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Unternehmerinitiative Fairantwortung setzt ein sichtbares Zeichen der Nachhaltigkeit

Die Allee der Nachhaltigkeit ist komplett. 26 Bäume prägen nun die Pflugfeldstraße im Baden-Badener Stadtteil Oos. Aber nicht irgendwelche Bäume wurden dort gepflanzt. Sondern ausschließlich solche, die der Klimawandel nichts anhaben kann. "Im Sommer müssen sie langen, heißen Trockenperioden widerstehen und im Winter die Kälte oder den Starkregen. Nicht jeder mitteleuropäische Baum ist für diese Spannbreite auf Dauer resistent genug", erklärte Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Deshalb stammen die Bäume aus allen Kontinenten, ausgesucht von Experten. Zwölf davon wurden vor einem Jahr gepflanzt, 14 weitere folgten nun. Ermöglicht hat dies die Unternehmerinitiative Fairantwortung. Damit wolle man ein Zeichen setzen, sagte Vorstand Andrea-Alexa Kuszák. „"Jeder spricht über Nachhaltigkeit, aber in Wirklichkeit sieht und hört man kaum etwas davon", beschreibt sie die Idee hinter der Allee. "Wir wollten Sichtbarkeit schaffen. Hier kann man den Bäumen quasi beim Wachsen zusehen."

„Besonders erfreulich ist es, für dieses Vorhaben, zahlreiche Unternehmen und Persönlichkeiten aus Baden-Baden wie der gesamten Region gewonnen zu haben“, freut sich Alexa-Andrea Kuszák. Fairantwortung setzt sich für ein Miteinander von Mensch und Natur ein. „Wirtschaftlicher Erfolg und Umweltbewusstsein sind kein Widerspruch“, machte sie deutlich. Dafür wirbt die in Karlsruhe gegründete und rund 120 Mitglieder und Unterstützer zählende Initiative. „Zum anderen ist es uns ein Anliegen, sichtbar zu machen, dass in der Wirtschaft, in den Unternehmen schon sehr viel in Sachen Nachhaltigkeit passiert, ohne dass darüber gesprochen wird. Und für beide Ziele ist diese Allee der Nachhaltigkeit ein sichtbares Zeichen und ein nachahmenswertes Beispiel.“

Lobende Worte für das Projekt fand auch Margret Mergen. „Das zeigt, dass sich die Wirtschaft sehr wohl mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit und damit der Bewahrung der Schöpfung verbunden fühlt", betonte sie und fügte hinzu: "Ich bin dankbar, weil es auch für die Stadt Baden-Baden eine Bereicherung ist."

 

Bei den gepflanzten Bäumen handelt es sich um Arten aus verschiedenen Erdteilen, unter anderem um Exemplare der Silberlinde, des Eisenholzbaums, der Stadtulme, der Baummagnolie oder der japanischen Zelkove und der ungarischen Eiche. Für die gesamte Allee hat Fairantwortung entsprechende Baumpaten organisiert, die für den Erwerb der Bäume wie für die Pflege aufkommen.

Fairantwortung setzt sich für ein Miteinander von Mensch und Natur ein. „Wirtschaftlicher Erfolg und Umweltbewusstsein sind kein Widerspruch“, machte sie deutlich. Dafür wirbt die in Karlsruhe gegründete und rund 120 Mitglieder und Unterstützer zählende Initiative. „Zum anderen ist es uns ein Anliegen, sichtbar zu machen, dass in der Wirtschaft, in den Unternehmen schon sehr viel in Sachen Nachhaltigkeit passiert, ohne dass darüber gesprochen wird. Und für beide Ziele ist diese Allee der Nachhaltigkeit ein sichtbares Zeichen und ein nachahmenswertes Beispiel.“

Für alle Aktivitäten von Fairantwortung gilt dabei ein Grundprinzip: „Fairantwortung ist pragmatisch und nicht ideologisch“, machte Andrea-Alexa Kuszák deutlich. Den erhobenen Zeigefinger gibt es bei der Initiative nicht. Es geht darum, möglichst viele mit auf die Reise der Nachhaltigkeit zu nehmen und das Bewusstsein dafür zu schärfen. „Dieser Ansatz bringt für das Miteinander von Mensch und Natur deutlich mehr als Gebote und Verbote“, führte sie weiter aus.

Besonders dankte Andrea-Alexa Kuszák der Oberbürgermeisterin von Baden-Baden: „Sie sind eine Unterstützerin der ersten Stunde von Fairantwortung. Und auch bei diesem Projekt kam sofort die Zusage.“ Ebenso herzlich dankte sie den Fördern und Unterstützern: „Ohne sie wäre diese Allee der Nachhaltigkeit nicht möglich gewesen.“ 


Alexandra und Ralph Suikat (Ettlingen), Biologische Heilmittel Heel (Baden-Baden), die neue Welle (Karlsruhe), Etherington E2R Consulting (München), E. Wertheimer GmbH (Baden-Baden), Fairantwortung gAG (Karlsruhe), Henriette und Paul Heinze (Baden-Baden), Stiftung Sparkasse Baden-Baden (Baden-Baden), Termotek GmbH (Baden-Baden), Rolf J. Wertheimer (Baden-Baden), RIZZI & Co. (Baden-Baden), Mercedes Benz Werke (Gaggenau und Rastatt), Canbaum GmbH (Baden-Baden), Grenke AG (Baden-Baden), HaLog MCI GmbH & Co. KG (Baden-Baden), Ebner Stolz (Karlsruhe), Heike Schauz und Eric Brieden (Baden-Baden).

 

Fairantwortung:

Fairantwortung ist eine Unternehmerinitiative und ein Bürgerforum gleichermaßen. In Karlsruhe 2013 gegründet, steht Fairantwortung mit seinen rund 120 Mitgliedern und Unterstützern für ein Miteinander von Mensch und Natur.  Ökonomisches Denken und „fairantwortliches“ Leben und Handeln sind kein Widerspruch – das zeigen wir an konkreten Lösungen auf, verstehen uns dabei als Ideengeber, Informationsplattform und Mitmachgemeinschaft. Fairantwortung handelt Heute für Morgen.

Dabei geht es uns nicht um Verbote. Es geht nicht um Verzicht. Es geht nicht um den erhobenen Zeigefinger. Fairantwortung will zeigen, dass man Gutes für Mensch und Natur tun kann, ohne auf Lebensqualität, auf Genuss, auf gewohnte Standards zu verzichten. Das gilt im Privaten wie bei der Arbeit. Es geht darum, zu sensibilisieren und Alternativen aufzuzeigen.

Ökonomisch. Ökologisch. Logisch!  

 

 

 

 


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„Helles Fleisch – heller Wein und dunkles Fleisch – dunkler Wein“ – das war über Jahre der Kennertipp. Aber spätestens seit wir wissen, dass die Sauce das Gericht mehr beeinflusst als das Fleisch, gehen wir ganz andere Wege. Ich selber hatte da mein großes Aha-Erlebnis mit einem Wildhasenfilet in einer Spekulatiussauce, welches für mich mit einem gereiften süßen Riesling unvergesslich wurde!

Beim Kochen ist für mich ein Wein in einer Sauce ja fast unverzichtbar! Der Wein bringt eine feine Säure mit - und damit eine Dimension, wie man sie sonst fast nicht hinbekommt. Sie brauchen auch wegen des Alkohols keine Sorge zu haben, der verkocht vollständig, sodass auch die Kinder getrost mitessen können.

Oft bekomme ich gesagt, dass der Wein mitgekocht werden soll, der auch anschließend dazu getrunken werden soll. Das kann ja teuer werden! Aber im Ernst, wenn der Wein verkocht, tut es wohl auch eine einfachere Qualität. Mit dem erfahrenen Koch Vincent Klink bin ich übereingekommen, dass wenn jemand Wert darauf legt, den passenden Wein mit hinein zu kochen, dann geben wir ganz zum Schluss einen kleinen Schluck von dem Trinkwein hinein. Wobei sich andererseits auch nicht leugnen lässt, dass ein guter Wein auch in der Sauce schmackhaft ist. Zu Sahnesaucen, sowie zu weißen Saucen finde ich einen Schluck Süßwein (Spätlese, Auslese, etc.) grandios gut! Bitte unbedingt ausprobieren!

Eine super Alternative dazu wäre etwas Sherry, Madeira oder Marsala. Bei roten Saucen bringt Portwein eine feine Süße und auch ein komplexes Geschmackserlebnis mit.

Zu den Rezepten:

Die klassische braune Sauce verlangt regelrecht nach einem Rotwein. Mit der Himbeer-Balsam -Sauce gehen kräftige Weine mit üppiger Frucht exzellent, wie zum Beispiel ein Merlot. Sobald ein gebratenes oder gegrilltes Steak dabei ist, kommen die  Barrique gereifte Weine besonders zum Zuge. Die Röst– und Grillaromen vom Steak verschmelzen regelrecht mit den Röstaromen des Barriqueausbaus! Ein absoluter Hammer ist in dieser Hinsicht der „Schwarze Bulle“ eine trockene Rotweincuvée vom Weingut Metzger in der Pfalz! Tiefschwarz mit einem verführerischen Duft an Amarenakirschen, Lakritz und Kokos erinnernd. Mit seiner kraftvollen, aber dabei auch runden und geschmeidigen Art kann er auch locker bei den Überseeweinen mithalten!

Zur klassischen Buttersauce braucht es unbedingt einen runden Burgunderwein. Ob Chardonnay, Auxerrois, Weiß – oder Grauburgunder – sie heben jedes Gericht mit Buttersauce. Von Natur aus bringen die Burgunderrrebsorten weniger Säure mit, dafür mehr Schmelz und Cremigkeit. Beim Ausbau im kleinen Eichenholzfass sorgen viele Kellermeister für den malolaktischen Säureabbau, das heißt mittels Michsäurebakterien wird die etwas „räsche“ Äpfelsäure in die weiche und cremige Milchsäure umgewandelt. Diese Weine können Sie wirklich als Gaumenschmeichler bezeichnen – cremig und rund. Und dann noch zur Butter – oder Sahnesauce – hmmh…

Da kommt der „Weiße Bulle“ vom Weingut Metzger wie gerufen. Eine Cuvée von Weissburgunder und Chardonnay, ein kleiner Teil wurde im Barrique ausgebaut. Trotz seiner so geschmeidigen Art wirkt er frisch und sehr elegant.

Das Weingut Metzger aus Grünstadt- Asselheim startet seit zwei Jahren so richtig durch! Sie haben sich etwas vergrößert, tolle neue Etiketten – und richtig klasse Weine! Wenn Sie ein paar Tage Zeit haben: dort können Sie auch einkehren und übernachten.

Weil die Weine so Spaß machen, haben wir das Paket mit dem „Flying Pig“ – einem Secco Rosé ergänzt. Der trinkt sich zum Aperitif oder „pur“ genossen genial gut!


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
Avatar of Heike Schauz

Delfine haben uns Menschen seit jeher fasziniert.  Schon in der Antike glaubte man, sie seien Boten der Götter. Sie neben dem Boot schwimmen und springen zu sehen oder mit ihnen zu schwimmen ist ein großartiges Erlebenis. Im Gegensatz zu anderen Tieren fliehen Delphine nicht vor Menschen, sondern suchen oft ihre Nähe. Keine andere wild lebende Tierart verhält sich so hilfsbereit, vertrauensvoll und freundlich.


Der Farbton Nummer 703 – „Little Dolphin“, den ich diesen wunderbaren Tieren widme, ist ein Grauton und gehört nach der Feng-Shui-Lehre zur Wandlungsphase Metall. Abstufungen zwischen reinem Weiß und reinem Schwarz werden gemeinhin als neutrale Graustufen bezeichnet.


Die Wandlungsphase Metall wird den Himmelsrichtungen Westen und Nordwesten zugeordnet und kann in diesen Bereichen auch sehr eingesetzt werden (Metall nährt Metall). Aber auch eine Nord-Wand (Wasser) wird von diesem Grauton unterstützt, da im Zyklus der 5 Wandlungsphasen Metall das Wasser-Element hervorbringt.


In der modernen Raumgestaltung, ob privat oder geschäftlich, werden öfters Grautöne (auch in großen Flächen) eingesetzt. Bei der Gesamtgestaltung nach Feng-Shui-Kriterien muss dann auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die anderen vier Elemente ebenfalls ausreichend im Raum vorhanden sind. Entweder durch einen entsprechenden Farbton, oder durch Materialien bzw. Formen. Zum Beispiel große Pflanzen (Holz), genügend Tages-Licht und Beleuchtung (Feuer), Parkettboden oder/und Holzmöbel (Erde) und wellige Stores bzw. richtiges Wasser (Wasser).


Heike Schauz gilt als DIE Business Feng Shui Expertin in Deutschland. Die Baden-Badenerin ist Unternehmerin, Autorin und eine der ersten Frauen mit Meistertitel im Maler-Handwerk. Sie schafft Wohlfühlorte nach der von ihr entwickelten apprico®-Methode in Industrie- und Geschäftsgebäuden, Büros, Hotels und Arztpraxen – komplett ohne esoterische Hilfsmittel. Ihr Fachwissen um den bewussten Einsatz von Farben, Formen, Materialien und Licht gibt sie in Vorträgen, Seminaren, ihrer E-Book-Ratgeberreihe und auf ihrem Blog weiter. Mehr Details und zahlreiche Praxisbeispiele unter www.apprico.de.
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Jedes Jahr verschwenden in Deutschland Großverbraucher, Handel und wir Privathaushalte 11 Millionen Tonnen Lebensmittel. Vieles wäre vermeidbar – eine neue Website soll helfen, Lebensmittel besser zu wertschätzen.

Lebensmittelverschwendung ist ein reales Problem: Deutschland hat sich daher dem Ziel der Vereinten Nationen verpflichtet, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernte-Verlusten zu verringern.

 Das gelingt nur, wenn alle Betroffenen in allen Bereichen mitmachen – und wenn das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln wieder steigt.

Lebensmittel wertschätzen muss wieder erlernt werden

Utopia arbeitet mit Beiträgen aller Art schon seit fast zehn Jahren gegen Lebensmittelverschwendung an, jetzt bringt auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu diesem Thema eine Internet-Plattform auf den Weg.

Die neue Website liefert über 80 konkrete Verbesserungsideen für die gesamte Wertschöpfungskette in den Bereichen Produktion, Handel, Außer-Haus-Verpflegung und Gesellschaft, dabei gibt es Checklisten und Kalkulationstabellen ebenso wie Schulungsmaterial.

Zur Website: lebensmittelwertschaetzen.de

 Ob essbare Landschaften, innovative Produkte oder Initiativen und Organisationen gegen Verschwendung – die vorgestellten Aktivitäten zeigen, wie unterschiedlich man sich dem Thema „Lebensmittel wertschätzen“ widmen kann. Per Regionalfilter lässt sich außerdem herauskriegen, ob in der Nähe Projekte stattfinden, bei denen man mitwirken kann.

Quelle: Utopia.de

 

 

 


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Wenn man Faultiere beobachtet, könnte man auf diese Idee kommen: „Bloß keine Hektik, kein Stress bitte, erstmal gaanz langsam“, das scheint das Lebensmotto der Säugtiere mit dem zotteligen Fell zu sein. Im Leben von Faultieren ist offensichtlich  fast nur „chillen“ und „abhängen“ angesagt. Tagelang hängen die Tiere nahezu regungslos im Geäst von Bäumen herum. Lediglich ab und an greifen sie sich, wie in Zeitlupe, mit ihren langen Armen ein paar Blätter, die sie dann, ebenfalls in Zeitlupe, fressen. Ansonsten schlafen sie und lassen sich durch so gut wie nichts in ihrer vermeintlichen Lethargie stören.

Sogar die Paarung von Faultieren erfolgt hoch oben im Geäst, in der für die Faultiere so typischen Slow-Motion-Lebensweise. Der einzige Grund, warum Faultiere ihren schützenden Baum verlassen, ist übrigens ziemlich trivial: Sie müssen auf die Toilette gehen. Das machen Faultiere etwa alle 1 bis 2 Wochen. Dazu steigen die Tiere ganz gemächlich vom Baum herunter, verrichten ihr Geschäft und vergraben selbiges sorgfältig. Allerdings ist „aufs Klo gehen“ für Faultiere eine sehr beschwerliche und auch sehr gefährliche Tätigkeit. Für ein Faultier gibt es kaum etwas Gefährlicheres als den Gang zum Klo. Faultiere können sich am Boden nämlich lediglich mit einer  Geschwindigkeit von 0,15 Stundenkilometern fortbewegen, da sie nicht auf allen Vieren gehen können, sondern sich am Boden lediglich mit ihren Armen „vorwärtsziehen“ können. Den Faultieren fehlt nämlich im Gegensatz zu anderen Vierbeinern ein kräftiger Trizepsmuskel, mit dem sie ihren Körper hochstemmen können. Dafür ist bei Faultieren der Bizeps, also der Muskel, der sie in ihrer Hängeposition hält, überdimensional entwickelt. Und derart exponiert und derart langsam sind Faultiere dann ein leichtes Opfer für große Raubsäuger, wie etwa den Jaguar. Warum die Faultiere für den Toilettengang ihren schützenden Baum verlassen, hat die Wissenschaft bisher noch nicht herausgefunden.

Aber zurück zum Thema Faulheit: Eigentlich gilt ja: Alles in der Natur hat seinen Sinn! Aber worin liegt der Sinn, faul im Baum zu hängen, statt munter im Geäst rumzuturnen, wie die Affen?

Stopp, sagt da die Wissenschaft: Mit Faulheit  hat die Lebensweise der Faultiere überhaupt nichts zu tun. Faultiere sind nicht faul, sie sind nur langsam. Und das ist ein großer Unterschied! Diese Langsamkeit ist sogar ein regelrechtes Erfolgskonzept: Das Faultier lebt nämlich in einem permanenten Energiesparmodus. Hoch oben in den Baumwipfeln hat das Faultier eine Nische gefunden, die kein anderes Tier nutzen will. Es kann sich dort nämlich von den extrem nährstoffarmen Blättern der Baumkonen ernähren. Blättern, die von allen anderen Tieren, mangels ausreichenden Nährstoffgehalts, als Futterquelle verschmäht werden. Aber um mit dieser nährstoffarmen Kost  zu Recht zu kommen, bedarf es eines  äußerst energiesparenden Verhaltens. Ein Verhalten, das dem Faultier durch seine extrem bewegungsarme Lebensweise aber geradezu auf den Leib geschrieben ist. Zusätzlich verschwenden Faultiere auch keine unnötige Energie, um ihre Körpertemperatur aufrecht zu halten. Ganz untypisch für ein Säugetier, senkt das Faultier seine Körpertemperatur völlig problemlos um bis zu acht Grad, sobald die Umgebung abkühlt. Das heißt, nach einer kühlen Nacht, müssen sich die Faultiere erst mal in die Morgensonne hängen, um wieder auf  „Betriebstemperatur“ zu kommen.

Und ihre Langsamkeit bietet den Faultieren noch einen weiteren, geradezu überlebenswichtigen Vorteil: Durch ihre bewegungsarme Lebensweise, aber auch durch ihr, durch Algenbesatz moosgrün gefärbtes Fell, sind Faultiere bestens getarnt und für Fressfeinde in den Wipfeln der Bäume kaum auszumachen. Allerdings, hoch  oben in der Baumkrone ist auch das langsamste Faultier nicht völlig wehrlos. Ein Faultier kann nämlich durchaus auch anders: Wird ein Faultier attackiert, ist ganz schnell Schluss mit gemütlich. Dann schlägt das vermeintlich langsamste Säugetier der Welt nämlich, ohne lang zu fackeln, blitzschnell mit den langen, scharfen Krallen seiner Vorderbeine zu. Und das kann für einen  Gegner ziemlich schmerzhaft werden. Übrigens: Faultiere haben nicht, wie oft behauptet wird, den längsten Schlaf im Tierreich. Faultiere schlafen zwar in Gefangenschaft stolze 16 Stunden am Tag. Aber Weltrekordler sind sie damit nicht noch lange nicht:  Den Weltrekord hält der Koala. Der australische Beutelbär verpennt nämlich sogar rund 20 Stunden des Tages.


Dr. Mario Ludwig ist Deutschlands Experte für alles Tierische. Keiner vermittelt die wunderbare und mitunter kuriose Welt der Tiere so fundiert und gleichzeitig so humorvoll wie der promovierte Biologe. www.mario-ludwig.de
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