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Die Alzheimerforschung an Tieren steckt noch in den Kinderschuhen. Was wir jedoch wissen ist, dass mit Sicherheit nicht alle Tierarten Alzheimer bekommen können, sondern höchstwahrscheinlich nur die sogenannten "höheren" Tiere.

Ein dementer Regenwurm ist ja schon auf Grund seiner primitiven Gehirnstrukturen nur schwer vorstellbar. Jüngere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass zum Beispiel Hunde und Katzen sehr wohl an Demenz und ganz speziell auch an Alzheimer erkranken können. Die Wissenschaft konnte nämlich bei älteren Hunden und Katzen im Gehirn größere Mengen an sogenannten "Beta-Amyloiden" nachweisen, also genau die gleichen Eiweiße, die bei an Alzheimer erkrankten Menschen die Signalübertragung im Hirn stören und damit zur Demenz führen. Alzheimer scheint gerade bei Katzen auch nicht gerade selten aufzutreten. So geht man heute davon aus, dass jede zweite Katze, die über 15 Jahre alt ist, unter mehr oder weniger heftigen Demenzerscheinungen leidet. Die Symptome bei Hund und Katze ähneln dabei ganz deutlich den Symptomen, wie wir sie auch vom Menschen her kennen. An Alzheimer erkrankte Katzen verlieren zum Bespiel oft ihr Orientierungsvermögen und finden dann nicht mehr heim. Hunde starren ins Leere, wandern ziellos umher, haben kein Interesse mehr an ihrem Spielzeug oder erkennen in schwereren Fällen sogar ihr, vorher so heiß geliebtes Herrchen oder Frauchen nicht mehr.

Leider sind die Möglichkeiten seinem an Alzheimer erkrankten vierbeinigen Liebling in dieser schweren Zeit helfend zur Seite zu stehen, eher überschaubar. Heilbar ist Alzheimer nämlich auch bei Tieren nicht. Das einzige, was man tun kann, ist zu versuchen, das erkrankte Tier, durch vieles Spielen, abwechslungsreiche Spaziergänge usw. möglichst lange einigermaßen geistig fit zu halten. Darüber hinaus kann eventuell eine vom Tierarzt verordnete Spezialnahrung, die reich an sogenannten Antioxidantien ist, hilfreich sein. Aber auch, wenn im Augenblick noch keine wirksamere medizinische Hilfe für an Alzheimer erkrankte Tiere existiert, so gibt es doch einen Silberstreifen am Horizont. Übrigens auch für uns Menschen.

Wissenschaftler der Universität von Südflorida haben nämlich vor einiger Zeit, an Hand von Tests mit Mäusen, herausgefunden, dass die Verabreichung von Koffein nicht nur den Gedächtnisverlust bei einer Alzheimer-Erkrankung stoppt, sondern dass bereits entstandene Schäden wieder rückgängig gemacht werden können. Nach Aussage der Forscher verringert Koffein die Konzentration der bereits erwähnten Beta-Amyloid-Eiweiße, die ja letztendlich für die Krankheit verantwortlich sind, im Gehirn immerhin um etwa die Hälfte. Interessanterweise muss man den Alzheimermäusen gar keine großen Mengen Koffein verabreichen, um dauerhafte Ergebnisse zu erzielen. Wenn man die applizierte Menge mal auf einen Menschen hochrechnet, wäre das täglich gerade mal ein halbes Gramm Koffein. Das ist die Menge, die in etwa in 5 Tassen Kaffee enthalten ist. Beim Versuch hat man übrigens keine "echten" Alzheimermäuse verwendet, sondern Mäuse, die gentechnisch derart verändert waren, dass sie ähnliche Gedächtnisverluste entwickelten, wie ein Mensch mit Alzheimer. Übrigens: Ein Tier könnte auch dazu beitragen, dass Alzheimer bei Menschen eines Tages geheilt werden kann. Und zwar das Ziesel, ein kleines Erdhörnchen, das eng mit unserem Murmeltier verwandt ist. Aber deutlich schlanker ist und daher eher wie ein Eichhörnchen aussieht. Ziesel halten einen relativ langen Winterschlaf. Ganze acht Monate schlafen die kleinen Säuger, um der Winterkälte und dem damit einhergehenden Nahrungsmangel aus dem Weg zu gehen. Sind die Ziesel aber erstmal aus ihrem langen Winterschlaf aufgewacht sind, passiert etwas Verblüffendes: Im Gehirn der kleinen Nager kommt es zu massiven Ausfallerscheinungen. Vermutlich wissen die Ziesel zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal, wo sie sich gerade befinden. Diese Hirnschäden ähneln auf molekularer Ebene überaus deutlich den Schädigungen, die man von Alzheimerpatienten kennt. Wirklich erstaunlich ist jedoch die Tatsache, dass sich das Gehirn der Ziesel nach einigen Tagen regeneriert und das Gedächtnisvermögen des Ziesels zurückkehrt. Durchaus verständlich, dass jetzt Forscher natürlich dem Geheimnis dieses Reparaturmechanismus der Ziesel auf die Spur kommen wollen, denn wenn man das entschlüsselt hat, dann kann man vielleicht eines Tages auch Alzheimer heilen.


Dr. Mario Ludwig ist Deutschlands Experte für alles Tierische. Keiner vermittelt die wunderbare und mitunter kuriose Welt der Tiere so fundiert und gleichzeitig so humorvoll wie der promovierte Biologe. www.mario-ludwig.de
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Über den Sharing-Dienst listnride lassen sich Räder leihen und verleihen. Privatpersonen können mit dem Verleih ein wenig Geld hinzuverdienen, ihr Lieblingsrad ausleihen und andere Radbegeisterte kennenlernen, Radhändler nutzen den Dienst, um neue Produkte vorzustellen. Im Angebot finden sich auch ganz besondere Räder...

Fast jede größere Stadt hat inzwischen einen Leihradservice wie Call-a-Bike. Mit den eher schweren, robusten Rädern lässt es sich vorbei an den Autokolonnen praktisch zum Termin radeln. Praktisch – aber für den Liebhaber schöner Fahrräder ist das eher nichts.

Ganz anders der Fahrrad-Sharing-Dienst „listnride“, der eine Alternative zum herkömmlichen Fahrradverleih sein möchte. Die beiden Gründer Johannes Stuhler und Gert-Jan van Wijk, beide radbegeistert, haben sich im Studium in Mannheim kennengelernt und wollen nun mit ihrer Liebe zum Rad Geld verdienen. Seit letztem Sommer bauen sie deswegen eine Online-Plattform auf, die ähnlich wie Airbnb funktioniert, nur dass man anstatt Ferienunterkünfte Räder mieten und vermieten kann.
Alles dabei: von Lastenrad, über E-Bike bis Tandem

Per PLZ-Suche lassen sich verfügbare Räder am gewählten Ort finden. Die Brandbreite ist vielfältig: von normalen Citybikes, über Hollandräder, schnittige Rennräder, Mountainbikes, Lastenräder, Pedelecs, Tandems und Falträder ist alles dabei. Während Call-a-bike vor allem genutzt wird, um rasch von A nach B zu kommen, eignen sich die Räder von listnride für mehrtägige Städetrips, eine Radtour in die Berge oder auch für die Shoppingtour zum Baumarkt. „Die Ausleihfrist beginnt bei einem halben Tag, wir hatten auch schon Leihen von zwei, drei Wochen. Im Durchschnitt sind es zwei Tage“, sagt Mitgründer Stuhler. Der Dienst ist bislang in München, Berlin, Amsterdam und Wien verfügbar, wobei Berlin mit rund 400 Rädern derzeit über das größte Angebot verfügt.

Den Mietpreis bestimmen die Vermieter und listnride verdient an der Provision, sofern der Deal zustande kommt. Wer ein Rad leihen oder verleihen will, muss sich verifizieren und eine Kreditkarte hinterlegen. Nach dem Einloggen auf Webseite oder App mittels Mailadresse oder Facebook wird man aufgefordert ein Profil auszufüllen, am besten mit Foto und ein paar persönlichen Infos – damit der Verleiher ein Gefühl dafür bekommt, wem er da sein schickes Rennrad borgt. Die Über- und Rückgabe findet entweder persönlich statt oder per Zahlenschloss an einem vereinbarten Ort. Mit einer sogenannten „Vermieter-Garantie“ sichert listnride die Verleiher mit bis zu 5.000 Euro ab, sollte das Rad in der Mietzeit beschädigt oder gar gestohlen werden. Nach der Rückgabe des Rades können sich Verleiher und Leiher gegenseitig bewerten.
Promotion für Fahrradhersteller

Neben Privatpersonen, die ihr Konto mit dem Verleih aufbessern wollen oder schlicht Spaß daran haben ihre Räder an andere Fahrradfreunde verleihen, nutzen auch Hersteller und Fahrradhändler listnride. Denn das Portal ist eine Möglichkeit, neue Produkte fahrradaffinen Kunden gezielt vorzustellen. Für die Community hat das den Vorteil, vergleichsweise günstig besondere und zum Teil sehr teure Räder über einen längeren Zeitraum ausprobieren zu können.
Zum Beispiel ein Muli, eine Kombination aus kleinem Kompakt- und Lastenrad, dessen Produktion über ein Crowdfunding über startnext zustande kam oder die estländische Marke Ampler, deren Rädern man gar nicht ansieht, dass es sich um E-Bikes handelt. Die englische Faltrad-Marke Brompton involviert seine deutschen Vertriebsläden in die listnride-Testaktionen und versucht auf diese Weise zusätzliche Kundschaft in die Läden zu locken.
Zwischen Community-Building und Investorensuche

„Wir wollen vor allem mehr Menschen aufs Rad bringen“, beschreibt Stuhler die Motivation der beiden Gründer. Regelmäßig organisieren sie deswegen Veranstaltungen, bei denen sich die radbegeisterte Gemeinschaft persönlich kennenlernen kann.

Zwar liegt Fahrradfahren im Trend, aber listnride setzt auf eine Personengruppe, bei denen Radfahren sehr tief im Mobilitätsverhalten verankert ist. Ob sich die Gemeinschaft der Radleiher so ausbauen läßt, damit sich Geld verdienen lässt, muss sich zeigen. Die beiden Gründer suchen im Moment nach Investoren, die an ihre Idee glauben. „Wir wollen dieses Jahr 10.000 Leihvorgänge erreichen und das Angebot in den bestehenden Städte ausbauen“, beschreibt Stuhler die nächsten Ziele des Start-ups. Langfristig wollen sie listnride europaweit anbieten.

Text: Daniela Becker
Quelle: Enorm-Magazin 

 

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Eine ganz häufige gestellte Frage lautet: was zeichnet einen guten Wein aus?
Neben einem klaren Duft und Vielschichtigkeit (dass der Wein an Aroma immer wieder neues preisgibt und nicht nur langweilig ausschließlich nach einer Frucht riecht) ist für mich ganz wichtig, wie der Alkohol eingebunden ist.

Wenn Sie die Weine von Lisa Bunn aus Nierstein probiert haben, wissen Sie sofort, was ich meine. Die junge Winzerin baut so sensationell klare, fruchtige und dabei ganz verspielt leichte Weine aus. Wenn Sie dagegen einen normalen Pinot Grigio oder so etwas ähnliches probieren, wird der Ihnen ganz sicher plump vorkommen, und Sie stellen fest, dass viele Weine mehr oder weniger vom Alkohol getragen werden; es schmeckt dann halt nach Alkohol. Zu den orientalischen Rezepten hat die 26 jährige Winzerin Lisa Bunn Weißweine – die süchtig machen! Ihr 2013er Riesling vom Kalkstein trocken leuchtet in intensivem hellem Gold und duftet so fruchtig! Litschi, Mirabellen, Mango und vieles mehr finden Sie im Duft, je länger sie in den Wein riechen (eben die Vielschichtigkeit!). Im Geschmack hält er alles, was er im Duft versprochen hat, und man empfindet kein bisschen seinen Alkohol. Mit 11 % kann sich auch der 2013er Rosé trocken sehen lassen. Er gefällt mit seinem feinen beerigen Aroma (ich war gerade in Alaska und dort gab es die tollsten Marmeladen von Beeren, die ich nie zuvor gesehen hatte), sowie mit seiner leichten Rotweinart, und er trinkt sich so saftig – fast wie Himbeerbrause….

Ein richtiger Knaller zu den orientalischen Rezepten ist der 2013er Scheu (Scheurebe trocken ausgebaut!). Feine exotische Frucht, wie von Ananas, Grapefruit und Mandarinen im Duft, trinkt er sich auch so wunderbar leicht, und im Nachhall merken Sie, welche Konzentration der Wein trotz seiner so filigranen Art besitzt. In den letzten Jahren war die Neuzüchtung Scheurebe nicht mehr so angesagt, aber bei Lisa Bunn weiß man die Scheurebe wieder richtig zu schätzen. Kann man wirklich als deutsche Antwort auf Sauvignon Blanc sehen.
Die Weinexperten sind sich einig: Rheinhessen gehört aktuell mit Abstand zu den innovativsten Weinregionen; und an Feinheit und Fruchtigkeit sind die dortigen Weine nur schwer zu übertreffen. Nierstein war seit jeher der große Klassiker für Riesling. Allerdings wirkt es durch Winzerinnen wie Lisa Bunn frischer und jünger denn je. Neben ihrem Studium für Internationale Weinwirtschaft in Geisenheim hat die ehemalige Weinkönigin auch internationale Erfahrungen gesammelt, wie beispielsweise in Südafrika und in Australien. 2011 hat sie dann im elterlichen Weingut, damals noch als Margarethenhof benannt, den ersten Jahrgang selbst ausgebaut. Sie gehört auch zur „Generation Riesling“ – junge Winzer unter 35 Jahren, die dem Deutschen Wein ein neues Gesicht geben.


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
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"Was keine Pause kennt, ist nicht dauerhaft."
(Publius Ovidius Naso, 43 v. Chr.-17 n. Chr.)

Meine sportlichen Abenteuer bewegen sich oft am Limit. Die Belastungen für Körper und Geist gehen natürlich an die Substanz, deshalb ist es enorm wichtig, sie auch entsprechend zu kompensieren. Mein Erfolgsgeheimnis lautet dabei: Pausen.

Ich gönne mir während einer Saison ausreichend Pausenzeiten. Diese Erholungsphasen zwischen den Trainingseinheiten und Expeditionen bilden für mich die Grundlage, um so lange und häufig laufen zu können. Es kommt auf die richtige Dosierung zwischen Training und Erholung an, um langfristig Erfolge zu erzielen. Dies wird im Sport sehr schön durch das Prinzip der Superkompensation beschrieben. Dieses Prinzip beschreibt den systematischen Wechsel zwischen Belastung und Entlastung und bildet den Kern jeder Trainingsmethode. Wenn wir trainieren, greift der Körper seine Reserven an. Nach einem Training sinkt das Leistungsvermögen deshalb zunächst unter das Ausgangsniveau, das wir vor dem Training hatten. Während der folgenden Erholungsphase füllt der Körper seine Reserven nicht nur wieder auf, sondern lagert zusätzliche Energiereserven ein, um für eine neue stärkere Belastung gerüstet zu sein. Das bedeutet, dass während der Erholungsphase unser Leistungsvermögen in der Regel kontinuierlich steigt, bis es wieder auf dem Level ist, den wir vor dem Training hatten. Und jetzt kommt der alles entscheidende Punkt: Erst in der letzten Phase der Erholung kommt es zur tatsächlichen Leistungssteigerung. Nicht im Training und auch nicht direkt nach dem Training. Deshalb sind ausreichende Pausen und Erholungsphasen elementar wichtig. Entscheidend für mich ist, dass ich mir nicht nur während meiner Laufsaison immer wieder Pausen gönne. Ich genehmige mir jedes Jahr bewusst nach dem Ende einer Saison mehrere Wochen eine läuferische Auszeit. In dieser Zeit laufe ich nur noch zwanzig oder dreißig Kilometer – und zwar in der Woche! Ein Pensum, das ich in der Vorbereitung auf einen Wettkampf normalerweise in einem einzigen Training absolviere, laufe ich dann verteilt über eine Woche. Und soll ich Ihnen etwas verraten: Ich fühle mich ausgezeichnet dabei. Ich genieße den Zustand, auch einmal keine sportlichen Ziele zu haben. Einfach die Beine hochzulegen und dem Körper Zeit für die wohlverdiente Regeneration zu gönnen und sich wieder verstärkt anderen Dingen zu widmen. Genauer gesagt habe ich in dieser Zeit auch ein Ziel, ein ganz klares Ziel sogar, das lautet: Pause machen. Ich plane meine Pausen- und Entspannungsphasen genauso sorgfältig wie mein Training und meine Wettkämpfe. Für mich sind die Pausen genauso wichtig.

Was im Sport eine Selbstverständlichkeit ist, müssen wir in anderen Lebensbereichen, allen voran im Job, häufig noch lernen. Denn das Einlegen von Pausen ist nicht nur im Sport ganz entscheidend. Erholungsphasen helfen uns vielmehr, in allen Lebensbereichen mit unserer Energie sinnvoll umzugehen. Zu viel Energieverbrauch ohne ausreichende Erholung führt dazu, dass wir ausbrennen und die Leistungsfähigkeit nachlässt. Über das Burnout-Syndrom ist schon einiges geschrieben worden. Tagtäglich können wir in den Medien darüber lesen. Wir verstehen darunter einen Zustand körperlicher und emotionaler Erschöpfung mit deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit. In unserer heutigen Gesellschaft stellt es bereits eine der häufigsten Volkskrankheiten dar. Interessant ist die Tatsache, dass diese Krankheit alle sozialen Gruppen treffen kann: Student, Arbeiter oder Topmanager. Das Burnout-Syndrom schleicht sich zu meist über viele Jahre langsam ins Leben.

Wie bei einem Training sollten wir Pausen systematisch planen und in den Tagesablauf integrieren. Doch häufig planen wir unseren Tag und unsere Woche mit Kundenterminen, Meetings, Seminaren und anderen Terminen und vergessen dabei die Pausen. Diese scheinen für die meisten Menschen unwichtig zu sein. Doch niemand kann ohne Pause arbeiten. Untersuchungen haben bewiesen, dass jeder Mensch durch Pausen aufnahme- und leistungsfähiger wird. Bereits ein fünfzehnminütiges Mittagsschläfchen steigert die Leistungsfähigkeit bis zu dreißig Prozent. Warum machen wir es dann nicht? Warum legen wir uns nicht in der Mittagspause für ein paar Minuten aufs Ohr? Weil Erholung in der heutigen Zeit unglücklicherweise immer noch als Zeichen der Schwäche gesehen wird, anstatt als wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Leistungsfähigkeit. In wie vielen Unternehmen wird es beispielsweise gern gesehen, wenn sich ein Mitarbeiter über die Mittagspause kurz hinlegt?

Viele Menschen entwickeln schon ein schlechtes Gewissen, wenn sie einmal nichts tun. Sie sind in der Beschäftigungsfalle gefangen. Wer nicht ständig etwas unternimmt, dem wird langweilig. Der Mensch, der in seinem Tun einen Sinn sieht, dem wird nicht fad. Wir brauchen Zeit, um Pausen zu machen, zu reflektieren, zu entspannen, nachzudenken. Zeit, um einfach nichts zu tun. Ich genieße Pausen. Als Möglichkeit zur Stille und zur Besinnung auf das Wesentliche. Wir müssen nicht immer etwas tun. Wir können auch manchmal nur sein.

Mein Impuls

Reserviere dir ganz bewusst Pausenzeiten, wenn du deine Wochen-, Monats- und Jahresplanung machst. Trage deine Pausen in deinen Kalender als feste Termine ein. Das motiviert, weil du neben den anstrengenden Terminen bereits die Pausen siehst. Nimm die Pausenzeiten genauso ernst wie deine beruflichen und sonstigen Termine.

Wie wichtig sind für dich Pausen? Wie viele Pausen gönnst du dir während eines Tages, in einer Woche, in einem Monat, in einem Jahr? Wie viel Zeit reservierst du dir täglich für die Mittagspause? Wie lange schläfst du normalerweise?


Norman Bücher ist ein deutscher Extremsportler. Er mit 22 Jahren fand er zum Laufsport; bereits ein Jahr später lief er die 100 Kilometer von Biel. Seitdem nahm er an mehr als 100 Marathon- und Ultramarathonläufen teil. Über seine extremen Abenteuer schrieb er mehrere Bücher und hält Vorträge. www.norman-buecher.de
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