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Nicht nur kräftige Rot-Töne gehören im Feng Shui zum Element FEUER, sondern auch ein Farbton wie die No. 915 der apprico Colours „Peacock Mood“. Dieser Ton hat mehr Blauanteile als zum Beispiel Flame Red oder Red Poppy. Er ist trotzdem in seiner Wirkung sehr kraftvoll, vor allem wenn man ihn vollflächig einsetzt.

Da Farbtöne nach Feng-Shui-Aspekten unter anderem auch nach den Geburtsdaten ausgesucht werden, kommt es eher selten vor, dass dieser Farb-Ton in allgemeinen Räumen wie Wohn- oder Esszimmer für alle darin wohnenden Personen passen. Deshalb würde ich davon abraten diesen Farbton einfach flächig auf alle Wände aufzubringen. In diesen Räumen bietet sich dieser Farbton aber wunderbar als Akzentfarbton an. Er harmoniert hervorragend mit Erd-Farbtönen, zum Beispiel Chalk White oder White Island.

Im Schlaf- oder Kinderzimmer würde ich diesen Farbton ebenfalls nicht vollflächig verwenden, da die Wenigsten wegen der aktiven und dynamischen Energiequalität Ruhe und Entspannung finden können.

In einem Einzel-Büro oder Home-Office kann durchaus die entsprechende Person mit diesem Farbton (nur eine Wand oder einen Teil der Wand) energetisch gestärkt werden.


Heike Schauz gilt als DIE Business Feng Shui Expertin in Deutschland. Die Baden-Badenerin ist Unternehmerin, Autorin und eine der ersten Frauen mit Meistertitel im Maler-Handwerk. Sie schafft Wohlfühlorte nach der von ihr entwickelten apprico®-Methode in Industrie- und Geschäftsgebäuden, Büros, Hotels und Arztpraxen – komplett ohne esoterische Hilfsmittel. Ihr Fachwissen um den bewussten Einsatz von Farben, Formen, Materialien und Licht gibt sie in Vorträgen, Seminaren, ihrer E-Book-Ratgeberreihe und auf ihrem Blog weiter. Mehr Details und zahlreiche Praxisbeispiele unter www.apprico.de.
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Gehören Sie auch noch zu der Generation, die bei einem Winzer als erstes an einen wettergegerbten Landwirt mit verkrusteten Gummistiefeln gedacht hat? Ähnlich wie beim Fußball oder bei den Sommeliers hat sich das Bild in den letzten Jahren allerdings stark verändert. Weiblicher ist es geworden! In den letzten Jahren entscheiden sich immer mehr junge Frauen für den Weinbau. Sie machen eine Ausbildung zur Winzerin oder studieren Weinbaubetriebswirtschaft in Heilbronn oder Weinbau – und Önologie in Geisenheim.

 

 


Vier solcher wunderbaren Weinfrauen möchte ich Ihnen aus Baden-Württemberg vorstellen:

Cathrin Bihlmayer vom Weingut Bihlmayer in Löwenstein
Sympathische Juniorchefin mit enormer Power!
Ein besseres Beispiel für die starken Frauen im Wein als Cathrin Bihlmayer gibt es kaum. Die heute 29 jährige ist praktisch mit dem Wein im elterlichen Weingut großgeworden. Als eine der vier Töchter entschied sich die ehemalige Weinprinzessin, den Abschluss in Geisenheim als Diplom Ingenieurin für Weinbau und Önologie zu machen. Erfahrungen sammelte sie nicht nur bei namhaften Winzern wie Breuer oder Gies-Düppel, sondern auch bei dem bekannten neuseeländischen Weingut Seyfried. 2010 wollte sie dann auch selber ihre Weine ausbauen und kam ins elterliche Weingut. Unbedingt muss ich an dieser Stelle festhalten, dass es ein großartiger Familienbetrieb ist! Vater Bernd und Ehemann Alexander Kästel kümmern sich mit großer Sorgfalt um die 15 ha Reben, Mama Sabine berät Sie als Kunden, welche Weine Ihnen wohl am besten schmecken. Oma und Opa werkeln noch kräftig mit, und auch Schwester Amelie ist dem Wein verfallen – sie studiert Weinbetriebswirtschaft, und sie kümmert sich um das Marketing. Ich bin ja immer wieder der Meinung, dass man es gar nicht hoch genug anrechnen kann, wenn es Generationen übergreifend so gut funktioniert!!! Mit vereinten Kräften haben sie ganz aktuell den neuen Weinverkaufsraum – mit wunderschöner Dachterrasse- eröffnet, dem vier Jahre Planung und Bauzeit vorausgingen. Dort können Sie jetzt in fantastischem Ambiente kulinarische Events erleben, wie zum Beispiel Sonnenuntergangsweinprobe…


Franziska Schätzle vom Weingut Schätzle in Schelingen
Die umtriebige und zupackende Winzerin
Die aufgeweckte 30 jährige Franziska Schätzle studierte von 2004 bis 2008 Oenologie an der Weinbaufachschule Geisenheim und an der Weinuniversität in Dijon. Niemals untätig sammelte sie während dieser Zeit auch noch praktische Erfahrungen im Burgund, in Spanien und in Neuseeland. Anschließend errang sie als erste Dame den Titel „Jungwinzer des Jahres“. Bevor sie letzten August ganz im elterlichen Weingut einstieg, war sie tätig beim Verband der Deutschen Prädikatsweingüter. Mittlerweile hat sich am Kaiserstuhl alles perfekt eingespielt und am 04.04.2014 kam gerade ihre zweite Tochter zur Welt. Wie nicht anders zu erwarten ist Franziskas Mann Christian auch im Weinbau tätig. Das gibt natürlich unglaublich viel Input.
Der Kaiserstuhl ist vor allem für seine großartigen Burgunderweine bekannt. So haben sie im Weingut den Rebsortenspiegel reduziert – und die Burgunderweine nehmen den Löwenteil ein. Ihre besten Lagen – vergleichbar mit den „Grand Crus“ in Frankreich bezeichnen sie als RS wie Reserve Schätzle, dann folgen als „Pemier Cru“ „Schatz vom Vulkan“. Im vergangen Jahr konnten sie sich einen großen Traum erfüllen, indem sie zwei Filet Stücke von älteren Nebenerwerbswinzern dazu erwerben konnten. Die kleinen Vulkanterrassen mit den Böschungen sind aufwendig in der Bearbeitung, aber die hohe Qualität der daraus resultierenden Weine belohnt die Mühen.


Barbara Singer vom Weingut Singer in Korb

Mit Leib und Seele im WEINKORB
Die ebenfalls gebürtige Winzertochter kennen und schätzen noch viele Weinliebhaber vom elterlichen Weingut H. Bader in Kernen-Stetten. Barbara Singer hat ebenfalls ihr Studium für Weinbau und Önologie in der Elitenkaderschmiede Geisenheim absolviert. Es folgten Praktika in Neuseeland (Martinborough), Frankreich (Bordeaux) und Österreich (Burgenland).
Früher war in Winzerbetrieben die größte Sorge bei den Töchtern, dass sie einen Winzer heiraten, der sie dann vom elterlichen Weingut in das ihres Ehemanns entführt. (dann waren die Nachfolgerinnen weg), sehen es die Weingüter heute viel entspannter. Ganz im Gegenteil, die Eltern haben kräftig geholfen, dass Barbara Singer gemeinsam mit ihrem Mann Julian ein eigenes Weingut in Korb gegründet hat. Ihr Augenstern – natürlich nach ihrem Kind – ist ihr Weinhaus / Vinothek „Weinkorb“! Mit einem deutsch-österreichischen Architektenteam haben sie dem ursprünglichen Gebäude eine zweite Haut – eine vergrößerte Flechtwerkstruktur aus Holz und Stahl – gegeben. Die breite Glasfront bietet Einblick auf die futuristische Weintheke. Eine geniale Spannung aus Tradition und Moderne schaffen die aus dem 16. Jahrhundert erhaltenen Keller, die in den Neubau perfekt integriert wurden.
Weitsichtig finde ich, dass sie sich nicht scheuen, einmal im Monat auch ein Gastweingut einladen. Oder wenn Sie schon immer mal ein Sensorikseminar oder Weinbergswanderung mitmachen wollten, dort haben Sie die Gelegenheit.


Monika Bähr vom Weingut Bähr in Oberkirch
Winzerin aus Leidenschaft
passt für Monika Bähr aus Oberkirch wie die Faust aufs Auge. Ursprünglich erlernte sie den Beruf der Erzieherin, und arbeite auch drei Jahre lang im Beruf. Bis sie dann den Wein für sich entdeckte. Das war dann so intensiv, dass sie auf den Beruf der Winzerin umsattelte. Der Meistertitel folgte und viele kennen sie noch aus ihrer Zeit als Badische Weinkönigin. In Japan und Moskau war man begeistert, eine so eloquente Fachfrau kennenzulernen, Monika ist dazu auch noch bildhübsch mit ihren langen dunklen Haaren und dunklen Augen.
Im eigenen Weingut sieht sie sich als „Mädchen für alles“. Die Mutter zweier Kinder kümmert sich um den Ausbau der Weine, macht die Maschinenarbeiten selber und brennt dann auch noch Schnaps.
Mit ihrer überzeugenden Leidenschaft für den Wein konnte sie auch ihren Mann Alexander anstecken, der sie kräftig unterstützt.




Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
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Martin Roscheisen züchtet Edelsteine, die sich in Farbe und Reinheit kaum von natürlichen unterscheiden - und genauso wertvoll sind.

Die Filmkarriere dieser funkelnden Steine ist ziemlich beeindruckend: Sie ließen Audrey Hepburn ständig auf ein New Yorker Schaufenster starren, in Guy Richies "Snatch" wird einer der Steine von eiem Pibull verschluckt, bei James Bond landet ein ganzer Schwung im Krematorium.Alles natürlich folgenlos, schließöich sind Diamanten das härteste Mineral der Weltm und deshalb: unvergänglich! Das hat zwar Mitte des 20. Jahunders die Werbung erfunden, aber die Vorstellung ist zu schön,  um wahr zu sein. Deshalb sin die Klunker ja bekanntlich auch "a girl's best friend".

Nur mit der Umwelt sind sie leider nicht ganz so gut befreundet,. Für dieweit in die Erde reichenden Diamantenminen werden Flüsse verschmutzt und Wälder gerodet; das Ökosystem leidet. Und noch etwas weiß man spätestens seit einem Hollywood-Film. Für Bürgerkriege tragen sie mitunter genauso große Schulde, wie "Blood Diamond" von 2006 mit Leonardo diCaprio zeigte. Am Begerhen hat all das erstaunlicherweise kaum etwas geändert. Das Diamantenfieber ist ungebrochen.

Luxus aus dem Labor
Wenn es nach dem in München geborenen Martin Roscheisen geht, wird in der Branche allerdings schon bald nichts mehr so sein wie früher.Dafür hat er das Unternehmen Diamond Foundry gegründet.Es verkauft Diamanten, die zwar au fdne ersten Blick ein bisschen anders sind - strahlend weiße Hochkaräter, schon geschliffen, marktübliche Preise - doch ihre Herkunft ist so eindeutig geklärt wie ethisch korrekt: USA, außerhalb von San Francisco, Plasmareaktor 1 bis 20. Es sind: im Labor gezüchtete DIamanten!

Der 46jährige ist nicht der Erste, der mit künstichen Diamanten experimentiert. Mit dem Unterschied, dass seine streng genommen nicht künstlich sind. "Wir benutzen einen echten Diamanten als Saatgut" erklärt Roscheisen. "Eine feine Platte, wie ein Fundament, dass in einem Plasmareaktor so stark erhitzt wird, dass die kristallinen Strukturen darauf wachsen wie in der Natur." Man simuliert im Labor den Prozess, der sonst im Erdinneren stattfindet. Innerhalb von 2 Wochen entsteht dann ein quasi-natürlicher Rohdiamant.Der Nukleus. der einmal aus einer normalen Mine stammte, wird immer wieder verwendet. Nicht einmal Edelsteinexperten können hinterher einen Unterschied erkennen, sagt Roscheisen. "Nur wenn sie aufwendige Laboruntersuchungen anstellten, würden sie am Ende Konstatieren, dass die Steine zwar echt sind, aber aus keiner Mine stammten.

Start-Up mit Diamanten
Roscheisen ist kein Neuling in San Francisco und dem Silicon Valley. Nach seinem Studium der Computerwissenschaften in München ging der Deutsche mit österreichischem Pass 1992 nach Stanford. Unter seinen Kommilitonen saßen zwei Typen namens Larry Page und Sergey Brin, die später Google erfinden sollten. Die drei sind bis heute befreundet. Auch Roscheisen wurde einer der Top-Gründer in den Dotcom-Jahren und verdiente Millionen, die er Anfang Nullerjahre in Solartechnologie investierte.
Sein Start-Ip Nanosolar war über 2 Milliarden Dollar wert, bis es schließlich nicht mehr mithalten konnte bei den Dumpingpreisen der chinesischen Konkurrenz.

Nun hatten sie aber für Hundrte Millionen Dollar Solarzellen gebaut und ein exzellentes Team von Wissenschaftlern zusammengestellt - damit musste man doch etwas Sinnvolles anstellen können, dachte Roscheisen damals. Wie wäre es zum Beispiel mit: Diamanten erzeugen, wertvoller noch als Gold? Klang doch ziemlich sinnvoll.

Hoch kompliziert war es allerdings auch. rund drei Jahre und Dutzende Fehlversuche dauerte es, bis 2015 der erste lupenreine Diamant kultiviert werden konnte. Kleine gelbliche oder bräunliche Diamanten hatten schon andere synthetisch hergestellt, "aber die Luxusindustrie will vor allem weiße, hochkarätige Ware", sagt Roscheisen. Einer der Ersten, die sofort in Diamond Foundry investieren wollten, war passenderweise Leonardo DiCaprio, der ja nach "Blood Diamond" im Thema war. Aufder Firmenwebseite schreib dr Schauspieler, er sei stolz, dass es in Amerika nun echte Diamanten gebe, ohne den Preis der ökologischen und humanitären Folgen, der Minenförderung.

Seit rund einem Jahr verkauft Diamond Foundry lose Diamanten sowie von verschiedenen Goldschmieden entworfene Schmuckstücke übers Internet.Selbst Goldschmiede, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind, seine begeistert von  der Qualität, ebenso die Polierer von Tiffany, sagt Roscheisen. Neulich wurde im exkulsiven NewYorker Departmentstore Barneys eine Schmuckkollektion it den ethisch korretken Diamanten vorgestellt. Längst kommen sie im Labor mit der Nachfrage nicht mehr hinterher, was produziert wird, ist immer sofort vergriffen.

2000 Karat entstehen aktuell pro Monat, das sind 400 Gramm und lediglich 0,01 Prozent des aktuellen Gesamtvolumens der Branche.Künstliche Diamanten werden also vorerst weder den Markt überschwemmen noch die Preise kaputt machen. Die nächsten Raktoren sind in Planung, aber die Ausrüstung ist kostspielig und dauert rund 9 Monate Bauzeit."Wir brauchten Fabriken voller Raktoren, um den weltweiten Bedarf zu decken, "sagt Roscheisen. Trotzdem befinde sich die Industrie bereits in  Angst und Schrecken. Große Diamantenhändler, allen voran DeBeers, kontrollieren bislang den Markt. Konkurrenz können sie nicht gebrauchen, vor allem nicht solche, die an das Gewissen der Kundschaft appelliert.

Aber selbst wenn äußerlich kein Unterschied zu erkennen ist - können Diamanten aus em Labor tatsächlich den emotionalen Wert eines in der Erde geformten Naturwunders erreichen?
Strahlen ide Steine im Kopf genauso hell, damit die Frauen bei ihrem Anblick weiterhin reihenweise "I will!" flüstern?
Roscheisen glaubt, das Umdenken sei bereits in vollem Gange. Die großen Diamentenhändler wüssten doch selbst oft nicht, woher ihre Steine stammen. Die Kundschaft aber forderten immer mehr Transparenz, gerade in der Luxusindustrie. "Kein Wein ist wertvoll, von dem man nicht weiß, woher er stammt, bei Handtaschen ist das Etikett "Made in Italy" immens wichtig", sagt Roscheisen. Auch bei Diamanten werden die Leute irgendwann ein reines Gewissen haben wollen. Das bleibt nämlich auch: unvergänglich.

Quelle: Spielgel vom 15.12.2016 (Silke Wichert)


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Schneeglöckchen heißen auf Französisch "Perce-Neige" - die, die den "Schnee durchbohren".
Und ist das nicht sehr passend? Die Amaryllisgewächse stecken ihre Blüten bereits ab Januar durch die weiße Decke.


Der Farbton No. 411 "Winter Green" der apprico Colours ist kein klares Grün. Der Ton enthält etliche Grau-Anteile und wirkt an der Wand eher kühl aber sehr edel. Natürlich gehört dieser Farbton im Feng Shui zum Element HOLZ.

Generell würde ich persönlich einen Ton dieser Intensität eher zurückhaltend einsetzen. Zum Beispiel eine einzelne Wand gezielt gestalten. Mit einem weißen Rahmen - etwa 5- 8 cm breit (je nach Größe der Wand) wirkt diese farbige Fläche dann wie ein Bild.Kombinieren können Sie diesen Farbton wunderbar mit hellen Erd-Tönen wie White Island oder White Rose.

Achten Sie bitte bei der Verwendung dieses Farbtones in einem Einzelbüro oder im Home-Office besonders auf die jeweiligen förderlichen Farbtöne der Person, die dort arbeitet und sich über längere Zeit aufhält.


Heike Schauz gilt als DIE Business Feng Shui Expertin in Deutschland. Die Baden-Badenerin ist Unternehmerin, Autorin und eine der ersten Frauen mit Meistertitel im Maler-Handwerk. Sie schafft Wohlfühlorte nach der von ihr entwickelten apprico®-Methode in Industrie- und Geschäftsgebäuden, Büros, Hotels und Arztpraxen – komplett ohne esoterische Hilfsmittel. Ihr Fachwissen um den bewussten Einsatz von Farben, Formen, Materialien und Licht gibt sie in Vorträgen, Seminaren, ihrer E-Book-Ratgeberreihe und auf ihrem Blog weiter. Mehr Details und zahlreiche Praxisbeispiele unter www.apprico.de.
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Simon McGowan ist Wissenschaftler am Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) in Hannover – und Simon forscht in Sachen Plastik. Genauer gesagt sucht er nach Gegenentwürfen zu umweltschädlichen Kunststoffen, nach sogenanntem Bioplastik. Doch was ist das überhaupt, wie stellt man es her und kann es eine wirkliche Alternative zu konventionellen Plastik sein?

 

Was ist das genau? Wie wird es hergestellt und ist es wirklich komplett abbaubar?

Bei Biokunststoffen handelt es sich um eine Gruppe von Kunststoffen, die verschiedene Eigenschaften haben können. Einige Biokunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt. Andere Biokunststoffe können biologisch abgebaut werden. Laut Definition muss ein Biokunststoff mindestens eine dieser beiden Eigenschaften besitzen. Manche Biokunststoffe wie z.B. Polymilchsäure (PLA) besitzen beide Eigenschaften.

So unterschiedlich wie die einzelnen Biokunststoffe sind auch die Herstellungswege. Polymilchsäure und PHB werden zum Beispiel fermentativ, also durch einen biochemischen Prozess hergestellt. Bei Bio-PE ist der Herstellungsprozess dem von nicht biobasiertem PE sehr ähnlich. Hier wird jedoch statt Rohöl ein Bio-Alkohol als Ausgangsstoff verwendet.

Bioabbaubare Biokunststoffe sind zu 100% abbaubar. Wichtig dabei ist, dass bei der Bioabbaubarkeit keine Zeitvorgabe gegeben wird (im Gegensatz zur Kompostierbarkeit). Zum Beispiel ist Holz bioabbaubar. Wenn ich im Esszimmer einen Tisch aus Eichenholz stehen habe, wird der vermutlich sehr lange halten. Wenn ich jedoch einen Eisstiel aus Holz im Garten auf den Kompost werfe, wird der vermutlich nach einem Sommer abgebaut sein. Das soll heißen, dass die Form der Biokunststoffprodukte und die Umgebungsbedingungen einen starken Einfluss auf die Abbaugeschwindigkeit haben. Aber abbaubar bleibt abbaubar.

Kann sich Bioplastik in der Industrie durchsetzen?

Wenn es einen abbaubaren Kunststoff gibt, warum wird er noch nicht überall eingesetzt?
Was sind die größten Probleme?

Abbaubar muss nicht immer ein Vorteil sein. In der Medizintechnik können z.B. Einwegspritzen in Sterilverpackungen fast ewig gelagert werden. Auch viele Textilien halten durch Beigabe von Kunstfasern besonders lange oder bekommen spezielle Eigenschaften wie z.B. regenabweisend oder feuchtigkeitsregulierend.

Anders sieht es bei Lebensmittelverpackungen aus. Insbesondere bei frischen Lebensmitteln wie z.B. Obst und Gemüse. Hier könnten bioabbaubare Biokunststoffe gut zum Einsatz kommen, um die Lebensmittel für den kurzen Zeitraum des Transports bis zum Verbraucher zu schützen. Insbesondere gilt das auch für alle To-go-Produkte wie z.B. Kaffeebecher, Rührstäbchen oder Pommes-Gabeln, da hier die Nutzdauer kurz und die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass diese Produkte nicht ordnungsgemäß entsorgt werden und in der Umwelt landen.

Ich denke, dass hier der Preis eine ganz wesentliche Rolle spielt. Biokunststoffe sind in der Regel momentan mindestens doppelt so teuer wie herkömmliche Kunststoffe. Des Weiteren vermute ich, dass auch politische Diskussionen zum Tragen kommen. Biokunststoffe werden teilweise aus Rohstoffen hergestellt, welche auch zur Lebensmittelherstellung dienen könnten. Viele Produzenten von Lebensmitteln möchten diese Debatte umgehen und verzichten lieber auf biobasierte Biokunststoffe. Dabei ist es extrem wichtig, offen mit den Fakten umzugehen und Aufwand und Nutzen abzuwägen.

Was denkst du über die Verwendung von Lebensmitteln zur Herstellung von Biokunststoffen?
In einer Welt, in der viele Menschen hungern, ist das ein schwieriges Thema. Wir sind uns auf jeden Fall bewusst, dass wir mit potenziellen Lebensmitteln als Rohstoff arbeiten und versuchen, damit offen umzugehen. In Deutschland werden jährlich bis zu 600.000 Tonnen Stärke in der Papierindustrie verbraucht. Mit derselben Menge Stärke könnte man auch 360.000 Tonnen PLA herstellen. Niemand beschwert sich, dass in der Papierindustrie Lebensmittel stofflich verwendet werden. Das macht es natürlich nicht besser.

Wir müssen den Aufwand zum Nutzen bewerten und die vorhandenen Rohstoffe effizient einsetzen. Deswegen ist eine Plastiktüte aus Biokunststoff fast genauso unökologisch wie eine Tüte aus herkömmlichen Kunststoff. Hier steht der Rohstoffaufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen. Dabei spielt die Quelle der Rohstoffe nur eine untergeordnete Rolle. Ich halte den Einsatz von Mais oder Kartoffeln zur Herstellung von Biokunststoffen vertretbar. Allerdings nur dann, wenn der Biokunststoff sinnvoll eingesetzt wird.

Wird PLA in der Industrie schon genutzt?
Ja, zum Beispiel setzt Danone Polymilchsäure für ihre „Activia“-Becher ein. Auch im Bereich von Obst- und Gemüseverpackungen wird häufig PLA eingesetzt. Es gibt zahlreiche Einweggeschirrartikel aus bioabbaubarem Kunststoff. Wobei man sich grundsätzlich über den Sinn von Einweggeschirr streiten kann. Des Weiteren haben wir vor kurzem für die Firma Nager IT eine  stabilisierte PLA- Rezeptur entwickelt, welche zur Herstellung von Computermäusen verwendet wird.


Denken wir mal zehn Jahre in die Zukunft. Glaubst Du, PLA kann herkömmlichen Kunststoff langfristig ersetzen?
Hier ein klares Nein! Dafür gibt es zu viele Anwendungen von Kunststoffen, die auf extreme Langlebigkeit und Stabilität gegen Umwelteinflüsse ausgelegt sind.
Aber der Anteil an Biokunststoffen wird sich dennoch rasant erhöhen. Insbesondere, wenn der Ölpreis wieder steigt, wird die Nachfrage an biobasierten Biokunststoffen stark zunehmen. Auch entwickeln sich langsam die Recyclingmöglichkeiten für viele Biokunststoffe, was bis dato noch ein großer Nachteil war

Was treibt Dich bei Deiner Arbeit am meisten an?
Ich glaube, dass durch den umsichtigen Einsatz von Biokunststoffen einige Probleme in der Welt reduziert werden können. Ich hoffe also, einen kleinen Teil dazu beitragen zu können, dass einige Fehler der Menschheit abgeschwächt werden. Insbesondere das Thema Verschmutzung der Meere durch Kunststoffe bewegt mich. Hier können wir durch den Einsatz von Biokunststoffen einen kleinen Teil dazu beitragen, dieses Problems Herr zu werden. Aber die meisten großen Probleme lassen sich nur durch eine Vielzahl kleiner Lösungen in den Griff bekommen.

Quelle: reBLOG


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