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Anna Gedda, Sustainability Chefin bei H&M, glaubt, dass nachhaltig auch günstig sein kann.

Anna Gedda, 38, wurde in Nordschweden geboren, studierte Politik und Wirtschaft und arbeitete zunächst bei den UN und im schwedischen Finanzministerium. 2008 begann sie bei H&M. Heute leitet sie die Nachhaltigkeitsabteilung und ist Vorstandsmitglied von H&M. Sie gründete das Bündnis ACT, in dem sich Modekonzerne für bessere Produktionsbedingungen einsetzen.

Gegründet mit dem Ziel, Mode für alle zu  machen, und das zu niedrigen Preisen, stieg der schwedische Konzern H&M zum mächtigen Player der Branche auf. Mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz im Jahr: Wie steht es da wirklich um die Nachhaltigkeit? Anna Gedda, seit 2015 Head of Sustainability, über den schwierigen, aber notwendigen Prozess der Veränderung.

Bei H&M gibt es T-Shirts, die fünf Euro kosten - können Sie erklären, wie so ein Preis mit fairen Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Rohstoffen vereinbart ist?

Leider glauben Kunden oft, dass etwas, das billig ist, nicht nachhaltig sein kann. Wir versuchen, nachhaltige Produkte zu günstigen Preisen anzubieten. Die Kleidung ist nicht deshalb erschwinglich, weil sie weniger nachhaltig ist, sondern weil wir unsere eigenen Designteams haben. Wir haben keine Zwischenhändler, sondern verkaufen in unseren eigenen Stores, und wir transportieren alles mit dem Schiff oder dem Zug. Wahrscheinlich müssen die Textilien teurer sein, damit der Glaube an Nachhaltigkeit gestärkt wird.

Warum bietet ein so umsatzstarkes Unternehmen wie H&M nicht ausschließlich Produkte aus Biobaumwolle an?

Weil nicht genug organische Baumwolle angebaut wird, und damit gibt es zu wenig Lieferanten. Wir haben gemeinsam mit anderen Marken die Gruppe The Organic Cotton Accelerator gegründet, die erforscht, wie die Produktion von Biobaumwolle zu beschleunigen und zu steigern ist. Momentan gibt es zum Beispiel einfach zu viele Zwischenhändler, was dann auch dazu führt, dass die Rückverfolgung schwierig ist. Aber wir haben das Ziel gesetzt, bis 2020 dafür zu sorge, dass unsere Baumwollprodukte zu 100% nachhaltig sind.

Wie machen Sie sich ein Bild von den Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken, die für H&M produzieren?

In jedem Land, in dem wir Produktionsstätten haben, ist ein Team aus meiner Abteilung vor Ort. In Bangladesh etwa sind es 35 Leute. So sind wir in direktem Kontakt mit den Lieferanten, den Gewerkschaften, den Regierungen, statt Tausende Meilen entfernt in Stockholm auszuknobeln, was wir handeln.

Und trotzdem gibt es katastrophale Arbeitsbedingungen und schwere Unfälle, man denke nur an Rana Plaza, auch wenn H&M dort nicht produziert hat.

Das Problem ist, dass wir die Fabriken nicht kontrollieren, weil sie nicht uns gehören, wir lassen dort produzieren,, eben so wie andere Modemarken. Also müssen wir uns mit diesen zusammentun. Nur im Kollektiv kann man Forderungen stellen hinsichtlich der Löhne und der Sicherheit. Mittlerweile übernehmen wir als Käufer der Produkte teilweise direkt die Lohnzahlung an die Arbeitern statt lange mit den Lieferanten zu verhandeln.

Warum bekommen dann trotzdem nur 60% der Arbeiter den Mindestlohn?

Deswegen haben wir das Projekt Fair Living Wage ins Leben gerufen. Wir zum Beispiel reden mit Lieferanten über Preise, bei denen der Lohn bereits herausgerechnet wurde. Wenn der Lieferant den Preis senkt, dann auf seine eigenen Kosten.

Wäre es nicht einfacher zu sagen, wir bauen die Fabriken selbst und bezahlen die Arbeiter fair?

So funktioniert die Modeindustrie nicht. Wir kaufen ja auch keine eigenen Schiffe, um unsere Ware zu transportieren. Jede Marke arbeitet mit Lieferanten, und von diesen bekommt sie die Rohmaterialien. Wir wollen den Produktionskreislauf im Prinzip ja nicht durchbrechen, aber eben mit guten Lieferanten zusammenarbeiten. Das ist wichtig, damit sich die Industrie in diesen Ländern weiterentwickeln kann. In Bangladesh gibt es immer mehr hochqualifizierte Leute, die in den USA studiert haben und nun Fabriken im eigenen Land bauen. Nach neuen Standards. Es ist wichtig, dass wir sie dabei unterstützen.

Sie haben zwei Kinder. Wie erziehen Sie sie ökologisch bewusst?

Es ist andersherum: Sie erziehen uns. Mein kleiner Sohn saß letztens im Auto und fragte meinen Mann: "Papa, warum zerstörst du unseren Planeten? Warum fährst du kein Elektroauto?" Sie hatten gerade in der Schule den Klimawandel durchgenommen. Diese Kinder werden in 10 Jahren unsere Kunden sein. Gerade in Sachen Nachhaltigkeit werden sie wesentliche gebildeter sein und das auch von den Unternehmen einfordern.

Quelle: Vogue Business
Text: Marie Hein

 

 


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Jedes Jahr verschwenden in Deutschland Großverbraucher, Handel und wir Privathaushalte 11 Millionen Tonnen Lebensmittel. Vieles wäre vermeidbar – eine neue Website soll helfen, Lebensmittel besser zu wertschätzen.

Lebensmittelverschwendung ist ein reales Problem: Deutschland hat sich daher dem Ziel der Vereinten Nationen verpflichtet, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernte-Verlusten zu verringern.

 Das gelingt nur, wenn alle Betroffenen in allen Bereichen mitmachen – und wenn das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln wieder steigt.

Lebensmittel wertschätzen muss wieder erlernt werden

Utopia arbeitet mit Beiträgen aller Art schon seit fast zehn Jahren gegen Lebensmittelverschwendung an, jetzt bringt auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu diesem Thema eine Internet-Plattform auf den Weg.

Die neue Website liefert über 80 konkrete Verbesserungsideen für die gesamte Wertschöpfungskette in den Bereichen Produktion, Handel, Außer-Haus-Verpflegung und Gesellschaft, dabei gibt es Checklisten und Kalkulationstabellen ebenso wie Schulungsmaterial.

Zur Website: lebensmittelwertschaetzen.de

 Ob essbare Landschaften, innovative Produkte oder Initiativen und Organisationen gegen Verschwendung – die vorgestellten Aktivitäten zeigen, wie unterschiedlich man sich dem Thema „Lebensmittel wertschätzen“ widmen kann. Per Regionalfilter lässt sich außerdem herauskriegen, ob in der Nähe Projekte stattfinden, bei denen man mitwirken kann.

Quelle: Utopia.de

 

 

 


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64 Prozent der Deutschen nutzen Bonusprogramme, bei denen es lediglich darum geht, möglichst viele Produkte einzukaufen. Zwei Studenten aus Bonn haben dieses System umgedacht: die App „Wertewandel“ vergibt Bonuspunkte an Kunden, die nachhaltige Produkte kaufen

Gesünder, sozialer, besser für Pflanzen, Tiere und überhaupt für die ganze Welt – Gründe, Bio- oder Fairtradeprodukte zu kaufen, gibt es eigentlich schon genug. Die App „Wertewandel“ bietet mit ihrem Bonusprogramm einen neuen Anreiz und belohnt den Kauf von ökologischen Produkten und grünen Dienstleistungen.

Das Prinzip der App ist sehr simpel: Über eine Karte kann das nächste Geschäft, das Produkte der Wertewandel-Marktpartner führt, gefunden werden. Nach dem Einkauf muss nur noch der Kassenbon abfotografiert werden und dem Kunden werden seine Bonuspunkte gutgeschrieben

Aber was macht man nun mit diesen Punkten? Wie auch bei anderen Bonusprogrammen können diese in Form einer Prämie oder eines Einkaufgutscheins bei den Partnerunternehmen eingelöst werden. Und wer schon immer einmal etwas bewegen wollte, aber nicht genau wusste wie: Mit einem einzigen Klick können die Bonuspunkte, in Form einer Geldspende, an gemeinnützige Projekte übermittelt werden.
Zuletzt konnten außerdem acht weitere Handelsketten, unter anderem Denn's Biomarkt, Basic, Rossmann und Real als Partner aufgenommen werden. Damit gibt es deutschlandweit schon über 5.000 Geschäfte und Marken, die an dem nachhaltigen Bonusprogramm teilnehmen. Wertewandel arbeitet zudem mit über 50 Online-Shops zusammen. Das heißt: man kann auch beim Onlineshopping fleißig Punkte sammeln und einlösen.
 
Die App „Wertewandel“ ist kostenlos erhältlich, für Android im Google Play Store und für iOS im App Store.

Text: Xenia von Polier/Karina Nasaeva
Quelle: Enorm Magazin


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Öko-Bauern arbeiten ohne chemisch-synthetische Pestizide.
Sie fördern die Selbstregulationsmechanismen der Pflanzen und beugen mit geeigneten Kulturmaßnahmen Erkrankungen vor. Hierzu gehören eine angepasste Standort- und Sortenwahl, schonende Bodenbearbeitung, weite Fruchtfolgen,konsequente Pflanzenhygiene, gezielte Düngung und Förderung von Nützlingen. Dreh- und Angelpunkt jeder landwirtschaftlichen Nutzung im Öko-Landbau ist die Gesunderhaltung des Bodens -eine Pflanze kann nur auf einem gesunden Boden gesund heranwachsen. Als Saatgut verwenden Öko-Bauern gesundes und widerstandsfähiges Material. Wenn möglich wird - wie bei den Kartoffeln- das Saatgut vorgekeimt. So bekommt die Nutzpflanze ausreichend Vorsprung vor konkurrierenden Wildkräutern und Krankheiten wie die Krautfäule.

Ökologische Pflanzenschutzmittel
Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, greift auch der Öko-Bauer auf Pflanzenschutzmittel zurück.Dies sind natürlich vorkommende Stoffe auf naturstofflicher Basis wie Extrakte des Neem-Baumes oder auf mikrobieller Basis wie Pilzsporen.Besonders starker Krankheits- oder Schädlingsbefall kann dabei vereinzelt zu Ertragseinbußen führen.Diese natürliche Form des Pflanzenschutzes verursacht jedoch keine Rückstände in Lebensmitteln,schont die Umwelt und bewahrt die biologische Vielfalt.

Sonderfall Kupfer
Eine besondere Rolle nehmen Kupferpräparate im ökologischen und im konventionellen Landbau ein,die sehr wirksam gegen Pilzkrankheiten wie den falschen Mehltau,Schorf oder Krautfäule wirken. Im ökologischen Wein-, Hopfen- und Obstbau gibt es zurzeit keine geeignete Alternative. Kupfer ist für Mensch, Tier und Pflanze ein lebensnotwendiger Mikronährstoff, der in Mangelsituationen sogar gedüngt werden muss. Da sich das Metall nicht abbaut,besteht die Gefahr, dass es sich bei regelmäßiger Anwendung im Boden anlagert und in zu ohen Konzentrationen bestimmte Organismen schädigen kann.

Suche nach Alternativen
Seit über 15 Jahren arbeiten Bauern und Forscher daran, mit neuen Verfahren die benötigte Kupfermenge so weit zu reduzieren, dass sie dem Bedarf der Pflanze entspricht. Kupferanlagerungen können dann ausgeschlossen werden. Bei Hopfen und Kartoffeln deuten sich erste Erfolge an. Geforscht wird auch an Verbesserungen der Wirksamkeit und der Anwendungstechniken von Pflanzenstärkungsmitteln.Die Öko-Anbauverbände wie Naturland und Demeter begrenzen bereits heute die Aufwandsmenge auf 3 bzw. 4 kg bei Hopfen pro Hektar/Jahr, die EU-Öko-VO auf 6 kg/ha. In der konventionellen Landwirtschaft sind die drei bis vierfachen Mengen zulässig.

Was würde ein Verbot von Kupfer bedeuten?
Viele Öko-Betriebe könnten bestimmte ökologische Kulturen nicht mehr erzeugen. Es wäre fraglich, ob es dann beispielsweise Bier und Wein noch in ökologischer Qualität zu kaufen gäbe. Die betroffenen Betriebe würden wieder konventionell umstellen und dürften höhere Kupfermengen und alle zugelassenen chemisch-synthetischen Pestizide einsetzen.Dies hätte für den Öko-Landbau und unsere Umwelt dramatische Folgen.

Konventionelle Pflanzenschutzmittel
Die Chemischen Untersuchungsämter in Baden-Württemberg kamen für 2007 zu dem Ergebnis,dass konventionelles Gemüse 32-mal so stark und konventionelles Obst 6,5-mal so stark mit Pestiziden belastet sind wie Öko-Waren. Die Rückstände in den Öko-Lebensmitteln stammen i.d.R. ebenfalls aus der konventionellen Landwirtschaft. Auch die Grenzwerte für die chemisch-synthetischen Pestizide sind sehr umstritten: Allein 2006 kam es zu 188 Höchstwert-Anhebungen, im Schnitt um das 3-Fache! Seit September 2008 gilt für den krebsverdächtigen Wirkstoff "Boscalid" nicht mehr der Höchstwert von 0,01 mg/kg sondern von 40 mg/ kg und für den giftigen Stoff "Cyprodinil" statt 0,05 mg/kg nun 10 mg/kg.Fazit: Es gibt auch beim Pflanzenschutz heute keine Alternative zum Öko-Landbau. Die Öko-Bauern sind sich ihrer besonderen Verantwortung und des ihnen entgegengebrachten Vertrauens bewusst. Sie werden auch zukünftig daran arbeiten,gesunde Lebensmittel zu erzeugen und dabei die Umwelt nach bestem Wissen und technischem Stand zu schonen.

Quelle: Naturland – Verband für ökologischen Landbau e. V.

 

 


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