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Reise lieber ungewöhnlich!


Good Travel präsentiert vier Unterkünfte, in denen es sich nicht nur nachhaltig, sondern auch einfach mal anders leben lässt: naturverbunden und entschleunigt

 

Warum reisen Menschen? Auch wenn Urlaub heute vor allem der Erholung dient – von der Arbeit, dem tristen Alltag – ist Neugier doch eine treibende Komponente. Die Lust auf Neues, auf Ungewöhnliches und Exotisches macht den wirklichen Reiz eines Urlaubs aus. Deswegen sind wir auf der Suche nach immer neuen, immer ausgefalleneren Destinationen in den entlegendsten Winkeln der Erde.

 

Dabei vergessen wir, dass schon vor unserer Haustür – bildlich gesprochen – die verrücktesten Dinge warten; Unterkünfte, die nicht nur ungewöhnlich sind, weil sie am anderen Ende der Welt stehen, sondern weil sie es wirklich sind – auch wenn sie im östlichsten Zipfel Sachsens stehen. Denn sind wir einmal ehrlich: Bettenburg bleibt Bettenburg, egal ob in Deutschland, auf Mallorca oder Bali. Und das Frühstücksbüfett ist sowieso überall gleich.

 

Deswegen präsentiert Good Travel vier Unterkünfte, die beweisen: Man muss nicht weit reisen (und vor allem nicht mit dem Flugzeug), um einen durch und durch außergewöhnlichen Urlaub zu erleben. Das Beste daran: Alle Destinationen erfüllen besondere Ansprüche an Nachhaltigkeit und faires und grünes Reisen.

 

Les Cabanes de Marie

 

In der französischsprachigen Schweiz stehen ein antiker Wohnwagen und drei Baumhäuser, versteckt im Hinterland von Lausanne. Die „Cabanes de Marie“ sind nach den Kindern der Gastgeber Marie und Renaud de Goumoëns benannt, was das individuelle Flair jeder Unterkunft unterstreicht. Mal sind es Traumfänger und ausladende Felle, mal asiatische Möbel und Kunst.

 

Jeder Gast wird morgens durch die Klänge der Natur geweckt – oder vom Duft des Frühstückskorbs, den die Gastgeber jeden Tag per Flaschenzug in die Baumhäuser befördern. Das Essen besteht in erster Linie aus saisonalen, frischen Zutaten aus der Region, darunter selbstgemachte Marmeladen, frisches Brot oder verschiedene Käsesorten.

 

Bei den „Cabanes de Marie“ dreht sich alles um Naturverbundenheit und die Natur als Rückzugsort. Deswegen gibt es ganz in der Nähe auch einen Sommer-Lernparcours. Dieser führt durch den Wald, dessen Flora und Fauna. So lernen die Gäste all die Vögel, Pflanzen, Fische, Früchte, Bäume und Insekten kennen, zwischen denen sie einen ganz besonderen Urlaub verbringen.

 

La Subida

 

Schon einmal etwas vom Furlanischen gehört? An der Grenze von Italien und Slowenien wird diese Sprache von ein paar hunderttausend Menschen in der Region Friaul gesprochen – und ist dort sogar als offizielle Amtssprache anerkannt. Hier hat die Familie Sirk ein naturnahes Country Resort gebaut.

 

Das Herz des Hotels „La Subida“ bildet das Wohnhaus der Familie. Inmitten der hügeligen Mischwälder haben die Sirks zunächst die Häuser „della Nonna“ gebaut – bereits in den 80er Jahren, nach dem Vorbild traditioneller Bauernsiedlungen mit weißgetünchten Wänden und warmen Terracotta- oder Holzböden.

 

Mittlerweile haben sich die moderneren „Case del Bosco“ hinzugesellt – moderne Baumhäuser, die nur drei Wände haben. Die vierte ist durch eine große Glasfront ersetzt, die einen unverstellten Blick auf die Baumkronen der Umgebung eröffnen. Wer will kann auch eine Nacht im Himmelbett auf dem Heuboden verbringen oder ein gemütliches Wannenbad zwischen meterhohen Gräsern genießen.

 

Egal ob das hauseigene Elektromobil „Beba“, die regionalen Zutaten, der behutsame Umgang mit Natur und Umgebung oder die kreativen, an die ursprüngliche Natur angelehnten Well-Being-Angebote: Im „La Subida“ gehen Luxus und Nachhaltigkeit Hand in Hand.

 

Kulturinsel Einsiedel

 

Auf diesem sehr speziellen Campingplatz sieht man als erster in ganz Deutschland die Sonne aufgehen – denn die Kulturinsel Einsiedel liegt am östlichsten Zipfel Sachsens, der Neißeaue. Und wer davon noch nicht aufgeweckt genug ist, wird es spätestens, wenn er den Park erkundet.

 

Baumhäuser, Jurten, Spielplätze, Burgen und Schlösser aus Holz, unterirdische Geheimgänge, Wipfelpfade, verrückte Tiere, simple Wellnesseinrichtungen und wilde Wasserspiele – das gesamte Areal lädt förmlich zum Spielen und Entdecken ein. Ebenso fühlt man sich aber auch in märchenhafte Umgebungen versetzt, in denen man dem Alltag wunderbar für ein paar Stunden oder Tage entkommen kann.

 

Der Park existiert seit 2003, alle paar Jahre kommen immer wieder neue Unterkünfte hinzu – 2005 das erste Deutsche Baumhaushotel, zuletzt 2013 ganz spezielle Baumbetten wie das Fassbaumhaus, die Mühle und die Baumjurte.

 

Wem die Kulturinsel noch nicht spannend genug ist, der kann zu Fuß, mit dem Rad oder der Bahn die Natur der Umgebung erkunden, bis hin zu zahlreichen Badeseen, die die alten Tagebaulöcher hinterlassen haben. Die einmaligen Unterkünfte und die verspielten Details des gesamten Parks sind eine explizite Einladung an Kinder – und alle, die sich das Kind im Geiste über Jahre bewahrt haben.

 

Urnatur

 

Diese Ferienhäuser sind ein klassischer Fall von „der Name ist Programm“. Wer in seinem Urlaub der Natur nicht nur nah sein will, sondern komplett in sie eintauchen will, ist hier im schwedischen Ödeshög genau richtig. Die Cottages sind minimalistisch eingerichtet, für Licht, Wärme und Kochen muss man sich sein Feuer schon einmal selbst machen.

 

Die Ferienanlage ist aber kein Ort für radikale Aussteiger, im Gegenteil. Den Gastgeber Ulrike Krynitz und Håkan Strotz geht es darum, ihre Gäste anzuleiten und ihnen die Natur nahezubringen. Sie sollen nicht nur wunderbar erholt, sondern auch mit neuem Wissen und Inspiration nach Hause fahren.

 

Die Hütten und Baumhäuser wurden in jahrelanger Handarbeit errichtet und eingerichtet, wobei ausschließlich natürliche Materialien zum Einsatz kamen. Rund um und in der Ferienanlage laufen zahlreiche Tiere frei herum, die umliegenden Wälder und der nahe See laden zum Erkunden, Entdecken und Entspannen ein.

 

Apropos entspannen: Das Urnatur bietet außerdem ein Wellnessprogramm an, das sich nahtlos in das Konzept einfügt. Sauna, Sweatlodge und der Badezuber unter freiem Himmel müssen alle von den Gästen per Hand erhitzt werden, zudem gibt es morgendliche Yoga-Sessions. Damit hat das Urnatur ein umwerfendes Angebot für Naturfreunde, abenteuerlustige Entdecker und Menschen, die natürliche Erholung suchen.

 

Das Reiseportal Good Travel präsentiert eine handverlesene und bunte Auswahl nachhaltiger Urlaubsziele. Vom Öko-Campingplatz in Irland, dem familiengeführten B&B in Spanien bis hin zu sorgsam restaurierten Design-Häusern in Europas Metropolen oder dem luxuriösen Yoga-Retreat auf einer kleinen, griechischen Insel – die über 100 Unterkünfte bieten für jeden Anspruch und Geldbeutel genau das Richtige. Dafür sorgen auch die fünf Nachhaltigkeitskriterien Umwelt, Architektur, Food, Soziales und Well-Being. Sie erleichtern die Suche und betonen den individuell-nachhaltigen Charakter jeder Unterkunft.

 

 

Quelle: enorm-magazin

Text und Fotos: Good Travel


Avatar of Heike Schauz

So edel wie der englische Windhund ist der Farbton No. 712 – Greyhound.

Greyhound ist ein sogenannter „neutraler“ Grauton und gehört nach der Feng-Shui-Lehre zur Wandlungsphase Metall. Es ist ein sehr dunkler Farbton, der sich wunderbar mit hellen Erd-Tönen wie Chalk White oder Glacier Gravel kombinieren lässt.

Die Wandlungsphase Metall wird den Himmelsrichtungen Westen und Nordwesten zugeordnet und kann in diesen Bereichen auch sehr gut eingesetzt werden (Metall nährt Metall). Aber auch eine Nord-Wand (Wasser) wird von diesem Grauton unterstützt, da im Zyklus der 5 Wandlungsphasen Metall das Wasser-Element hervorbringt.

Bei der Gesamtgestaltung nach Feng-Shui-Kriterien sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die anderen 4 Elemente ebenfalls ausreichend im Raum vorhanden sind.

Das kann entweder durch einen entsprechenden Farbton, oder durch Materialien bzw. Formen geschehen. Zum Beispiel durch große Pflanzen (Holz), genügend Tages-Licht und Beleuchtung (Feuer), Parkettboden oder/und Holzmöbel (Erde) und wellige Stores bzw. richtiges Wasser (Wasser).

Sie sehen, jede Himmelsrichtung kann mit dementsprechenden Farbtönen unterstützt werden. Dabei dürfen aber die Personen im Raum nie übergangen werden. Denn auch jedem Menschen können – anhand der Geburtsdaten – die für ihn förderlichen Farbtöne zugeordnet werden.


Heike Schauz gilt als DIE Business Feng Shui Expertin in Deutschland. Die Baden-Badenerin ist Unternehmerin, Autorin und eine der ersten Frauen mit Meistertitel im Maler-Handwerk. Sie schafft Wohlfühlorte nach der von ihr entwickelten apprico®-Methode in Industrie- und Geschäftsgebäuden, Büros, Hotels und Arztpraxen – komplett ohne esoterische Hilfsmittel. Ihr Fachwissen um den bewussten Einsatz von Farben, Formen, Materialien und Licht gibt sie in Vorträgen, Seminaren, ihrer E-Book-Ratgeberreihe und auf ihrem Blog weiter. Mehr Details und zahlreiche Praxisbeispiele unter www.apprico.de.
Avatar of Natalie Lumpp

Immer wenn ich an den Bodensee komme, bin ich fasziniert von der Schönheit der Region. Der See mit der geschwungenen Landschaft rundherum, den Booten – und natürlich den Weingärten! Da frage ich mich jedes Mal, warum wir so in die Ferne schweifen, wo es doch vor der Tür so zauberhaft schön ist! Wenn Sie dann abends noch auf einer hübschen Terrasse am See sitzen, Kretzerfilet – oder wie die Schweizer sagen: Egli, mit einem Glas „Seewein“ genießen – dann ist es doch vollends perfekt!

Seewein

Unter Seewein versteht man den blumigen frischen Müller-Thurgau. Während letzterer in den vergangenen Jahren eher als Zechwein abgetan wurde, läuft er am See zu ganz großer Qualität auf! Die dortigen Moränenschotterböden geben dem Müller-Thurgau oder Rivaner, wie er in letzter Zeit immer häufiger genannt wird, einen sehr floralen und feinen Charakter. Die Weine sind in der Regel trocken und sehr leicht ausgebaut, selten besitzen sie über 12,5 % Alkohol. 

Bestimmt wussten Sie schon, dass der Müller-Thurgau vom Professor Müller im Kanton Thurgau gekreuzt wurde. Nett finde ich auch die Geschichte, wie er dann in einer Nacht und Nebel Aktion zu uns gelangte. 1925 holte der Markgräfliche Gutsverwalter Johann Baptist Röhrenbach – vielleicht bei Vollmond? -  im Ruderboot die Rebenstecklinge vom Müller-Thurgau von der Schweiz in die Heimat.

Noch heute zählen die Müller-Thurgau Weine vom Weingut Markgraf von Baden zu Besten! Er bietet drei unterschiedliche an, darunter einen sehr leichten mit nur 9,5 %, etwas Restsüße aus der Birnauer Kirchhalde. 

Ähnlich macht es Weingut Kress in Hagnau: sie bauen einen klassisch trockenen Müller-Thurgau aus – und einen wunderbar verspielten frisch-fruchtigen halbtrockenen. Der halbtrockene Müller-Thurgau riecht wie eine Frühlingswiese, und er schmeckt im wahrsten Sinne „lecker“.

Sympathisch finde ich auch die Minigenossenschaft auf der Insel Reichenau. Sie arbeiten sehr durchdacht, der Pflanzenschutz wird beispielsweise für alle Mitglieder gemeinsam durchgeführt. Und Ihr Müller-Thurgau gehört zu der ganz leichten Fraktion. 

Richtig stolz auf seine sehr alten Rebanlagen ist Manfred Aufricht vom gleichnamigen Weingut. Schließlich stammen die Pflanzungen aus seinem Geburtsjahrgang 1965. Entsprechend präsentieren sich seine Müller-Thurgau Weine sehr ausdrucksstark. Allerdings darf ich Ihnen auch nicht den Grauburgunder von Aufrichts vorenthalten. Selbst in der Hochburg Kaiserstuhl hatte er beim letzten Grauburgundersymposium den ersten Platz belegt. Er hat ein perfektes Spiel zwischen Eleganz, Kraft und frischen Aromen von gelbfleischigen Früchten  - gepaart mit einer enormen Länge. 

Überhaupt fallen die „Burgunderweine“ am Bodensee sehr fein und elegant aus. Ob Weissburgunder, Grauburgunder oder Auxerrois – zu den Bodenseefischen als Begleiter sind sie absolut perfekt!

 

Rosé in allen Schattierungen

Die zweite Spezialität am See sind für mich die excellenten Rosé Weine, beziehungsweise Weißherbst. Von letzterem spricht man ja eigentlich immer dann, wenn er nur aus einer Rebsorte erzeugt wird. Die jungen Winzer gehen mittlerweile immer öfters dazu über, Ihre Weine generell als Rosé zu bezeichnen. Klingt auch viel moderner und internationaler als Weißherbst. Auch hier gehört das Weingut Kress zu den Besten. Aktuell konnte das eher noch junge Weingut 4 ha in Überlingen dazu gewinnen. 

Der Winzerverein Hagnau steht ebenfalls für die klassischen Seeweine. Schließlich handelt es sich um die älteste Genossenschaft Badens. Der aus dem Kinzigtal strafversetzte Pfarrer Dr. Heinrich Hansjakob gründete 1881 die erste Genossenschaft am Bodensee. Hansjakob war nicht nur ein Vordenker – sondern er war auch als Querdenker bekannt. Die Genossenschaft hatte er als Bollwerk gegen die Willkür der Weinhändler initiiert.

Der fruchtigste Roséwein – schmeckt wie Erdbeeren und Himbeerbonbons pur – kommt vom Weingut Clauß in Nack. Im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Weingütern liegt das Weingut nicht direkt am See. Ihre Weine, wie der Müller-Thurgau „Wildfang“ und Sauvignon Blanc sind wirklich extrem fruchtbeladen – so etwas haben Sie noch selten erlebt! 

Ebenfalls nicht am See gelegen ist das sehr sympathische Wein – und Sektgut Engelhof in Hohentengen! Familie Netzhammer legt Wert auf sehr bekömmliche Weine mit einer cremigen Säurestruktur. Wie auch häufig in der Schweiz angewandt, durchlaufen ihre Weine oft den Malolaktischen Säureabbau, das heißt mittels Milchsäurebakterien wird die „räsche“ Äpfelsäure in die weiche und cremige Milchsäure umgewandelt. Als südlichstes Weingut Deutschlands bieten sie auch leichte, sehr bekömmliche Gutedel an.


Excellente Spätburgunder

Wirklich viele Jahre habe ich mich gefragt, warum ausgerechnet der Spätburgunder am Bodensee so viel kultiviert wird. Nun ja, die gerade angesprochenen Roséweine werden ganz überwiegend vom Spätburgunder ausgebaut. Aber bei den extrem hoch gelegenen Lagen, beispielsweise der Hohentwiel ist der höchstgelegene Rebberg Deutschlands auf 530 m Höhe, brauchen sie als Rotwein ausgebaut schon eine sehr lange Reifezeit im Herbst. Ich bin hinter das Geheimnis gekommen: der Bodensee – größter Binnensee – großer Trinkwasserspeicher reguliert das Klima. Er wirkt sich wie ein Spiegel aus und reflektiert rund ¼ der Sonnenstrahlen in die Rebberge. Entsprechend warten die dortigen Winzer Jahr für Jahr mit wunderbar eleganten Spätburgundern auf. 

Und geschichtlich gesehen wurde 884 der erste Spätburgunder Deutschlands in Bodmann von Karl III. gepflanzt!

Die Spitze

Apropos höchstgelegener Rebberg Deutschlands – der Hohentwiel – wird sowohl vom Weingut Robert Vollmayer wie auch vom Staatsweingut Meersburg mühevoll gepflegt. Jahr für Jahr gehören die Rieslinge vom Olgaberg ausgebaut vom Staatsweingut zu den besten der Region. Die Böden sind auch außergewöhnlich, während der Hohentwiel ein Vulkankegel ist, haben sie ja sonst Moränenschotter und eiszeitliche Böden am Bodensee. 

 

Weintechnisch gesehen ist es schon ein bisschen ulkig am Bodensee – da sind circa 900 ha Rebflächen rund um den See verteilt (nicht viel!). Den oberen Bereich teilen sich zwei Bundesländer, beziehungsweise gleich drei Weinbauregionen: Baden (Hochrhein über Hegau bis Meersburg), Württemberg(Kressbronn) und Bayern (Nonnenhorn, Wasserburg, Lindau) – sprich Franken. Ein kleiner Zipfel gehört zu Österreich, da gibt es Wein in Altenstadt und Bregenz und der untere Teil des Sees sind die Schweizer Weinbauregionen, allen voran der Kanton Thurgau., dann St,. Gallen, Zürich und Schaffhausen. 

 


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
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Im Jahr 2014 stellte eine Gemeinde in der Nähe von Amsterdam, den ersten Solarradweg weltweit fertig. Die Resonanz nach zwei Jahren überraschte selbst die Ingenieure

Fahrrad fahren ist gut für die Seele, frische Luft, körperliche Betätigung und das Gefühl sich umweltfreundlich fortzubewegen, tragen zu einer wohltuenden Stimmung bei. Umso besser, wenn die Radwege einen doppelten Zweck erfüllen und zusätzlich auch noch Strom erzeugen.

Die Gemeinde Krommenie, 25 Kilometer von Amsterdam entfernt, stellte im Jahr 2014 mit dem Projekt Solaroad den ersten Solarradweg weltweit fertig und machte so international auf sich aufmerksam. Jetzt, nach über zwei Jahren hat er nach Angaben alle Erwartungen übertroffen und sogar die Ingenieure selbst überrascht. Das sagte zumindest Projektsprecher Sten de Wit dem Portal Newsgreen.
Direkt neben der Fahrbahn aus Glas verläuft eine zweite Fahrspur, die keine Solarzellen enthält. Sie dient für Experimente mit verschiedenen Oberflächenbeschichtungen. Diese Experimente sind auch nötig. 

Auch wenn die Testphase nicht reibungslos lief und sich nach kurzer Zeit ein Teil der Beschichtung löste, weil das Material zu empfindlich auf die Wetterbedingungen reagiert hatte, fanden die Entwickler Wege und Lösungen, um die Probleme zu beheben. Ein halbes Jahr später konnten sich dann die Ergebnisse schon sehen lassen: Trotz der schwächeren Sonne im Winter, hatte der 70 Meter lange Radweg mehr als 3000 kWh produziert, was ausreicht, um eine Person ein ganzes Jahr lang mit Strom zu versorgen. 

Nach dem ersten Jahr addierte sich der Wert sogar auf 9800 kWh und erreichte somit, nach Angaben der Entwickler, den obersten Anschlag der möglich war. Die Spezialisten von Solaroad rechneten auf Basis der Ergebnisse zudem aus, dass rund ein Fünftel der 140 000 Kilometer Radwege in den Niederlanden, sinnvoll zur Erzeugung von Ökostrom genutzt werden könnten.

Straßen bieten theoretisch riesiges Energiepotential
Das Potential von mit Solarzellen ausgestatteten Verkehrsflächen ist gigantisch: So umfasst die Verkehrsfläche in Deutschland etwa 18.000 Quadratkilometer. Vollständig mit Solarzellen bestückt, würden die öffentlichen Plätze, Flughäfen, Parkplätze und die 650.000 Kilometer Straßen gut doppelt so viel Strom liefern, wie Deutschland im ganzen Jahr verbraucht. Klar ist aber auch: Weil die Solarzellen als Straßenbelag nicht optimal zur Sonne ausgerichtet werden können, bleiben sie etwa um ein Drittel unter ihrem Potential.

Wer sich selbst ein Bild von diesem zukunftsweisenden Energieprojekt machen möchte: Die SolaRoad befindet sich in Krommenie, nahe der Landstraße N203, ganz in der Nähe der Texaco-Tankstelle. Für das Navi hier die GPS-Koordinaten: 52 Grad und 49 Minuten nördliche Breite und 4 Grad und 76 Minuten östliche Länge.

TEXT: Barbara Bork FOTOS:  Solaroad 


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