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Playing God

17. Mai 2018, Menschen

Was ist ein Menschenleben wert? Und lässt es sich überhaupt mit einem Geldbetrag aufwiegen? Das sind Fragen, die sich kaum jemand zu stellen traut, geschweige denn zu beantworten. Doch es gibt einen Mann, der dies tun muss: Der Anwalt Kenneth Feinberg ist Amerikas berühmtester Schlichtungsspezialist. Er muss einschätzen, welche Geldsummen Opfer und Hinterbliebene von Katastrophen wie dem Vietnamkrieg, den Anschlägen von 9/11 oder der BP-Ölkatastrophe als Entschädigung für ihr Leid erhalten.

 

 

In dem 90-minütigen Dokumentarfilm „Playing God“ zeichnet die Regisseurin Karin Jurschick ein greifbares Porträt dieses Mannes, der bei seiner kalkulierenden, nüchternen und harten Arbeit dennoch sympathisch und einfühlsam bleibt. Jurschick interviewte dafür sowohl Opfer und Hinterbliebene, als auch Feinbergs Familie und dessen Arbeitsumfeld. Der Anwalt selbst erzählt, warum er nachts um drei Uhr wachliegt: „Es geht nicht ums Gesetz, sondern darum, wie man das Richtige tut“, sagt er. Das ist keinesfalls leicht, da die Regierung und die Geschädigten oft unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was „das Richtige“ ist.

 

Der Dokumentarfilm „Playing God“ von Karin Jurschick ist seit dem 8. Februar 2018 in den Kinos.

Quelle: Enorm-Magazin


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Heike Schauz gilt als DIE Business Feng Shui Expertin in Deutschland. Die Baden-Badenerin ist Unternehmerin, Autorin und eine der ersten Frauen mit Meistertitel im Maler-Handwerk. Sie schafft Wohlfühlorte nach der von ihr entwickelten apprico®-Methode in Industrie- und Geschäftsgebäuden, Büros, Hotels und Arztpraxen – komplett ohne esoterische Hilfsmittel. Ihr Fachwissen um den bewussten Einsatz von Farben, Formen, Materialien und Licht gibt sie in Vorträgen, Seminaren, ihrer E-Book-Ratgeberreihe und auf ihrem Blog weiter. Mehr Details und zahlreiche Praxisbeispiele unter www.apprico.de.
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Laible hoch zwei!


Gleich das Wichtigste vorneweg – ein Abstecher in das zauberhafte Durbach lohnt sich immer! Mit ziemlicher Sicherheit werden Sie dort auch auf einen „Laible Wein“ stoßen. Früher kamen sie von Winzerurgestein Andreas Laible. „Der Kardinal des Rieslings“ wäre eine passende Bezeichnung für Andreas Laible gewesen. Er pflegt alleine 32 verschiedene Rieslingklone, die alle separat ausgebaut werden! Ich habe auch schon gehört, dass er im Herbst seine Matratze im Keller aufgeschlagen hatte, weil ein Wein nicht anfangen wollte zu gären! Mindestens genauso motiviert und ehrgeizig sind die beiden Söhne Andreas und Alexander. Beide haben Weinbau studiert – und sie gehören beide zu den besten Winzern in Deutschland.

Aber der Reihe nach – während der ältere Sohn Andreas nach klassischer Manier 2013 den elterlichen Betrieb mitten in Durbach übernahm, hatte sich der jüngere Sohn Alexander schon 2007 entschlossen, sein eigenes Weingut zu gründen. Wenn Sie also eine Flasche „Laible“ in den Händen halten, lohnt es sich genauer hinzuschauen, ob es sich um „Andreas oder „Alexander“ handelt. Jeder von Ihnen trägt eine ganz eigene Handschrift bei der Stilistik seiner Weine.

Andreas Laible

Mit 42 Jahren kann man ihn sicherlich noch als jung bezeichnen. Ganz anders verhält es sich, wenn es um seine Erfahrungen geht. Nachdem er seine Ausbildung zum Winzer in namhaften badischen Betrieben absolviert hatte, folgte eine ein sehr prägendes halbes Jahr im berühmten österreichischen Weingut Bründlmayer. Es schlossen sich zwei weitere Jahre an der Staatlichen Lehr – und Versuchsanstalt in Weinsberg mit Abschluss als „Weinbautechniker“ an. Dann war es für Andreas klar – seinen Weg würde er zu Hause beschreiten. Seit 1999 ist er wieder im elterlichen Weingut, und er schaffte es mit feiner Sorgfalt seine Vorstellungen vom Weinausbau einzubringen. Neben einem so starken und erfolgreichen (und noch jungen) Vater keine ganz leichte Aufgabe. Ohne Zweifel haben sie es miteinander hervorragend hinbekommen, sodass Andreas Laible sen. 2013 zu seinem 65. Geburtstag den Betrieb souverän an seinen Sohn übergab. 

Kardinal des Rieslings

Berühmt sind sie für ausgezeichneten Weißwein – ganz vorneweg natürlich der Riesling. Wenn es um die besten Rieslinge Badens geht, werden „Achat“, „Steinrassel“ und „Alte Reben“ nicht fehlen. Daneben hat sich das Weingut über viele Jahre auch einen großen Namen mit seinen ganz außergewöhnlichen Bukettweinen wie Scheurebe, Clevner und Gewürztraminer gemacht. Mit Restsüße ausgebaut bestechen sie mit ihrer wunderbaren Fruchtigkeit und vor allem Finesse. Keinen Augenblick hat man das Gefühl, dass die Weine plump oder sättigend wirken. Für solche Qualitäten muss man weit laufen… Etwas verändert zu früher haben sich der Chardonnay und Spätburgunder. Andreas Jun. wusste von Anfang an, dass sie etwas Holz brauchen, um sich noch vielschichtiger zu präsentieren. Die Burgunderweine – auch der Graue Burgunder gehört dazu – imponieren vor allem mit ihrer Mineralität!

Wer Andreas Laible kennt, weiß dass es für ihn – und seine Familie keinen Stilstand gibt. In den vergangen Jahren haben sie mit viel Geld und enormen Mühen Rebberge mit noch besserem Pflanzmaterial erneuert. Da ihre knapp 8 ha Reben fast ausschließlich in Steillagen liegen (ab 30 % spricht man von Steillagen – Andreas Laible hat teilweise das Doppelte!), bedeutet es einen extrem höheren Aufwand als in einer flachen Lage. Nun gehen die Gedanken von Andreas und seiner patenten Frau Petra in Richtung bauliche Veränderungen. Der Keller soll optimiert werden – und eine Vinothek sollen noch folgen. Es bleibt also spannend!

Alexander Laible

Einen ganz ähnlichen Weg schlug anfangs der 31 jährige Alexander ein. Er absolvierte seine Winzerausbildung bei den gleichen Betrieben wie schon sein Bruder, und auch der „Weinbautechniker“ in Weinsberg folgte mühelos. Im Gegensatz zu seinem Bruder zog es ihn aber schon jung in die Welt. Zwei großartige Jahre verbrachte in dem hervorragenden Rieslingweingut Albert Kallfelz an der Mosel. Es hätte dort die Zukunft sein können, wäre nicht Ehefrau Corinna mit Leib und Seele Badenerin – und somit tief mit der Region verwurzelt. So schaute Alexander schon bald nach seiner Rückkehr nach eigenen Reben. Das Schicksal meinte es gut mit ihm – 2007 wollte sein Großcousin Eugen Schlindwein seine Weinberge in Sinzheim bei Baden-Baden aufgeben. So schnell war der Anfang gemacht, aber es fehlte ein passender Keller. Das sollte sich als nicht so einfach erweisen – mit gerade mal 28 Jahren ein fast unmögliches Unternehmen. Eine Bank vermittelte schließlich Alexander eine alte Mühle am Fuße von Durbach.

Modernes Wunder

Als stolzer Besitzer der Mühle wurde es Alexander erst nach dem ersten Regenguss klar, wieso er sich die Mühle sich leisten konnte. Es sah eher nach dem Anfang vom Ende aus. Nun kommt die Gänsehaut Nummer: ein Mönch aus der Ecke Tübingen kam zu Besuch – die Freundschaft mit dem Vater währte schon viele Jahre. Nachdem er den Kummer von Alexander erfahren hatte, bot er spontan Hilfe an. Mit Geld können auch sie nicht nur zur Seite stehen – mit „manpower“ also „Manneskraft“. Ob Sie es glauben oder nicht, die Mönche halfen Alexander bei der Renovierung, und im Herbst konnte er seinen Wein in seinem eigenen – jetzt trockenen -  Keller ausbauen. Schon ein Jahr später wurde es belohnt, als Alexander den Titel „Entdeckung des Jahres“ im Gault Millau bekam, beziehungsweise ein Jahr später „Nachwuchswinzer des Jahres in Europa“ Artvinum.

Das Weingut steht heute prächtig da. Für Weinproben empfängt Sie dort Ehefrau Corinna. Die Rebflächen konnte Alexander auf mittlerweile 13 ha erweitern. Rund 50 % entfallen auf den Riesling. Da staune ich jedes Mal, wie sie über eine so eigene Stilistik verfügen. Die Säure wirkt immer gepuffert, die Weine sind sehr floral und sehr elegant. Probieren Sie nur seinen „Tausend Sterne“ – sensationell wie Frucht, florale Aromen mit Spannung und Tiefe aufeienader treffen. Ein weiteres Steckenpferd ist der Sauvignon Blanc und Chardonnay für Alexander. So hat er diese beiden Weine auch seinen Kindern „Louis“ und „Marie Sophie gewidmet.

Zu seinem 10jährigem Jubiläum bekam Alexander seinen ganz persönlichen Ritterschlag: er wurde mit dem Feinschmecker Award für die „beste Kollektion des Jahres“ ausgezeichnet! https://www.natalie-lumpp.de/weintipps/aktuellertipp/detailansicht/weingut-andreas-laible-weingut-alexander-laible/221aeff5ee0a8e30c5bebb6bca815fa5/?tx_ttnews[year]=2018&tx_ttnews[month]=03


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
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Wie Alama-Schmuck Massai Frauen in Tansania fördert

eine schöne wie gute Idee: Das europäische Label ALAMA verkauft fair produzierten Schmuck von Massai Frauen.

die Ketten Ringe und Armbänder entsprechen den Originalen, die von ihnen selbst getragen werden. Das verwendetet Leder und die Glassteine kommen aus dem Umland, das Plastik ist recycelt. Jede Frau, die für Alama arbeitet, verdient das Doppelte von dem, was sie bekäme, wenn sie ihren Schmuck im Alleingang auf Touristenmärkten von Tansania anbieten würde.

Schmuckstücke mit Charity-Charakter gibt es zuhauf. Während die einen Armbänder für den guten Zweck verkaufen, schmelzen die anderen für kleine Extrakollektionen ethisch korrektes Gold ein. Alama ist dagegen ein umfassenden Projekt. Auf diese Idee sind zwei Freundinnen während eines Tansania. Aufenthalts gekommen:

Elisabeta Tudor, Journalistin aus Frankreich, und Nini Gollong, Set- und Interiordesignerin aus Berlin. Ihre Markenphilosophie bezeichen sie treffend als "culture-to-wear".

Quelle: Vogue


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Anna Gedda, Sustainability Chefin bei H&M, glaubt, dass nachhaltig auch günstig sein kann.

Anna Gedda, 38, wurde in Nordschweden geboren, studierte Politik und Wirtschaft und arbeitete zunächst bei den UN und im schwedischen Finanzministerium. 2008 begann sie bei H&M. Heute leitet sie die Nachhaltigkeitsabteilung und ist Vorstandsmitglied von H&M. Sie gründete das Bündnis ACT, in dem sich Modekonzerne für bessere Produktionsbedingungen einsetzen.

Gegründet mit dem Ziel, Mode für alle zu  machen, und das zu niedrigen Preisen, stieg der schwedische Konzern H&M zum mächtigen Player der Branche auf. Mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz im Jahr: Wie steht es da wirklich um die Nachhaltigkeit? Anna Gedda, seit 2015 Head of Sustainability, über den schwierigen, aber notwendigen Prozess der Veränderung.

Bei H&M gibt es T-Shirts, die fünf Euro kosten - können Sie erklären, wie so ein Preis mit fairen Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Rohstoffen vereinbart ist?

Leider glauben Kunden oft, dass etwas, das billig ist, nicht nachhaltig sein kann. Wir versuchen, nachhaltige Produkte zu günstigen Preisen anzubieten. Die Kleidung ist nicht deshalb erschwinglich, weil sie weniger nachhaltig ist, sondern weil wir unsere eigenen Designteams haben. Wir haben keine Zwischenhändler, sondern verkaufen in unseren eigenen Stores, und wir transportieren alles mit dem Schiff oder dem Zug. Wahrscheinlich müssen die Textilien teurer sein, damit der Glaube an Nachhaltigkeit gestärkt wird.

Warum bietet ein so umsatzstarkes Unternehmen wie H&M nicht ausschließlich Produkte aus Biobaumwolle an?

Weil nicht genug organische Baumwolle angebaut wird, und damit gibt es zu wenig Lieferanten. Wir haben gemeinsam mit anderen Marken die Gruppe The Organic Cotton Accelerator gegründet, die erforscht, wie die Produktion von Biobaumwolle zu beschleunigen und zu steigern ist. Momentan gibt es zum Beispiel einfach zu viele Zwischenhändler, was dann auch dazu führt, dass die Rückverfolgung schwierig ist. Aber wir haben das Ziel gesetzt, bis 2020 dafür zu sorge, dass unsere Baumwollprodukte zu 100% nachhaltig sind.

Wie machen Sie sich ein Bild von den Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken, die für H&M produzieren?

In jedem Land, in dem wir Produktionsstätten haben, ist ein Team aus meiner Abteilung vor Ort. In Bangladesh etwa sind es 35 Leute. So sind wir in direktem Kontakt mit den Lieferanten, den Gewerkschaften, den Regierungen, statt Tausende Meilen entfernt in Stockholm auszuknobeln, was wir handeln.

Und trotzdem gibt es katastrophale Arbeitsbedingungen und schwere Unfälle, man denke nur an Rana Plaza, auch wenn H&M dort nicht produziert hat.

Das Problem ist, dass wir die Fabriken nicht kontrollieren, weil sie nicht uns gehören, wir lassen dort produzieren,, eben so wie andere Modemarken. Also müssen wir uns mit diesen zusammentun. Nur im Kollektiv kann man Forderungen stellen hinsichtlich der Löhne und der Sicherheit. Mittlerweile übernehmen wir als Käufer der Produkte teilweise direkt die Lohnzahlung an die Arbeitern statt lange mit den Lieferanten zu verhandeln.

Warum bekommen dann trotzdem nur 60% der Arbeiter den Mindestlohn?

Deswegen haben wir das Projekt Fair Living Wage ins Leben gerufen. Wir zum Beispiel reden mit Lieferanten über Preise, bei denen der Lohn bereits herausgerechnet wurde. Wenn der Lieferant den Preis senkt, dann auf seine eigenen Kosten.

Wäre es nicht einfacher zu sagen, wir bauen die Fabriken selbst und bezahlen die Arbeiter fair?

So funktioniert die Modeindustrie nicht. Wir kaufen ja auch keine eigenen Schiffe, um unsere Ware zu transportieren. Jede Marke arbeitet mit Lieferanten, und von diesen bekommt sie die Rohmaterialien. Wir wollen den Produktionskreislauf im Prinzip ja nicht durchbrechen, aber eben mit guten Lieferanten zusammenarbeiten. Das ist wichtig, damit sich die Industrie in diesen Ländern weiterentwickeln kann. In Bangladesh gibt es immer mehr hochqualifizierte Leute, die in den USA studiert haben und nun Fabriken im eigenen Land bauen. Nach neuen Standards. Es ist wichtig, dass wir sie dabei unterstützen.

Sie haben zwei Kinder. Wie erziehen Sie sie ökologisch bewusst?

Es ist andersherum: Sie erziehen uns. Mein kleiner Sohn saß letztens im Auto und fragte meinen Mann: "Papa, warum zerstörst du unseren Planeten? Warum fährst du kein Elektroauto?" Sie hatten gerade in der Schule den Klimawandel durchgenommen. Diese Kinder werden in 10 Jahren unsere Kunden sein. Gerade in Sachen Nachhaltigkeit werden sie wesentliche gebildeter sein und das auch von den Unternehmen einfordern.

Quelle: Vogue Business
Text: Marie Hein

 

 


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