehr Frauen in Führungspositionen eine zentrale Rolle. Allerdings zeigt eine Datenauswertung des sozio-oekonomischen Panels, dass für Leitungspositionen eine Vollzeittätigkeit überwiegend der Standard ist und daher offenbar höhere Anforderungen an die Arbeitszeit gestellt werden.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Einstieg in eine Führungsposition zwar grundsätzlich auch in Teilzeit möglich ist, allerdings gehen mit der Übernahme einer Leitungsfunktion im Wesentlichen eher längere Arbeitszeiten und Überstunden einher. Zudem deuten Daten zur Zeitverwendung darauf hin, dass sich teilweise auch in Führungspositionen noch traditionelle Muster der Aufgabenteilung abzeichnen. Um eine höhere Vertretung von Frauen in Führungspositionen zu erreichen, bieten sich daher neben quantitativen insbesondere qualitative Maßnahmen bei der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen an, um z.B. eine Betreuung auch an Randzeiten bei Bedarf noch zu ermöglichen. Zudem bieten sich ergänzende Maßnahmen auf betrieblicher Ebene an, wie etwa Telearbeit und flexible Arbeitszeiten, allerdings scheinen Modelle mit reduzierten Arbeitszeiten nur bedingt hilfreich – mit Ausnahme von Jobsharing-Modellen, die jedoch größere Anforderungen an die jeweiligen Führungskräfte stellen, wie etwa einen engen Austausch und eine ähnliche Auffassung über Ziele, Strategien und Personalführung.

 

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