Beeinflusst VR unser Verhalten?

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Emotionen beeinflussen unser Handeln. Darüber sind sich Sozialwissenschaftler einig. Auch virtuelle Realitäten haben das Potenzial Gefühle bei uns zu wecken. Ob diese digitale Innovation uns auch dabei helfen kann, bewusst und nachhaltig zu handeln, hat die Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie BaWü in einem Selbstversuch getestet

Jeder von uns hat wahrscheinlich schon mal den Begriff VR oder Virtual Reality gehört. Eine nicht allzu neue digitale Erfindung, die dennoch erst seit drei Jahren ausgereift genug ist, um sie uns den Konsumenten, als Verkaufsbereit hinzustellen.

Wozu brauchen wir die virtuelle Realität?
Besonders bei Gamern erfreuen sich VR-Brillen wie die Oculus Rift oder die HTC Vive immer größerer Beliebtheit. Doch auch weltweit operierende Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen haben das Potenzial der virtuellen Realität für sich entdeckt. Die Vereinten Nationen verleihen mittlerweile Samsung VR-Brillen, im Rahmen ihrer Kampagne zu den Sustainable Development Goals. Die Albert Schweitzer Stiftung tourt mit ihrem iAnimal 360°-Erlebnis durch Deutschland, um für den Tierschutz zu werben. Ziel dabei ist es stets den Betrachter emotional wachzurütteln und so zum Handeln zu motivieren.

Ressourcenschonend durch die Welt reisen
Besonders verlockend scheint das Potenzial, weit entfernt liegende Orte unseres Planeten virtuell zu bereisen. Alles möglich, ohne auch nur einen Schritt vor die Tür zu setzen. Selbst die hohen CO2-Emissionen eines Fernstreckenflugs sparen wir uns auf diese Weise.

In unserem VR-Selbstversuch, haben wir uns ein kostengünstiges und ressourcenschonendes Cardboard zugelegt. Nach Installation einer entsprechenden App aus dem App-Store kann es losgehen. Wir schwimmen mit Haien und lernen dabei etwas über deren Anatomie. Wir schweben in den Baumwipfeln des Amazonas und überblicken von einem Baumriesen aus den dicht bewachsenen Dschungel. Tierlaute verleiten uns dazu unseren Kopf dort hinzudrehen, wo wir Geräusche wahrgenommen haben. Die 360°-Rundumsicht macht’s möglich. Beim Besuch eines griechischen Flüchtlingslagers fühlen wir uns als Teil des Geschehens und somit den betroffenen Menschen sehr nah.

Motion Sickness wie beim Achterbahnfahren
Nach 15 Minuten nehmen wir die Brille wieder ab. Angekommen in der Realität ist uns noch etwas schwindelig. Die sogenannte Motion Sickness scheint eine Begleiterscheinung der Technik zu sein. Doch wir sind begeistert. Begeistert über die Nähe zu den gesehenen Inhalten. Selbst gut gemachte Dokumentarfilme können da nicht mithalten. Wenn man bedenkt, dass wir mit dieser digitalen Technik noch relativ am Anfang stehen, fragen wir uns, ob sich das wahre Potenzial erst noch zukünftig zeigen wird.

Handeln wir jetzt nachhaltiger?
Eines ist klar: Die virtuelle Realität hat uns emotional bewegt. Entweder waren wir fasziniert oder geschockt von den gesehenen Bildern und der gefühlten Nähe zum Gesehenen. Das VR-Erlebnis ist auf jeden ein Anlass, um mit Freunden oder Familie über die wahrgenommenen Inhalte zu sprechen. Wichtige soziale und ökologische Themen können wir so wieder in unser Bewusstsein rücken. Doch ob daraus eine echte Verhaltensveränderung in der realen Realität resultiert, hängt letztendlich nicht von der Technik, sondern von jedem Einzelnen von uns ab.

Text und Foto: Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie BaWü

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