Avatar of Natalie Lumpp

 

Tradition ohne Fortschritt ist der Tod!
Ist meine Devise…Unglaublich spannend ist es doch, wenn die jungen Winzer internationale Erfahrungen mit einbringen. Früher war man darauf bedacht, dass der Wein typisch für den Ort war, heute schauen die Winzer auch über den Tellerrand – bis ins Ausland.
Dabei ist es unabdingbar, die Weingenießer trinken heute auch mal den Italiener, Franzosen oder Spanier. Und wenn Sie die Deutschen Rotweine probieren – was haben wir in den letzten Jahren für Fortschritte gemacht!
Natürlich bietet der Klimawandel uns für Rotweine bessere Voraussetzungen – Entschuldigung, eigentlich darf man den Klimawandel nicht als positiv beschreiben. Aber vor allem auch verbesserte Kellertechnik und besseres Wissen sorgen heute für gehaltvolle kraftvolle Rotweine.

Weltbeste Rieslinge
Gleiches lässt sich für unsere Weißweine sagen – sie gehören heute zur Weltelite! Vor allem der König der Weißweine: Riesling. Da müssen sich die Elsässer und Österreicher heute sehr anstrengen, wenn sie mithalten wollen. Während früher bei uns der Riesling in einem Atemzug mit dem Rheingau oder der Mosel genannt wurde, hat Baden-Württemberg ordentlich aufgeholt!
Stellvertretend möchte ich Ihnen zwei junge Weingüter mit umwerfend klaren und schönen Rieslingen vorstellen.

Weingut Marcel Idler in Weinstadt-Strümpfelbach

Seit 2012 baut der 26jährige Marcel Idler seine Weine im Ortskern von Strümpeflbach selber aus. Mit 4,5 ha Rebfläche handelt es sich wahrlich um ein kleines und feines Weingut. Seine wichtigsten Rebsorten sind Riesling, Lemberger und Trollinger. Wobei mich seine Rieslinge vom ersten Jahrgang an ganz unglaublich faszinierten! Sie strahlen so klar – bringen eine wunderbare Eleganz mit und bleiben vor allem tiefgründig und langanhaltend im Nachhall. So hat Idler auch einen Riesling als „endlos®“ bezeichnet – eine sehr passende Bezeichnung! So habe ich mich auch bestätigt gefühlt, dass der 2013er Riesling Vom Bunten Mergel beim Meininger Verlag beim „Best of Riesling 2014“ von 1500 Einsendungen unter den TOP 100 gelandet ist.  
Sein Motto lautet: „mit innovativen Ideen die Tradition erhalten“. Für Marcel war es immer klar, dass er Winzer wird. Er erlernte sein Handwerk in einem namhaften VDP Weingut in Stuttgart und sammelte während seinem Studium in Geisenheim Erfahrungen in Südafrika, Rousillion, Provence und in der Schweiz. Schon 2004 fing er an Reben zu pachten und pflegen, um später sein eigenes Weingut gründen zu können.
Großen Wert legt der junge Winzer auf den natürlichen Weinberg. So setzt er neben vielfältigen Begrünungen, die für ein reges Bodenleben sorgen, auf Backpulver und Orangenöl oder Ackerschachtelhalm gegen Mehltau.
Sie merken schon, in Strümpfelbach wird mit viel Liebe zum Detail und großer Sorgfalt gearbeitet! Ich kann Ihnen nur ans Herz legen, sich selber von den sensationellen Weinen zu überzeugen!


Weingut Sven Nieger in Varnhalt
In Baden hat der 32 jährige Sven Nieger sich ebenfalls mit dem Jahrgang 2012 selbstständig gemacht. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich ihn vor drei Jahren kennenlernte. Damals arbeitet er noch beim Weingut Siener in der Pfalz, und er war schon auf der Suche nach seinem eigenen Weingut. Ich kann Ihnen sagen, ein eigenes Weingut zu gründen kostet nicht nur viel Mut, es gestaltet sich auch als ganz schön schwierig, etwas geeignetes zu finden, die Investitionen, etc.
Auch er hatte nach seinem Studium in Geisenheim Erfahrungen in Österreich und Neuseeland gesammelt. Da lässt es sich gut nachvollziehen, dass der Wunsch da ist, seinen ganz eigenen Weinstil zu zeigen. Und den hat er! Von seinen derzeit rund 5 ha Rebflächen entfällt der Löwenteil auf den Riesling. Je nach Lage schmecken sie wirklich ganz unterschiedlich und bringen auch mit geringeren Alkoholwerten eine unglaubliche Dichte, Konzentration, Tiefgründigkeit und Extrakte mit. Wenn sie im Duft mit ihrer klaren Frucht brillieren, trumpfen sie geschmacklich mit ihrer Tiefe und Nachhaltigkeit auf! Schon mutig fand ich seine Preisgestaltung vom ersten Jahrgang an. der Einstiegsriesling für 10.- €, Riesling Stich den Buben 15.- €, Klosterberg 20.-€ und Mauerberg – na? Klaro 25.- € - das ist konsequent! Letzterer wurde auch jetzt im Weinmagazin Falstaff mit 95 von möglichen 100 Punkten bewertet. Wow – ein grandioser Start!
Das Boutiquenweingut – so nennt sich Nieger aufgrund seiner Größe- legt in der Vermarktung großen Wert auf neuere Marketingstrategien. So pflegt er regen Austausch und immer einen aktuellen Informationsfluss auf Twitter und Facebook!
Für große Spannung sorgt gerade sein dort angekündigter Riesling „underdog“, der gar nicht mehr mit einem Etikett versehen wird, sondern die Informationen werden auf die Flasche aufgeklebt. Viele User konnten auch verfolgen, dass Sven Nieger rund 40 % in 2014 weniger ernten konnte, da er wirklich nur die besten Trauben selektionierte.  Ich wette – nun sind auch Sie neugierig auf die ganz neuen Weine, oder?


Abschließend muss ich noch festhalten, dass sich die jungen Winzer heute austauschen und gemeinsam verkosten, Weine besprechen und arbeiten. Das kann man gar nicht hoch genug anrechnen! Lange war dem nicht so! Früher arbeiteten die Winzer nur für sich, weil man schließlich auch die Konkurrenz fürchtete.
Wenn also davon die Rede ist, dass die Qualitäten der deutschen Weine heute mit den besten Weinen der Welt mithalten können, liegt das nicht zuletzt an den jungen Winzern.


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
Avatar of Redaktion

Besonders betroffen sind Manager. Darauf weisen repräsentative Umfragen hin, die wir seit Jahren durchführen. 59 Prozent der deutschen Führungskräfte gaben in einer Studie der Max Grundig Klinlik aus dem Jahr  2014 an, unter Schlafstörungen zu leiden. 33 Prozent setzen pflanzliche Beruhigungsmittel ein, um besser schlafen zu können.

  1. Mit einfachen Regeln vor der Bettruhe lässt sich viel für die Schlafqualität tun. Hier die wichtigsten Tipps: Probate Entspannungs- und Einschlafhilfen sind autogenes Training, Meditationsübungen und progressive Muskelrelaxation. Gerade die Muskelrelaxation, auch "Jacobsen" genannt, ist leicht und schnell erlernbar und ohne Hilfsmittel anzuwenden. Es hilft bei Einschlafstörungen, aber auch in Aufwachphasen. Wer nachts aufwacht, könnte aber auch auf YouTube autogenes Training abrufen. Das passive Zuhören hilft nicht nur, leichter wieder einzuschlafen, es stärkt auch die vegetative Nervensytem. Das autogene Trainings-Programm schaltet sich nach einer bestimmten Zeit von selbst aus. Allerdings ist dann natürlich das Endgerät (etwa das  Smartphone) weiter im Betriebsmodus.

  2. Smartphone, Tablet und Laptop müssen ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen gehen ausgeschaltet werden. Dauervernetzung und Info-Stress sind Schlafkiller erster Güte.

  3. Zur Stressreduktion vor dem Schlafen gehören auch: kein intensiver Sport, kein Nikotin, kein Alkohol (siehe unten), kein spätes sowei schwerverdauliches Essen, keine Filme, die emotional aufwühlen, keine Konfliktgespräche - all dies sollte mindestens zwei Stunden vor dem zu Bett gehen vermieden werden, um gut einzuschlafen.

  4. Alle starken Lichtquellen sind während der Bettruhe strikt zu vermeiden. Wer eine kleine Lichtquelle zum Einschlafen braucht, dem empfehlen wir Salzkristall-Lampen aus Rosenquarz mit einer 5-Wett-Birne. Fernsehlicht und ständiges Flackern sind natürlich störend, dies gilt insbesondere für das bläuliche LED-Licht moderner Bildschire, das unter Gehirn aktiviert.

  5. Eine besondere Bedeutung für den Schlaf besitzt Tryptophan. Aus diesem gehirnaktiven  Eiweißbaustein, den der Körper nicht selbst herstellen kann entsteht die Glückshormon Serotonin. Das vertreibt zum einen die Sorgen des Tages, zum anderen ist Serotonin die Vorstufe zum Melatonin, dem Schlafhormon. Reich an Trytophan sind beispielsweise Sojabohnen, Cashew-Kerne, Walnüsse, Hühnerbrust und Lachs.

  6. Achten Sie auf HGH. Das Hormon HGG baut Fett ab, Muskeln auf, macht die Haut straff und hilft, die Organe zu regenerieren. Unsere Hirnanhangdrüse schüttet dieses körpereigene "Anti-Aging-Hormon" vermehrt in den ersten Nachtstunden aus. Darum zählt der Schlaf vor Mitternacht, eine alte Volksweisheit, doppelt.

    Leider wird die Ausschüttung von HGH leicht beeinträchtigt. Häufigster Gegenspieler ist das Insulin. Durch Brot, Pasta, Kartoffeln und Reis wird Insulin ausgeschüttet und HGH vertrieben. Das gleiche gilt für Alkohohl. Schon ein Glas Rotwein halbiert die nächtliche HGH Ausschüttung, nach zwei Gläsern versiegt der Jungbrunnen völlig. Auch das Stresshormon Cortisol, das ebenso wie Adrenalin bei abendlicher Aufregung ausgeschüttet wird, ist ein HGH-Killer

  7. Alkohol ist nicht nur im Zusammenhang mit HGH ein Anti-Schlafmittel. Alkohol mag zwar am Abend nach einem aufregenden Tag entspannenund deshalb zum besseren Einschlafen beitragen, er stört jedoch gleichzeitig das Durchschlafen. Der Körper ist primär mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt, darunter leiden andere Regernerationsfunktionen des Schlafts. Wer also am Abend Alkohol trinkt, schläft unruhig und riskiert Durchschlafstörungen.

  8. Verzichten Sie auf chemische Schlafmittel, sie sind zwar wirksam, machen aber auch sehr schnell abhängig. Allenfalls in Notsituationen sollten Substanzen wie Noctamid, Ximovan oder Zolpidem angewendet werden und immer nur in enger Absprache mit einem Arzt. Diese Schlafmittel sollten höchstens zehn Nächte angewandt werden, danach entsteht schon ein Gewöhnungseffekt, der Vorstufe zur Schlafmittelsucht- und Abhängigkeit.

  9. Stattdessen sind bestimmte pflanzliche Beruhigungsmittel auch über einen längeren Zeitraum gegen Schlafmangel erlaubt. Hochdosiertes Baldrian in Kombination mit Hopfenzapfen erweist sich als wirksam. Lavendelöl kann ebenfalls helfen. Auch die Passionsblume in Kombinatinspräparaten mit Melisse, Badrian und Pestwurzelextrakt schneidet in einer aktuellen Studie gut ab. Die pflanzlichen Arzneien sollten aber immer langfristig eingenommen werden umd eine anhaltend gute Wirkung zu erzielen.

  10. Ritualisieren Sie die  Zeit vor dem zu Bett gehen. Ein abendlicher Spaziergang, ein gut gelüftetes Schlafzimmer, ein, zwei Folgen einer amüsanten Netflix-Serie, Musik hören und ein immer gleicher Ablauf zur Vorbereitung der Nacht sind Teil der Schlafhygiene und helfen jene Ruhe zu finden, um gut in und durch die Nacht zu kommen.

    Diese Regeln gelten für Führungskräfte mit leichten bis ausgeprägten Schlafstörungen.
    Wer gut schläft, braucht diese Stützen natürlich nicht.

    Presseinformation der Max Grundig Klinik, Bühlerhöhe, vom 18. Januar 2017


    Weitere Informationen unter www.max-grundig-klinik.de

    Kontakt
    :
    Andreas Spaetgens
    Geschäftsführer
    Max Grundik Klinik GmbH'
    Schwarzwaldhochstraße 1
    77815 Bühl
    Telefon: +49 7226 54-520
    spaetgens@max-grundig-Klinik.de

 

 


Avatar of Redaktion

Die Zukunft der Marktwirtschaft in der jetzigen Form steht auf dem Spiel, schreibt Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz in einem Gastbeitrag in der F.A.Z. anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos. Was Unternehmen jetzt tun sollten.


Die wachsende Ungleichheit ist eines der größten Risiken für die Weltwirtschaft. Zu diesem Schluss sind die in Davos versammelten Wirtschaftsführer in den vergangenen Jahren gelangt. Sie haben erkannt, dass dies nicht allein eine moralische Frage ist, sondern auch eine wirtschaftliche. Wenn normale Bürger nicht über genügend Einkommen verfügen, um die von Unternehmen hergestellten Produkte zu kaufen, wie sollen diese Unternehmen dann wachsen? Diese Einsicht stimmt mit den Erkenntnissen des Internationalen Währungsfonds (IWF) überein, wonach Länder mit geringerer sozialer Ungleichheit ökonomisch besser dastehen.

Ist eine Mehrheit der Bürger der Meinung, dass sie keinen gerechten Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung hat, kann sich diese gegen unser wirtschaftliches und politisches System wenden – oder zumindest gegen jene Teile, denen die Schuld dafür gegeben wird. Fühlt sich die Mehrheit von der Globalisierung benachteiligt, dann könnten sich diese Menschen gegen die Globalisierung wenden.

Besorgniserregend ist dabei, dass der Ausgang der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten sowie das Brexit-Votum in Großbritannien nahelegen, dass sich ein solcher Aufstand schon formiert. Das ist durchaus verständlich, schließlich stagniert in den Vereinigten Staaten das Durchschnittseinkommen der unteren 90 Prozent seit einem Vierteljahrhundert auf demselben Niveau. Die durchschnittliche Lebenserwartung nimmt dort sogar wieder ab.

Acht Männer besitzen so viel wie 3,6 Milliarden Menschen
Die Organisation Oxfam, die sich der weltweiten Bekämpfung der Armut verschrieben hat, beobachtet seit Jahren die weltweite Zunahme der Ungleichheit. 2014 zeichnete sie ein sehr eingängiges Bild davon. Sie besetzte einen metaphorischen Bus mit den 85 reichsten Menschen des Planeten – von denen viele in Davos anzutreffen sind –, die zu diesem Zeitpunkt über dasselbe Vermögen verfügten wie die untere Hälfte der weltweiten Bevölkerung.
Es ist nicht überraschend, dass dies auch von den führenden Managern in Davos erkannt wurde. Für manche ist es eine moralische Frage; für alle ist es jedoch auch eine wirtschaftliche und politische. Die Zukunft der Marktwirtschaft in der jetzigen Form steht auf dem Spiel. Auf jedem Treffen haben sich die Wirtschaftsführer in Davos der Frage gewidmet: Gibt es etwas, was die Unternehmen tun können, um diesem Übel beizukommen, dass die politische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit unserer demokratischen Marktwirtschaften bedroht? Die Antwort ist: ja.

Geld in Steueroasen parken ist nicht intelligent, sondern unmoralisch
An erster Stelle steht eine ganz einfache Idee: Zahlt Eure Steuern.
Das ist der Grundbaustein der unternehmerischen Sozialverantwortung. Verzichtet auf die Verlagerung von Gewinnen in Länder mit niedrigeren Steuersätzen. Mag sein, dass sich Apple ungerecht behandelt fühlt; schließlich war die Steuervermeidungsstrategie des Unternehmens nur ein klein wenig ausgefeilter als die anderer Unternehmen.
Verzichtet auf Verschleierungsstrategien und die Nutzung von Offshore- oder Onshore-Steuerparadiesen, seien diese nun in Panama oder den Cayman Islands, in Irland oder Luxemburg ansässig. Verzichtet darauf, Länder in einen gegenseitigen steuerrechtlichen Wettbewerb zu treiben, ein Rennen in den Abgrund, bei dem die wirklichen Verlierer die Armen und die ganz normalen Bürger in aller Welt sind.


Es ist eine Schande, wenn sich ein Präsident damit brüstet, beinahe zwei Jahrzehnte lang keine Steuern gezahlt zu haben – weil das intelligente Leute nicht tun würden –, oder wenn ein Unternehmen lediglich 0,005 Prozent seines Gewinns in Steuern abführt, wie es Apple getan hat. Das ist nicht intelligent, es ist unmoralisch. Allein dem afrikanischen Kontinent entgehen 14 Milliarden Dollar Steuereinnahmen, weil die Superreichen Steueroasen nutzen.

Oxfam hat errechnet, dass der Betrag ausreichen würde, um über eine angemessene Gesundheitsversorgung das Leben von vier Millionen Kindern zu retten und genug Lehrer anzustellen, damit jedes afrikanische Kind die Schule besuchen kann.

Investiert in die Zukunft des Unternehmens!
Die zweite Idee ist ebenso simpel: Behandelt Eure Arbeiter anständig. In Vollzeit angestellte Arbeiter sollten nicht in Armut leben. In Großbritannien leben 31 Prozent der Haushalte, in denen ein Erwachsener in Vollzeit arbeitet, noch immer in Armut. Der Nettoverdienst von Managern in großen amerikanischen Konzernen

Das ist weit mehr als in anderen Ländern oder zu anderen Zeiten und diese Diskrepanz lässt sich auch nicht mit Produktivitätsunterschieden erklären. In vielen Fällen ist der Nettoverdienst von CEOs einfach deshalb so hoch, weil sie es können. Und sie tun es nicht nur auf Kosten der eigenen Angestellten, sondern behindern damit auch das langfristige Wachstum ihres Unternehmens. Henry Ford war die Idee eines angemessenen Lohns sehr wohl bewusst, aber seine Weisheit scheint an einigen Managern von heute vorübergegangen zu sein.

Auch die dritte Idee ist überaus simpel, erscheint heute jedoch immer radikaler: Investiert in die Zukunft des Unternehmens, in die Angestellten, in die Technik, ins Betriebskapital. Ohne solche Investitionen wird es in Zukunft keine Arbeitsplätze geben, und die Ungleichheit wird noch weiter zunehmen. Statt die Gewinne wieder in das Unternehmen zu investieren, werden immer größere Teile davon an die Gesellschafter ausgegeben. Um 1970 herum wurden in Großbritannien etwa 10 Prozent der Gewinne ausgeschüttet; heute sind es 70 Prozent.

Historisch gesehen erfüllten Banken (und ganz allgemein der Finanzsektor) die wichtige Aufgabe, Geld von Privathaushalten einzusammeln, damit dieses von der Wirtschaft zum Bau von Fabriken und zur Schaffung von Arbeitsplätzen eingesetzt werden konnte. In den Vereinigten Staaten dient dieses von Unternehmen geliehene Geld heute jedoch vor allem der Auszahlung von Dividenden.

Das „inakzeptable Gesicht des Kapitalismus“
Im vergangenen Jahr musste der britische Einzelhandelsmagnat Phillip Green einem parlamentarischen Komitee Rede und Antwort über die fehlenden Investitionen seines Unternehmen stehen. Er zog ein großes Vermögen aus seinem Unternehmen, führte es jedoch in den Bankrott, mit einem Altersvorsorgedefizit von 200 Millionen britischer Pfund. Obgleich er zum Ritter geschlagen und von einer Reihe von Regierungen geehrt und überall als Musterbeispiel eines britischen Unternehmers gefeiert wurde, könnte die Beschreibung seiner Person durch das parlamentarische Komitee nicht treffender sein: das „inakzeptable Gesicht des Kapitalismus“.

Vielen Unternehmen ist bewusst, dass die Frage, wie erfolgreich sie sind, nicht allein von ökonomischen Gesetzen abhängt, sondern Ergebnis der in den Hauptstädten der jeweiligen Länder geschriebenen Gesetze ist. Deshalb stecken Unternehmen soviel Geld in Lobbyarbeit. In den Vereinigten Staaten betrieb der Bankensektor Lobbyarbeit für eine Deregulierung – mit Erfolg, für den schließlich die Steuerzahler die Rechnung zahlten.


Nur geteilter Wohlstand kann nachhaltig sein

Im vergangenen Vierteljahrhundert wurden die Spielregeln der Marktwirtschaft in vielen Ländern derart umgeschrieben, dass die Marktmacht stärker und die Ungleichheit größer wurde. Mehr als alles andere machen viele Unternehmen ihre Gewinne jetzt mit Spekulationsgeschäften, wobei sie einen großen Teil des gesellschaftlichen Reichtums abschöpfen, indem sie ihre Monopolstellung ausnutzen oder Vergünstigungen von Regierungen erhalten. Wenn Profite aus solchen Spekulationsgeschäften stammen, verringert sich der gesellschaftliche Reichtum.
Auf der Welt gibt es zahlreiche Unternehmen, die von aufgeklärten Führungskräften geführt werden, die die genannten Ideen längst verstanden haben. Sie haben erkannt, dass es in ihrem Eigeninteresse liegt, den Wohlstand zu teilen. Statt Lobbyarbeit für Richtlinien zu leisten, die Spekulationsgewinne begünstigen – sprich, Unternehmensgewinne zulasten anderer –, haben sie verstanden, dass nur geteilter Wohlstand nachhaltig sein kann und dass in jenen Ländern, die von stetig wachsender Ungleichheit geplagt sind, die Regeln im Sinne langfristiger Investitionen, schnelleren Wachstums und geteilten Wohlstands umgeschrieben werden müssen.

Joseph Stiglitz ist Wirtschaftsprofessor an der Columbia University. 2001 erhielt er den Wirtschaftsnobelpreis.


Avatar of Redaktion

Das Umweltsiegel Blauer Engel zeichnet Produkte aus, die in ihrer Kategorie im Vergleich umweltfreundlicher sind als ähnliche Produkte. Damit ist die LED-Lampe von Carus mit ihren 600 Lumen eine klare Empfehlung für alle, die einen Ersatz für typische E27-Glühbirnen mit 60 Watt suchen. Sie erfüllt die strengen Kriterien des Blauen Engel für Lampen (RAL-UZ 151). Dazu zählen neben hoher Energieeffizienz und guter Lichtqualität auch eine hohe und lange Leuchtkraft sowie das Einhalten geringer elektromagnetischer Felder. Alle Angaben zu den Lampen müssen beim Blauen Engel durch Messungen verlässlich nachgewiesen werden.

Quelle: Utopia


Avatar of Redaktion

Zum sechsten Mal hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Ergebnisse ihrer jährlichen Dienstwagenstudie unter Bundesbehörden, öffentlichen Unternehmen und Landesbanken vorgestellt. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation untersuchte bei den Behörden den CO2-Ausstoß der Dienstwagen der Leitung sowie der Gesamtflotte. Bei den öffentlichen Unternehmen und Landesbanken analysierte sie zusätzlich den CO2-Ausstoß der Vorstandsflotte.

Die DUH zeichnet 2016 nur drei Behördenleiter mit einer “Grünen Karte“ aus. Vorrausetzung für die Auszeichnung ist die Unterschreitung eines CO2-Ausstoßes von unter 124 g/km sowie Elektro-, Erdgas-, Benzin-Hybrid oder Benzinantrieb. Diesel-Pkw werden wegen ihrer hohen Realemissionen vom giftigen Dieselabgas Stickstoffdioxid (NO2) grundsätzlich abgewertet und erhalten generell keine “Grüne Karte“.

„Es freut uns, dass neben den beiden Präsidentinnen von Umweltbehörden auch Steffen Seibert vom Bundespresseamt mit positivem Beispiel voranfährt und zeigt, dass man auch ohne schmutzigen Dieselantrieb mobil sein kann. Nachdem viele europäische Stadtverwaltungen und zuletzt unser Nachbar Luxemburg das ‘Aus‘ für Diesel-Behördenfahrzeuge beschlossen haben, fordert die DUH von allen öffentlich finanzierten Institutionen einen Stopp der Anschaffung von Diesel-Pkw. Durch unsere Klagen werden wir Diesel-Fahrverbote ab 2018 durchsetzen. Behörden, Landesbanken und öffentliche Unternehmen sollten diese Verkehrswende nicht verschlafen, sondern sobald wie möglich auf umweltfreundliche Antriebsarten umsteigen“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.  

Den umweltfreundlichsten Dienstwagen fährt Maria Krautzberger vom Umweltbundesamt mit einem Ausstoß von 102 g CO2/km. Der Dienstwagen von Birgit Esser von der Bundesanstalt für Gewässerkunde hat einen Ausstoß von 107 g CO2/km und landet damit auf dem zweiten Platz. Die dritte „Grüne Karte“ geht an Steffen Seibert vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung mit einem Ausstoß von 121 g CO2/km. Steffen Seibert gehörte im letzten Jahr mit seinem Dienstwagen und einem Ausstoß von 158 g CO2/km noch zu den Schlusslichtern und verbesserte sich in diesem Jahr deutlich. Die drei Ausgezeichneten setzen positive Akzente und erfüllen bei der Wahl eines klimafreundlichen Dienstwagens eine wichtige Vorbildfunktion.

Enttäuschend fällt dagegen das Ergebnis bei den Chefs der öffentlichen Unternehmen und Landesbanken aus: Von den 18 befragten öffentlichen Unternehmen und Landesbanken verweigerten acht der DUH die Auskunft, die Mehrheit der übrigen Unternehmenschefs verfehlt bei der Wahl ihrer Dienstwagen klar die EU-Klimaziele von 130 g CO2/km.

Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurde als Schlusslicht aus dem Jahr 2015 von Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, abgelöst. Ihr Dienstwagen stößt 158 g CO2/km aus und liegt deutlich über dem EU-Grenzwert von 130 g CO2/km. Frank-Jürgen Weise verbesserte sich zwar zum Vorjahr von 169 g CO2/km auf 142 g CO2/km, dennoch ist auch dieser Wert stark verbesserungsfähig.

Eine positive Entwicklung ist dagegen beim durchschnittlichen Flottenausstoß erkennbar. Sowohl für die Behörden als auch für die Landesbanken und öffentlichen Unternehmen lässt sich dieses Jahr ein durchschnittlicher Ausstoß von 123 g CO2/km verzeichnen. Spitzenreiter ist die BwFuhrparkService GmbH mit einem durchschnittlichen Flottenausstoß von 97 g CO2/km, gefolgt vom Bundesamt für Naturschutz mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 99 g/km. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat mit einem durchschnittlichen Ausstoß von 187 g CO2/km bei weitem die klimaschädlichste Flotte und hat sich zum Vorjahr sogar noch um 7 g CO2/km verschlechtert.

Die DUH untersuchte zudem, mit welcher Mobilitätsstrategie die Behörden und Unternehmen Dienstreisen vermeiden, ihre Mobilität auf umweltfreundlichere Verkehrsträger verlagern oder Anreize zum Verzicht oder zur Wahl eines weniger schädlichen Dienstwagens geben. Als zukunftsweisend schätzt die DUH die Ansätze der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, der Bundesdruckerei GmbH, der Deutschen Bundesbank, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH und des Umweltbundesamtes ein, die jeweils in drei von fünf Kategorien vorbildliche Anreize setzen. Besonders lobenswert ist die Bundesdruckerei GmbH, die bereits in vier Kategorien einen innovativen Ansatz verfolgt. Dienstwagenberechtigte Mitarbeiter haben zum Beispiel die Möglichkeit, anstelle eines Dienstwagens eine BahnCard 100 zu wählen und damit klimafreundlich mobil zu sein. Zudem konnte das öffentliche Unternehmen mit einem festen CO2-Grenzwert überzeugen und der Festlegung auf einen maximalen Flottengesamtausstoß von 90 g CO2/km für 2020. Auch der Radverkehr wird zunehmend unterstützt: Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung stellt Dienstfahrräder zur Verfügung und fördert die Nutzung privater Fahrräder durch eine Nutzungspauschale. Das Umweltbundesamt bietet den Beschäftigten zusätzlich Dusch- und Umkleidemöglichkeiten und einen Fahrradreparaturservice an. Besonders engagiert zeigen sich auch die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, die Mobilitätstage für ihre Mitarbeiter anbieten und die Elektromobilität durch mit Ökostrom betriebene Ladesäulen fördern.

Hintergrund:
Der EU CO2-Flottenzielwert von 130 g /km wird bis zum Jahr 2020 auf 95 g CO2/km verschärft. Die DUH passt daher für die Dienstwagenumfrage ihre Bewertungskriterien jährlich schrittweise an und verschärft diese. Für den Erhalt einer “Grünen Karte“ liegt der Wert in diesem Jahr bei 124 g CO2/ km – bezogen auf alle Antriebsarten außer Diesel.

Das Ranking stützt sich wie in den letzten Jahren auf die offiziellen beim Kraftfahrt-Bundesamt hinterlegten Angaben zum durchschnittlichen CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer (g/km). Bei Elektro-Pkw sowie Plug-In Hybriden legt die DUH die mit der Stromerzeugung verbundene durchschnittliche CO2-Emission laut Berechnungen des Umweltbundesamtes zugrunde. Eine Berücksichtigung individueller Tank- bzw. Strombezugsquellen (Biodiesel beziehungsweise Ökostrom) unterbleibt, da ansonsten ein Vergleich des Energieverbrauchs und der durch den Gebrauch der Fahrzeuge verursachten CO2-Emissionen unmöglich gemacht würde.


Kontaktieren Sie uns
captcha

Tel.: 0721 - 560 4480 - 0
Fax: 0721 - 560 4480 - 9

E-Mail: info@fairantwortung.org
Internet: www.fairantwortung.org