Fehltage wegen psychischer Erkrankungen steigen um fast 80 Prozent

Psychische Erkrankungen sorgen für immer mehr Krankheitsausfälle in deutschen Unternehmen. Wie der AOK-Bundesverband am Donnerstag in Berlin mitteilte, nahmen Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in den vergangenen 10 Jahren bei den AOK-Versicherten um 79,3 Prozent zu. Psychische Erkrankungen führten außerdem zu langen Ausfallzeiten: Mit 25,7 Tagen je Fall dauerten sie mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,7 Tagen je Fall.

Insgesamt ist der Krankenstand bei den AOK-Versicherten im Jahr 2016 mit 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Damit hat jeder Beschäftigte im Durchschnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Betrieb gefehlt.

Wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in einer repräsentativen Befragung von 2.000 Beschäftigten weiter herausfand, war etwa die Hälfte der Erwerbstätigen in den vergangenen fünf Jahren von einem kritischen Lebensereignis betroffen.

Am häufigsten gab es Konflikte im privaten Umfeld (16 Prozent), eine schwere Erkrankung von Angehörigen (12 Prozent) und finanzielle Probleme (11 Prozent) vor. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Betroffenen an: Etwas mehr als ein Drittel der Beschäftigten unter Dreißig (37,6 Prozent) berichtet über kritische Lebensereignisse, bei den 50- bis 65-Jährigen sind dies schon fast zwei Drittel (64,7 Prozent).

 

 

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