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Freiburg ist eine der ersten bundesdeutschen Großstädte, in der ein kundenfreundliches Mehrwegsystem für Kaffee zum Mitnehmen an den Start geht. Coffee to go - der Kaffee zum Mitnehmen - ist beliebt und das Angebot wird vor allem in der Freiburger Innenstadt gern genutzt.
Aber 12 Millionen leere Becher fallen in Freiburg jedes Jahr beim Genuss von Kaffee zum Mitnehmen an. Die gebrauchten Einwegbecher lassen sich nicht recyceln und müssen als Restmüll entsorgt werden. Bundesweit wird über die Umweltbelastung durch Kaffeeverpackungen diskutiert, doch eine politische Lösung des Problems ist noch nicht erkennbar. Deshalb hat die Freiburger Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (ASF) zusammen mit verschiedenen Cafébetreibern jetzt den Freiburg-Cup entwickelt, ein Mehrwegbecher und ein Konzept zum Kaffeegenuss ohne Einwegmüll
Um das Müllaufkommen aus Einwegbechern zu reduzieren und Ressourcen zu schonen, startet die Stadt Freiburg ab sofort ein Mehrweg-Pfandsystem in der Freiburger Innenstadt. Die wichtigsten Partner von Freiburg-Cup sind die Betreiber von Cafés und Bäckereien, die Kaffee zum Mitnehmen verkaufen. Als Alternative zum Einweg-Kaffeebecher stellt die ASF ihnen Mehrwegbecher aus stabilem, spülmaschinenfestem Kunststoff zur Verfügung. Für die Cafébetriebe fallen keine Kosten an, die Stadt Freiburg trägt die Kosten für die Einführung des Systems, die Koordination liegt bei der ASF.
Ab sofort hat die Kundschaft im jeweiligen Geschäft die Wahl zwischen dem Kaffee im Pfandbecher oder im Pappbehälter. Das Pfand beträgt 1 Euro und wird bei Rückgabe des gebrauchten Bechers erstattet. Die Kunden können die gebrauchten Becher auch in anderen Geschäften in der Innenstadt zurückgeben, die am Aktions-Aufkleber an der Ladentür erkennbar sind. Die gebrauchten Becher werden im jeweiligen Cafébetrieb gespült, defekte oder fehlende Behälter ersetzt die Freiburger Abfallwirtschaft. Lediglich die Deckel sind Einwegartikel, nach Gebrauch gehören sie in den gelben Sack.
Den einzelnen Cafés bietet die Teilnahme an Freiburg-Cup zahlreiche Vorteile: Sie reduzieren nicht nur die Restmüllmenge, sondern zeigen, dass sie umweltbewusst denken und einen aktiven Beitrag zur Sauberkeit in Freiburg leisten. „Die Aktion wird umso wirkungsvoller, je mehr mitmachen, sowohl auf der Seite der verkaufenden Cafés als auch auf der Seite der Konsumentinnen und Konsumenten“, so Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. „Ich bedanke mich bei allen Anbietern, die schon in dieser ersten Stufe mitmachen und wünsche der Aktion nachhaltigen Erfolg“, so Stuchlik weiter. Und ASF-Geschäftsführer Michael Broglin kündigt an: „Wenn sich der Freiburg-Cup bei den Kunden durchsetzt, soll die Aktion ab Sommer 2017 auf weitere Stadtteile ausgeweitet werden“.


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Tim Engartner im Interview bei campus.de über sein Buch »Staat im Ausverkauf«, das sich an all jene richtet, denen die »Verbetriebswirtschaftlichung« der öffentlichen Daseinsvorsorge Bauch- und Kopfschmerzen bereitet.



In Ihrem Buch »Staat im Ausverkauf« dokumentieren Sie die Privatisierungswelle seit der Kanzlerschaft Helmut Kohls. Was ist die fundamentalste Folge dieses Ausverkaufs?
Tim Engartner: Im (Irr-)Glau­ben daran, dass Privatisierungen Dienstleistungen grundsätzlich besser, billiger und bürgernäher machen, schüttelt  »Vater Staat« immer mehr Aufgaben ab – wie ein Baum seine Blätter im Herbst. Inzwischen werden Märkte selbst dort geschaffen, wo es sie nie zuvor gab – oder aber nur in längst vergangenen Zeiten. Gerade erst hat die Bundesregierung beschlossen, eine Bundesfernstraßengesellschaft zu gründen, um weitere Autobahnen nach dem Modell öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) auszubauen. Dabei übernimmt ein privater Investor die Bauleistungen, die Finanzierung sowie den Betrieb des  Autobahnteilstücks. »Entlohnt« werden die Privatunternehmen durch die Beteiligung an den Einnahmen aus der Lkw-Maut oder durch direkte Bezahlung aus dem allgemeinen Staatshaushalt. Dass diese Kehrtwende im »Land der Autofahrer« möglich sein würde, hätte ich nicht für möglich gehalten. Zeitgleich werden immer mehr Schulen, Rathäuser und Justizvollzuganstalten von Privatunternehmen errichtet, obwohl die ÖPP-Arithmetik den Steuerzahlern langfristig deutlich höhere Kosten beschert. Die mit Privatisierungen verbundene Privatisierung der Gewinne auf Seiten der Unternehmen und die Sozialisierung der Verluste auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger ist sicherlich die fatalste Folge des Ausverkaufs öffentlichen Eigentums – neben den damit verbundenen sozialen Ausgrenzungsmechanismen.
 
Seit den in den 1990er Jahren angestoßenen Privatisierungen im Energiesektor steigen die Kosten, die Bürger für Wasser, Strom und Gas aufbringen müssen, stetig an. Die wenigsten Bürger aber stellen diesen Zusammenhang her. Wie kommt das?
Tim Engartner: Tatsächlich verhallte der Widerstand gegen Privatisierungen in der Vergangenheit zum einen meist ungehört, weil die Folgen zu abstrakt oder aber die Menschen nicht unmittelbar betroffen zu sein schienen. Die Privatisierung der Post fiel ins E-Mail-Zeitalter, die Privatisierung der Telekom ging mit günstigeren Telefontarifen auf einem liberalisierten Markt einher und die Privatisierung der Bahn betrifft zwar täglich zahlreiche Pendler, aber die Mehrheit der Rad- und Autofahrer eben nicht. Zum anderen wurde der Zusammenhang zwischen Privatisierung und Preissteigerungen selbst in Qualitätsmedien weitestgehend ignoriert, weil staatliche Wirtschaftstätigkeit angesichts zahlreicher Versäumnisse in der Vergangenheit nach wie vor ein tendenziell schlechtes Image hat. Ein gutes Beispiel für die verfehlte Wahrnehmung von Privatisierungen ist die mit der Privatisierung der Bundesdruckerei einhergegangene Preisexplosion bei der Ausstellung von Personalausweisen, Reisepässen und Führerscheinen. Die gestiegenen Gebühren sorgen zwar regelmäßig für Unmut, aber statt auf die Privatisierungspolitik zu schimpfen, verteufeln wir unverändert die träge Verwaltung.
Inzwischen aber gibt es immer mehr Bürgerinnen und Bürger, die erkennen, dass die ausufernden Gewinne der Privatwirtschaft auf oligopolartigen Märkten wie dem Energiesektor zu Lasten der Allgemeinheit gehen. Schon am 19. Juni 2000 wurde eine Entscheidung mit bundesweiter Signalwirkung für die Organisation der Trinkwasserversorgung bekannt gegeben. Nur drei Jahre, nachdem die Stadt Potsdam 49,9 Prozent ihrer Wasserbetriebe an den deutsch-französischen Konzern Eurawasser verkauft hatte, kündigte sie den Kooperationsvertrag und kaufte ihre Anteilsscheine zurück. So nahmen die Vertreter der brandenburgischen Landeshauptstadt die Ankündigung der dritten Preiserhöhung innerhalb von zwei Jahren zum Anlass, den laufenden Vertrag zu kündigen – trotz der damit verbundenen Abfindungskosten. Vor drei Jahren kaufte dann auch das Land Berlin die teilprivatisierten Wasserbetriebe von RWE und Veolia zurück, nachdem die Initiative Berliner Wassertisch Widerstand in Form eines Bürgerbegehrens formiert hatte, das 2011 zugunsten der Privatisierungsgegner mit stattlichen 98,2 Prozent für eine Offenlegung der »Geheimverträge«  und eine Rekommunalisierung der Wasserbetriebe entschieden wurde. Diese Entwicklung ist in immer mehr Städten und Gemeinden zu beobachten.
 
Der Unmut über die Privatisierung der öffentlichen Hand hält sich in Grenzen, denn offenbar wird sie als alternativlos wahrgenommen. Ist sie das wirklich?
Tim Engartner:  Nein, natürlich nicht, denn nichts im Leben mit Ausnahme des Tods ist alternativlos. Die Frage, welchen Staat und wie viel Staat wir brauchen, wird auf absehbare Zeit eine bedeutende, wenn nicht gar die zentrale Bruchlinie durch unsere Gesellschaft markieren. Deshalb müssen wir noch mehr Antworten auf die Frage liefern, welche Risiken mit Privatisierungen einhergehen. Zugleich belegen immer mehr Städte und Gemeinden, dass kommunale Wirtschaftstätigkeit sehr erfolgreich sein kann. So zweifeln seit geraumer Zeit immer mehr Bürgermeister am allseits proklamierten »Verkauf des Tafelsilbers«. Zunehmend werden sie mit der Frage konfrontiert, warum der Hausmüll von den privaten Branchenriesen Remondis, Sulo oder Veolia entsorgt wird, obwohl die Preise doch in fast allen Kommunen, in denen die Abfallentsorgung privatisiert wurde, in die Höhe schnellten – mitunter um das Dreifache. Die Kritik von Bürgerinnen und Bürgern veranlasst immer mehr Politikerinnen und Politiker, nach Alternativen zur Privatisierung Ausschau zu halten. Das wachsame Auge der Öffentlichkeit ist die wirksamste Waffe im Kampf gegen Privatisierungen.
 
Sie schreiben, dass Privatisierungen nicht selten »im Verborgenen« vor sich gehen. Als Paradebeispiel nennen Sie die Deutsche Bahn. Wie ist eine solche »Geheimhaltung« überhaupt möglich?
Tim Engartner: Die Deutsche Bahn liefert insofern  ein besonders eindringliches Beispiel, als sie 2006 mit der »Verschlossenen Auster« ausgezeichnet wurde – dem von der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche e.V. verliehenen Negativpreis für »Auskunftsverweigerer in Politik und Wirtschaft«. Wesentliche Informationen drängen bis heute nicht an die Öffentlichkeit; die Bahn zieht Werbeanzeigen in Medien, die kritisch berichten, zurück. Als einer der größten Anzeigenkunden im deutschen Verlagswesen und als Abnehmer großer Zeitungskontingente für Erste-Klasse-Reisende und DB-Lounges kann die Bahn die Berichterstattung beeinflussen. So bleiben viele Folgen ihrer Privatisierung im Dunkeln.
Ohne subtilen Lobbyismus wäre keine Privatisierung denkbar – weder im Bildungs- noch im Finanz-, Gesundheits- oder Sicherheitssektor. Gerade in diesen Politikfeldern stehen Lobbyisten die Türen zu den politischen Stellwerken teils sperrangelweit offen. Privatwirtschaftliche Interessen erhalten darüber hinaus durch »janusköpfige«  Parlamentarier Einzug in die Plenarsäle: Zahlreiche ranghohe Politiker werden nach ihrem Mandat durch die lobbyistische Drehtür auf lukrative Posten in der Privatwirtschaft befördert. Ronald Pofalla (CDU) stellt da mit seinem Wechsel in den Vorstand der Deutschen Bahn AG keine Ausnahme dar. Viele Parlamentarier gehen bekanntlich schon während ihrer aktiven Zeit als Mandatsträger zeitintensiven »Nebentätigkeiten«  in der Wirtschaft nach, um Privatisierung möglichst geräuschlos den Weg zu bereiten.
 
Sie bezeichnen ihr Buch als »Weckruf«. Wen möchten Sie aufwecken?
Tim Engartner: Aufgeweckt werden sollen all jene, die sich zunächst einmal nur sorgen – um ihre Sportstätten und Kultureinrichtungen vor Ort, um das berufliche Schicksal der Paketboten und Bahnschaffner, um ihre Gesundheitsversorgung und ihre Rente – oder aber auch um die Bildung ihrer Kinder. Erfahrungsgemäß betrifft der Verkauf öffentlichen Eigentums vorrangig Personenkreise ohne politische Lobby, die für eine boomende Wirtschaft nur von geringer Bedeutung sind oder eine sehr heterogene Wählerschaft bilden wie zum Beispiel Schüler und Studierende, Erwerbslose, einkommensschwache Familien oder Menschen mit Behinderungen. Aber wir sollten alle wachsam sein, wenn die Gewinn- an die Stelle der Gemeinwohlorientierung tritt – jedenfalls dann, wenn wir nicht in einer Gesellschaft leben wollen, die von allem den Preis, aber von nichts mehr den Wert kennt. Kurzum: Das Buch richtet sich an all jene, denen die »Verbetriebswirtschaftlichung« der öffentlichen Daseinsvorsorge Bauch- und Kopfschmerzen bereitet.
 
Zum Autor
Tim Engartner ist Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er veröffentlicht regelmäßig Artikel in Tages- und Wochenzeitungen (Zeit, FAZ, FR, taz, Freitag, SZ).
 


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33 Prozent der deutschen Führungskräfte setzen grundsätzlich Schlafmittel ein, um besser schlafen zu können. Der größere Teil von Ihnen (29 Prozent) tut dies eher „selten“, vier Prozent „regelmäßig“. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Befragung unter 1.000 Führungskräften im Auftrag der Max Grundig Klinik. Dr. Henning Hager, Leitender Arzt der Psychosomatischen Medizin, erläutert: „Aus früheren Befragungen unserer Klinik und unserer beruflichen Praxis wissen wir, dass schlechte Schlafqualität ein großes Problem unter Managerinnen und Managern darstellt.“ Mit der aktuellen Studie geht die Max Grundig Klinik der Frage nach, wie Führungskräfte damit umgehen und was sie dagegen tun.

So geben im Rahmen der Befragung der Max Grundig Klinik 96 Prozent an, keine chemischen Präparate wie Noctamid, Ximovan oder Zolpidem beziehungsweise sedierende Antidepressiva wie Mirtazapin, Doxepin oder Amitryptilin anzuwenden. Nur ein Prozent der Befragten nehmen derartige Präparate „immer“, ein weiteres Prozent „“häufig“ und zwei Prozent der Befragten „gelegentlich“. Auch Melatonin, das gerne auf Langstreckenflügen benutzt wird, um Jetlag zu minimieren sowie andere hormonähnliche Substanzen werden von lediglich 2 Prozent der befragten Führungskräfte als Schlafmittel eingenommen. Dr. Hager sagt: „Dieser weitgehende Verzicht auf harte Substanzen ist ein gutes Zeichen. Aus ärztlicher Sicht sollten chemische Präparate nur im Notfall angewandt werden.“

Stattdessen greifen Führungskräfte in erheblichem Umfang auf pflanzliche Beruhigungsmittel zurück. 21 Prozent tun dies „gelegentlich“, 11 Prozent „häufig“ und 5 Prozent „immer“. Pflanzliche Beruhigungsmittel werden dabei sowohl zur Verbesserung des Schlafs als auch generell im beruflichen Alltag eingenommen. Dr. Hager kommentiert: „Wenn über ein Drittel der deutschen Führungskräfte regelmäßig auf pflanzliche Beruhigungsmittel zurückgreift, ist dies natürlich ein deutlicher Hinweis, dass viele mit Stress und mangelndem Schlaf nicht zurechtkommen. Positiv bewerte ich, dass die überwiegende Mehrheit zumeist vertretbare pflanzliche Mittel einsetzt.“

Das Wissen über einzelne pflanzliche Schlafmittel variiert unter Führungskräften dabei stark. Baldrian ist mit 87 Prozent den meisten Führungskräften als Schlafmittel bekannt, gefolgt von Hopfen (75 Prozent), Lavendel (51 Prozent), Johanniskraut (47 Prozent), Passionsblume (31 Prozent), Cannabis (28 Prozent) und Saathafer (11 Prozent). Baldrian, so Dr. Hager, erleichtert das Einschlafen. Es muss aber hoch dosiert (mindestens 900 Milligramm) eingenommen  werden, eine niedrige Dosis, beispielsweise  200 Milligramm, wirken eher anregend und machen  wach.  Die Kombination von Baldrian mit Hopfenzapfen erweist sich in Studien als sinnvoll und gut wirksam. Lavendelöl ist laut Dr. Hager ein weiteres wirksames natürliches Präparat zur Förderung des Schlafes. Es sollte mit 80 Milligramm dosiert werden, wirkt dann angst- und krampflösend, beruhigend und antidepressiv.

Auch der Passionsblume wird eine sehr gute Wirksamkeit in neueren Studien attestiert, was auf die Wirkung auf das sogenannte neuroendokrine GABA-System zurückzuführen ist. Tabletten mit 425 Milligramm, wie sie auf dem Markt frei erhältlich sind, wirken angstlösend und beruhigend. Kombinationspräparate der Passionsblume mit zusätzlich Melisse, Baldrian und Pestwurzextrakt schneiden in einer Studie sogar besser ab als das chemische Präparat Oxazepam. Dr. Hager sagt: „Die pflanzlichen Arzneien sollten aber immer langfristig eingenommen werden, um eine anhaltend gute Wirkung zu erzielen, schnelle Erfolge lassen sich bei Einmalgabe nicht erreichen.“

Neben pflanzlichen Substanzen nutzen Führungskräfte auch Entspannungsmethoden als Einschlafhilfe. So geben 28 Prozent der Befragten an, autogenes Training, Meditationsübungen und Selbsthypnose anzuwenden. Dr. Hager merkt an: „Gerade meditative Methoden sind derzeit in Mode“.

Viele Führungskräfte, so Dr. Hager weiter, setzen sich heute sehr bewusst mit dem Thema Schlaf auseinander. So geben 74 Prozent an, Regeln zum Umgang mit dem Thema Alkohol und Schlaf zu kennen. Eine deutliche Mehrheit weiß auch, was Schlafforscher und Fachärzte bezüglich Bewegung und Sport vor dem Schlafen, zu Nikotin, zu Ernährung und zu allgemeiner Stressreduktion vor dem Zubettgehen raten.

Zum Wissen über einen besseren Schlaf gehören auch folgende Aspekte:

 *   In den ersten Nachtstunden schüttet die Hirnanhangdrüse  das Wachstumshormon HGH, ein körpereigenes „Anti-Aging“ Hormon, aus. Darum zählt der Schlaf vor Mitternacht doppelt. Das Hormon HGH baut im Schlaf Fett ab, Muskeln auf, macht die Haut straff und   hilft, die Organe zu regenerieren. Leider wird seine Ausschüttung leicht beeinträchtigt. Häufigster Gegenspieler ist das Insulin. Durch Brot, Pasta, Kartoffeln und Reis wird Insulin ausgeschüttet und HGH vertrieben. Das gleiche gilt für Alkohol. Schon ein Glas Rotwein halbiert die nächtliche HGH Ausschüttung. Auch das Stresshormon Cortisol, ebenso wie Adrenalin ausgeschüttet bei abendlicher Aufregung etwa durch Krimis oder zu starke geistige und körperliche Beanspruchung ist ein HGH-Killer.
 *   Eine besondere Bedeutung besitzt Tryptophan. Aus diesem gehirnaktiven Eiweißbaustein, den der Körper nicht selbst herstellen kann, entsteht das Glückshormon Serotonin. Das vertreibt zum einen die Sorgen des Tages, zum anderen ist Serotonin die Vorstufe zum Melatonin, dem Schlafhormon. Reich an Tryptophan sind beispielsweise Sojabohnen, Cashew-Kerne, Walnüsse, Hühnerbrust und Lachs.
 *   Empfehlenswert ist abends nur „leichte Kost“ auf allen Ebenen, kein Hochleistungssport, kein Stress und keine Konfliktgespräche vor dem Zubett-Gehen.
 *   Da bläuliches LED-Licht in allen Bildschirmen unser Gehirn aktiviert, sollte idealerweise eine Stunde vor dem Schlafen auch kein Smartphone und Laptop mehr bedient werden. Dagegen helfen ein abendlicher Spaziergang, ein gut gelüftetes Schlafzimmer und ein ritualisierter Ablauf zur Vorbereitung auf die Nacht den Tag gut zu verabschieden.

Dr. Hager abschließend: „Führungskräfte, die sich ein, zwei Stunden vor der Bettruhe richtig verhalten, können auch ohne Schlafmittel viel für ihre Schlafqualität tun.“

Methode:
Die Regensburger R und K Marktforschung befragte im Auftrag der Max Grundig Klinik im Zeitraum vom 5. bis 23. September 2016 1.000 repräsentativ ausgewählte Führungskräfte in Unternehmen in Deutschland. Dabei wurden Führungskräfte unterschiedlicher Hierarchiestufen in Unternehmen verschiedener Größenklassen, Branchen und Regionen berücksichtigt.

Weitere Informationen unter www.max-grundig-klinik.de


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Im Interview mit dem ARD-Magazin Geld-Check bezeichnet Ralph Suikat die Gehälter von Spitzenmanagern als völlig absurd. Der Gründer und Initiator der Unternehmerinitiative Fairantwortung fordert von Vermögenden mehr Verantwortungsbewusstsein. Hier das ganz Interview zum Nachlesen:
www.daserste.de/information/ratgeber-service/geldcheck/wer-verdient-was-er-verdient-ralph-suikat-verantwortung-vermoegende100.html

Und hier geht es zur Sendung:
www.daserste.de/information/ratgeber-service/montagscheck/videos/der-geld-check-3-wer-verdient-was-er-verdient-100.html


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Die Karlsruher T.P.I. Trippe + Partner Ingenieurgesellschaft ist mit dem deutschen Energy Award ausgezeichnet worden. Mit dem unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel stehenden Preis werden jährlich die innovativsten Projekte zum Thema Energieeffizienz und regenerative Energien prämiert. In diesem Jahr setzte sich ein von T.P.I. geplantes und von e³ computing konzipiertes Hochleistungs-Rechenzentrum in der Kategorie Industrie unter den fast 200 Bewerbern durch. 80 Prozent weniger Stromverbrauch, jährlich um vier Millionen Euro geringere Energiekosten, 15 bis 20 Millionen Euro an Baukosten – all das spart der „Green IT Cube“ – so der Name des dahinter stehenden Konzepts – ein. „Supereffizienz made in Germany - genial einfach, einfach genial“, brachte es Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, auf den Punkt.

Das ist keine Fiktion, sondern bereits in der Praxis erprobt und zwar am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Im dortigen neugebauten Hochleistungs-Rechenzentrum feierte dieses Konzept im großtechnischen Maßstab Premiere. „In der Größenordnung von 12.000 Kilowatt IT-Last ist dieses Rechenzentrum das erste seiner Art“, betont Jörg Trippe, Gründer und Geschäftsführer der Trippe und Partner Ingenieurgesellschaft.

Platz- und Stromfresser Nummer eins bei Rechenzentren ist deren Kühlung. „Herkömmlich erfolgt die Kälteerzeugung über konventionelle Kältemaschinen, im Green IT Cube dagegen ausschließlich über Verdunstungskühltürme und somit mit ‚Umweltenergie’. Dadurch wird viel elektrische Energie und somit viel Geld eingespart“, erklärt Markus Betz, Geschäftsführer Technik bei T.P.I. Darüber hinaus wird hier nicht wie üblich mit Luftkühlung gearbeitet, sondern  die Racks werden direkt mit Wasser gekühlt. Dazu dienen in die Schranktüren integrierte Wärmetauscher. Rund ein Drittel des Jahres-Energieverbrauchs der Rechner wird normalerweise für die Kühlung benötigt. Im Green IT Cube sind es weniger als fünf Prozent.

Auf die Laufzeit eines solchen Hochleistungs-Rechenzentrums von 15 bis 20 Jahren gerechnet, bedeutet das eine Einsparung an Energiekosten von bis zu 60 Millionen Euro. Darüber hinaus leistet dieses Konzept einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz: die CO2-Emissionen werden damit um 14.000 Tonnen pro Jahr reduziert, das entspricht einer CO2-Reduktion bei der Kühlung von 85 Prozent gegenüber herkömmlichen Kühlsystemen.

Welches globale Umwelt-Potenzial in dieser Technik steckt, zeigt Markus Betz auf: „Alle Rechenzentren verursachen weltweit rund zwei Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes. Das entspricht fast dem gesamten deutschen Anteil an den globalen Emissionen oder dem des weltweiten Flugverkehrs.“


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