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FAIRE INFORMATION

1. FairBook „Weißbuch der Nachhaltigkeit“ für die TechnologieRegion Karlsruhe

 

Mit dem Fairbook - Weißbuch der Nachhaltigkeit wurde ein neuer und innovativer wissenschaftlicher Ansatz entwickelt, um Nachhaltigkeit erfassen, bewerten und vergleichen zu können. Dieses Instrumentarium ermöglicht die Erfassung, Bewertung und Vergleichbarkeit von Nationen, Regionen, Kommunen, Institutionen, Unternehmen wie auch einzelner Personen gleichermaßen. Damit wurde ein universell einsatzbares System für Nachhaltigkeit geschaffen. In einem zweiten Schritt durchlief das wissenschaftliche Modell einem ersten Praxistest. Als Grundlage dienten hierzu Grundlagen aus der TechnologieRegion Karlsruhe.

Beginn: Juni 2016

Ende: Juni 2018


Ideengeber und Koordinator des Projekts: Fairantwortung gAG Andrea Alexa Kuszák, Vorstand

Wissenschaftliches Konzept und Erstellung: Hochschule Karlsruhe – Technik und Wissenschaft Prof. Dr. Christoph Hupfer

Schirmherr: Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe Dr. Frank Mentrup


Wir danken allen Unterstützern, die dieses Projekt gefördert haben:

• BGV Badische Versicherungen
• BNI Region Südwest
• Edeka Südwest Fleisch
• KMK Karlsruher Messe- und Kongress GmbH
• KVV Karlsruher Verkehrsverbund
• PSD Bank Karlsruhe – Neustadt
• Sparkasse Karlsruhe
• Stadtwerke Ettlingen GmbH
• Stadtwerke Karlsruhe GmbH
• 4L Management GmbH

& den Kommunen der Technologieregion Karlsruhe

 

Präambel

Mit dem Weißbuch der Nachhaltigkeit wird erstmals ein wissenschaftliches Modell entwickelt, das Nachhaltigkeit erfassbar, messbar und vergleichbar macht – unabhängig vom untersuchten Gegenstand. Diese Bestandsaufnahme erfolgt auf wissenschaftlicher Basis unter Einbeziehung verschiedener handelnder Akteure der Region. Als Grundlage dient die von allen Staaten anerkannte Agenda 2030 der UNO mit ihren 17 Zielen. Damit sind die allgemeine Akzeptanz und die universelle Vergleichbarkeit der Untersuchung gewährleistet.


Akteure

Ideengeberin sowie Koordinatorin des Projektes ist die gemeinnützige Unternehmerinitiative Fairantwortung. Das wissenschaftliche Konzept und die Erstellung des Weißbuchs liegen in den Händen der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft. Die Schirmherrschaft hat Karlsruhes Oberbürgermeister übernommen und alle Gesellschafter der TechnologieRegion Karlsruhe unterstützen das Vorhaben. Partner aus der Wirtschaft fördern das Projekt.


Aufbau

Das Weißbuch besteht aus zwei Teilen, einer Makro- wie einer Mikroebene. Erstere analysiert und bildet die gesamte Region anhand der 17 Ziele der Agenda 2030 ab und bildet das daraus entwickelte Instrumentarium zur Erfassung und Bewertung von Nachhaltigkeit ab. Nach der wissenschaftlichenUntersuchung folgt ein deskriptiver Teil, in dem die konkreten Maßnahmen der handelnden Akteure in Sachen Nachhaltigkeit aufgelistet sind. Dadurch entsteht eine Dokumentation der bereits erfolgten Aktivitäten, die wiederum als Anregung zur Nachahmung dienen sollen.

 

Nutzen für die Region

Erstmals besteht die Möglichkeit, den Stand in Sachen Nachhaltigkeit in seiner Gesamtheit zu erfassen und zu ermitteln. Diese Ist-Analyse kann und soll der Auftakt sein, ausgewiesene Stärken weiter zu stärken und Schwächen gezielt zu beheben. Das Weißbuch ist somit der Auftakt, um sich permanent und vor allem gezielt und strukturiert mit diesem Thema zu beschäftigen. Und natürlich ist das Weißbuch ein wichtiges Instrument zur Positionierung des Standorts nach innen wie nach außen. Es zeigt den Menschen, in welcher innovativen und zukunftsgerichteten Region sie leben und arbeiten und fördert deren Bereitschaft, hier zu bleiben. Es ist ein Anreiz, für nicht hier lebende Menschen, hierher zu kommen. Das Weißbuch unterstützt damit die Wirtschaft bei der Suche nach Fachkräften.

Nutzen für die Partner

Für die Partner bietet sich die Gelegenheit, ihre Nachhaltigkeits-Maßnahmen systematisch anhand der Agenda 2030 erfassen zu lassen, sie zu analysieren und auf den Prüfstand zu stellen. Mit der Erfassung und Dokumentation der Nachhaltigkeits-Maßnahmen aller Akteure der Region entsteht zugleich ein Referenzmaß. Die Dokumentation dient zudem als Nachschlagewerk mit zahlreichen praktischen Tipps und Anregungen und steht den Partnern zur freien Verfügung. Somit erhält jeder Partner eine eigene Ist-Analyse, die sich beispielsweise in den Geschäftsbericht respektive den CSR-Bericht übernehmen lässt.

 

Das Weißbuch ist darüber hinaus ein gutes Marketinginstrument – intern wie extern. Mitarbeitern (aktuellen wie potenziellen) zeigt es, wie wichtig das Unternehmen dieses Thema nimmt und welche Anstrengungen unternommen werden

Fotos: Artis/Uli Deck


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apic.ai gewinnt das Latitude49-Stipendium

 

 

Der Wettbewerb um das Stipendium ist beendet, die mehrköpfige Jury hat das GewinnerTeam gekürt: apic.ai retten Bienen mit künstlicher Intelligenz. Das Start-up hat ein System

entwickelt, das Bienen beim Betreten und Verlassen ihrer Bienenstöcke visuell erfasst. Die Bilddaten werden mit neuronalen Netzen ausgewertet. Damit lässt sich erkennen, ob die

Bienen genug zu fressen finden, wie sich ihr Nahrungsangebot während eines Jahres verändert und wann die Bienen schwärmen. Zudem kann die Software gefährliche Parasiten

auf den Bienen erkennen und „den Imkern helfen, schnell und minimal-invasiv zu arbeiten“, so Gründerin Katharina Luise Schmidt, die die eigene Familientradition der Imkerei auf

moderne Weise fortführt. „Erhalt der biologischen Vielfalt“, so ambitioniert lautet das Ziel von Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiterin im Gründerlabor der Hochschule Karlsruhe,

und ihren Teammitgliedern Matthias Diehl, Promotionsstudent am Karlsruher Forschungszentrum Informatik und Frederic Jan Tausch, Informatikstudent am KIT.

 

Pitchtraining und Coaching – der Auswahlprozess

Insgesamt zogen sieben herausragende Teams in das Finale um das Latitude49-Stipendium ein. Noch vor dem eigentlichen Pitch wurden die Finalist*innen vom Kooperationspartner CyberForum e.V. darauf vorbereitet, sich der Öffentlichkeit vorzustellen und durften darüber hinaus an einer mehrstündigen Gründerberatung im Rahmen des EXI Gründungsgutscheins 2.0 teilnehmen. Projektleiterin Yella Hoepfner zeigte sich von der Themenvielfalt und dem Anspruch der eingereichten Projekte beeindruckt: „Gemeinsam ist den meisten, dass sie virtuelle Orte schaffen möchten, um Menschen zu verbinden, wie die Bewerber*innen von ato.black, oder Technologien entwickeln, die uns alle voranbringen, wie


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Unzählige Lebensmittel könnten verschwinden, wenn das Bienensterben weitergeht. Penny zeigt jetzt mit einer eindrucksvollen Aktion wie unsere Supermärkte ohne Bienen aussehen würden.

 

Die Discounterkette Penny hat eine Filiale in Hannover Langenhagen ziemlich leergeräumt. In dem Laden findet man fast kein Obst mehr, keinen Kakao, Senf und kaum mehr Kosmetikprodukte. Und auch viele verarbeitetet Lebensmittel hat der Discounter aus seinen Regalen geräumt – insgesamt über die Hälfte der 2.500 Artikel im Penny-Sortiment.

 

Mit der Aktion, die Penny zusammen mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (Nabu) und dem Umweltministerium umgesetzt hat, will Penny auf das weltweite Bienensterben aufmerksam machen – und welche Folgen der Verlust der Bienen für uns hat. Penny hat dazu gemeinsam mit dem Nabu alle Lebensmittel aus der Filiale geräumt, die es ohne die Bienen nicht mehr gäbe.

 

Warum sind Bienen so wichtig? Gemeinsam mit anderen Insekten bestäuben sie über 85 Prozent der Wild- und Kulturpflanzen weltweit und sorgen so dafür, dass Obst-, Gemüse und weitere Nahrungsmittel angebaut werden können.

 

Wenn die Bienen also verschwinden, dann verschwinden nicht nur viele Obstsorten, wie Äpfel, Pfirsiche oder Erdbeeren aus den Supermarktregalen, sondern auch Kakao und Kaffee, Senf, Raps- und Sonnenblumenöl, Gewürze und viele Lebensmittel, die diese Zutaten enthalten. Eine Bestäubung von Hand sei zwar bereits möglich und sogar rentabel, jedoch umso aufwendiger, wenn es keine Bienen mehr gäbe, sagt Till-David Schade vom Nabu, der die Aktion betreut.

 

Auch Produkte, die nicht offensichtlich von der Bestäubung der Biene abhängig sind, fallen aus dem Sortiment. So gäbe es ohne die Bienen kaum mehr Kosmetikartikel. In vielen Shampoos, Cremes und Duschgels sind Extrakte enthalten, die aus Pflanzen gewonnen werden. Und auch Baumwolle ist von der Bestäubung durch die Bienen abhängig – weswegen es keine Wattepads, Wattestäbchen oder Tampons mehr gäbe ohne die Bienen.

 

Süßigkeiten fallen ebenfalls aus dem Sortiment: Schokolade besteht zu großen Teilen aus Kakao, das ist offensichtlich. Aber auch Gummibärchen gäbe es nicht mehr, weil die häufig mit Bienenwachs überzogen sind. Das sorgt dafür, dass Fruchtgummis glänzen in der Packung nicht zusammenkleben.

 

Das bleibt im Penny-Sortiment: Ananas, Bananen und viel Gemüse

Geblieben sind Lebensmittel, die unabhängig von der Biene sind, weil sie von anderen Tierarten oder dem Wind bestäubt werden: Bananen beispielsweise werden von Fledermäusen, Vögeln und Spitzhörnchen bestäubt, Ananas von sehr kleinen Insektenarten.

 

Im Sortiment findet man außerdem noch immer Lebensmittel, die nur indirekt von der Bestäubung der Bienen abhängig sind. „Wir mussten irgendwo eine Grenze ziehen, sonst hätten wir den ganzen Laden leergeräumt“, sagt Schade. So findet man Gemüsesorten, wie Kartoffeln, Tomaten, Salat oder Paprika noch immer, weil hier nicht die Frucht sondern der Samen von der Bestäubung der Biene abhängig ist. Auf lange Sicht, würde es aber auch hier wahrscheinlich zu einem Engpass kommen.

 

Auch Milchprodukte sind noch im Sortiment enthalten, es sei denn sie enthalten Früchte, wie etwa Erdbeerjoghurt. Insgesamt müssten wir auf ein Drittel unserer Nahrungsmittel verzichten, wenn die Bienen aussterben würden.

 

Bereits in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Bienen drastisch gesunken: In den USA lag die jährliche Verlustrate von Honigbienen zwischen 2006 und 2017 bei durchschnittlich 30 Prozent, in Europa liegt sie kaum niedriger. Bei den Wildbienen sind von den etwa 550 vorkommenden Arten in Deutschland bereits über die Hälfte mindestens gefährdet, viele bereits ausgestorben.

 

Was sind die Gründe für das Bienensterben?

Die Gründe für das Bienensterben sind nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass mehrere Probleme zusammenkommen: Parasiten wie die Varroamilbe setzen vor allem der Honigbiene zu. Die Wildbienen, die hauptsächlich für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen verantwortlich sind, werden von verschiedenen Pestiziden bedroht und ihr Lebensraum sowie die Nahrungsvielfalt von landwirtschaftlichen Monokulturen stark eingeschränkt.

 

Dabei ist es gerade die Landwirtschaft, die auf die Nutztiere angewiesen ist. „Es ist paradox, dass vor allem die Landwirtschaft in hohem Maße von Insekten abhängig ist, […] – und zugleich als einer der Haupttreiber ihres Verlustes gilt“, erklärt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Nabu.

 

Immer mehr Supermärkte machen auf das Bienensterben aufmerksam

Penny ist nicht die erste Supermarktkette, die mit einer solchen Aktion auf das Bienensterben aufmerksam macht. Bereits 2014 entfernten die Mitarbeiter der US-Biosupermarktkette Whole Foods in einer Filiale im US-Bundesstaat Massachusetts sämtliche Produkte, die es ohne Bienen und andere Bestäuber nicht mehr geben würde.

 

Aktuell machen auch andere Supermarktketten mit dem Bienenthema auf sich aufmerksam: Aldi, Rewe, Edeka und Lidl werben mit  speziellen Produkten aus bienenfreundlichem Anbau oder verteilen Saatgut an ihre Kunden.

 

Utopia meint: Die Aktion von Penny ist wichtig, weil sie zeigt, was konkret passieren würde, wenn es keine Bienen mehr gäbe. Sie macht die schlimmen Folgen für Verbraucher sichtbar und so auf das Thema aufmerksam. Deshalb sind auch die Aktionen anderer Supermärkte wichtig und richtig. Sie sollten sich allerdings nicht darauf beschränken, Insektenhotels und Samentütchen für den Balkon zu verkaufen – sondern beispielsweise noch mehr Bio-Produkte in ihr Sortiment aufnehmen.

 

Dabei sind auch wir Verbraucher gefragt: Damit wir künftig weiter ein vielfältiges Angebot an Nahrungsmitteln in Supermärkten, auf Wochenmärkten und im Biomarkt finden, können wir beispielsweise konventionelle Lebensmittel meiden, die mit für Bienen schädlichen Pestiziden behandelt wurden

 

Text: Stefanie Jakob
Kategorien: Umweltschutz

Quelle: utopia


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Anna Gedda, Sustainability Chefin bei H&M, glaubt, dass nachhaltig auch günstig sein kann.

Anna Gedda, 38, wurde in Nordschweden geboren, studierte Politik und Wirtschaft und arbeitete zunächst bei den UN und im schwedischen Finanzministerium. 2008 begann sie bei H&M. Heute leitet sie die Nachhaltigkeitsabteilung und ist Vorstandsmitglied von H&M. Sie gründete das Bündnis ACT, in dem sich Modekonzerne für bessere Produktionsbedingungen einsetzen.

Gegründet mit dem Ziel, Mode für alle zu  machen, und das zu niedrigen Preisen, stieg der schwedische Konzern H&M zum mächtigen Player der Branche auf. Mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz im Jahr: Wie steht es da wirklich um die Nachhaltigkeit? Anna Gedda, seit 2015 Head of Sustainability, über den schwierigen, aber notwendigen Prozess der Veränderung.

Bei H&M gibt es T-Shirts, die fünf Euro kosten - können Sie erklären, wie so ein Preis mit fairen Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Rohstoffen vereinbart ist?

Leider glauben Kunden oft, dass etwas, das billig ist, nicht nachhaltig sein kann. Wir versuchen, nachhaltige Produkte zu günstigen Preisen anzubieten. Die Kleidung ist nicht deshalb erschwinglich, weil sie weniger nachhaltig ist, sondern weil wir unsere eigenen Designteams haben. Wir haben keine Zwischenhändler, sondern verkaufen in unseren eigenen Stores, und wir transportieren alles mit dem Schiff oder dem Zug. Wahrscheinlich müssen die Textilien teurer sein, damit der Glaube an Nachhaltigkeit gestärkt wird.

Warum bietet ein so umsatzstarkes Unternehmen wie H&M nicht ausschließlich Produkte aus Biobaumwolle an?

Weil nicht genug organische Baumwolle angebaut wird, und damit gibt es zu wenig Lieferanten. Wir haben gemeinsam mit anderen Marken die Gruppe The Organic Cotton Accelerator gegründet, die erforscht, wie die Produktion von Biobaumwolle zu beschleunigen und zu steigern ist. Momentan gibt es zum Beispiel einfach zu viele Zwischenhändler, was dann auch dazu führt, dass die Rückverfolgung schwierig ist. Aber wir haben das Ziel gesetzt, bis 2020 dafür zu sorge, dass unsere Baumwollprodukte zu 100% nachhaltig sind.

Wie machen Sie sich ein Bild von den Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken, die für H&M produzieren?

In jedem Land, in dem wir Produktionsstätten haben, ist ein Team aus meiner Abteilung vor Ort. In Bangladesh etwa sind es 35 Leute. So sind wir in direktem Kontakt mit den Lieferanten, den Gewerkschaften, den Regierungen, statt Tausende Meilen entfernt in Stockholm auszuknobeln, was wir handeln.

Und trotzdem gibt es katastrophale Arbeitsbedingungen und schwere Unfälle, man denke nur an Rana Plaza, auch wenn H&M dort nicht produziert hat.

Das Problem ist, dass wir die Fabriken nicht kontrollieren, weil sie nicht uns gehören, wir lassen dort produzieren,, eben so wie andere Modemarken. Also müssen wir uns mit diesen zusammentun. Nur im Kollektiv kann man Forderungen stellen hinsichtlich der Löhne und der Sicherheit. Mittlerweile übernehmen wir als Käufer der Produkte teilweise direkt die Lohnzahlung an die Arbeitern statt lange mit den Lieferanten zu verhandeln.

Warum bekommen dann trotzdem nur 60% der Arbeiter den Mindestlohn?

Deswegen haben wir das Projekt Fair Living Wage ins Leben gerufen. Wir zum Beispiel reden mit Lieferanten über Preise, bei denen der Lohn bereits herausgerechnet wurde. Wenn der Lieferant den Preis senkt, dann auf seine eigenen Kosten.

Wäre es nicht einfacher zu sagen, wir bauen die Fabriken selbst und bezahlen die Arbeiter fair?

So funktioniert die Modeindustrie nicht. Wir kaufen ja auch keine eigenen Schiffe, um unsere Ware zu transportieren. Jede Marke arbeitet mit Lieferanten, und von diesen bekommt sie die Rohmaterialien. Wir wollen den Produktionskreislauf im Prinzip ja nicht durchbrechen, aber eben mit guten Lieferanten zusammenarbeiten. Das ist wichtig, damit sich die Industrie in diesen Ländern weiterentwickeln kann. In Bangladesh gibt es immer mehr hochqualifizierte Leute, die in den USA studiert haben und nun Fabriken im eigenen Land bauen. Nach neuen Standards. Es ist wichtig, dass wir sie dabei unterstützen.

Sie haben zwei Kinder. Wie erziehen Sie sie ökologisch bewusst?

Es ist andersherum: Sie erziehen uns. Mein kleiner Sohn saß letztens im Auto und fragte meinen Mann: "Papa, warum zerstörst du unseren Planeten? Warum fährst du kein Elektroauto?" Sie hatten gerade in der Schule den Klimawandel durchgenommen. Diese Kinder werden in 10 Jahren unsere Kunden sein. Gerade in Sachen Nachhaltigkeit werden sie wesentliche gebildeter sein und das auch von den Unternehmen einfordern.

Quelle: Vogue Business
Text: Marie Hein

 

 


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Wasser ist elementar für das Leben. Und obwohl unser Planet theoretisch immer genug Wasser bereithält, ist das Trinkwasser vielerorts knapp – man spricht von einer globalen Wasserkrise. Zum Weltwassertag veröffentlichen die Vereinten Nationen einen Bericht, der die aktuelle Lage der Wasserkrise beschreibt und neue Lösungsansätze vorschlägt

 

Wenn wir unseren Planeten aus dem All betrachten, ist er vor allem blau – zu ganzen 70 Prozent ist unsere Erde mit Wasser bedeckt. Und trotzdem ist die Wasserknappheit eines der dringendsten Probleme unserer Zeit. Wie schlimm es wirklich aussieht und welche Lösungen für das Problem die besten sind, steht im neuen Weltwasserbericht der Vereinten Nationen.

 

Problem Wasserknappheit

 

Denn trotz der riesigen Wassermengen sind nur etwa drei Prozent davon trinkbares Süßwasser – und davon ist wiederum nur ein kleiner Teil überhaupt für Menschen erreichbar. Dennoch wäre prinzipiell genug Wasser für die gesamte Menschheit vorhanden. Eine ungleiche Verteilung und eine verstärkte Nachfrage führen jedoch zu einer globalen Wasserkrise.

 

So ist laut dem UNESCO Weltwasserbericht 2018 knapp die Hälfte der Weltbevölkerung von einem Wassermangel bedroht. Über dreieinhalb Milliarden Menschen leben in Regionen, in denen mindestens einen Monat im Jahr Wasserknappheit herrscht – Tendenz steigend. Wir haben es im Vergleich sehr gut: Deutschland gehört zu einem der wasserreichsten Länder der Welt – hier verbraucht jeder Mensch etwa 120 Liter Wasser pro Tag. Ganz anders sieht es aktuell in Kapstadt aus: Hier wird Wasser wegen einer Dürre zur Zeit nur kontrolliert an die Bevölkerung ausgegeben.

Warum gibt es Wassermangel?

 

Laut UNESCO sind die Gründe für den Wassermangel vielfältig. Zunächst einmal spielt das Bevölkerungswachstum eine große Rolle: Die Weltbevölkerung ist in den letzten 200 Jahren von einer auf mehr als sieben Milliarden Menschen gewachsen – und auch, wenn das Wachstum etwas langsamer wird, kommen jedes Jahr etwa 83 Millionen Menschen dazu. Da ist es kein Wunder, dass in manchen Regionen das Wasser knapp wird. Eine weitere Ursache für die Wasserkrise ist das gestiegene Konsumverhalten der Menschen – denn nicht nur die morgendliche Dusche und der Geschirrspüler sorgen für Wasserverbrauch, sondern auch und vor allem Konsumgüter. So verbrauchen wir durch das sogenannte „virtuelle Wasser“ täglich im Schnitt über 5000 Liter Wasser – zum Beispiel durch den Konsum von landwirtschaftlichen Produkten, die hohe Mengen an Wasser zur Herstellung benötigen. Die globale Nachfrage nach Wasser steigt laut UN pro Jahr um etwa ein Prozent. Zu guter Letzt bestärkt natürlich auch der Klimawandel und das damit veränderte Wetter die Wasserknappheit: feuchte Regionen werden noch feuchter und trockene immer trockener.

 

Das alles hängt natürlich irgendwie zusammen und ist auf das Verhalten der Menschen zurückzuführen. Die oben genannten Gründe tragen auch zur Zerstörung der natürlichen Ökosysteme bei – welche eine und vielleicht die wichtigste Ursache für die Wasserkrise ist. Der Großteil von Wäldern und Böden ist durch menschliche Nutzung geschädigt und die natürlichen Feuchtgebiete, die ein grundlegender Teil des Wasserkreislaufs sind, sind in den letzten 100 Jahren bis zu 70 Prozent zerstört worden. Die Folgen: Mehr Wasser verdunstet und weniger kann in den Böden gespeichert werden. So entstehen vielerorts – wie gerade in Südafrika – Dürren und die dortige Bevölkerung leidet unter dem Wassermangel.

 

Neben dem Problem der Wasserverfügbarkeit ist natürlich auch die Qualität des Wassers in vielen Regionen ein großes Thema: Wasserverschmutzung ist gerade in den Flüssen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas ein wachsendes Problem. Chemikalien, Krankheitserreger und Schadstoffe im Wasser werden durch steigende Bevölkerungszahlen und schlechte Abwassersysteme verursacht und stellen eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit dar.

 

UNESCO Weltwasserbericht 2018

 

Die UNESCO stellt jährlich anlässlich des Weltwassertages den Weltwasserbericht vor, in dem von dem World Water Assessment Programm weltweit verlässliche Daten zu den Wasserressourcen zusammengeführt werden. Die Ergebnisse diesen Jahres prognostizieren keine gute Zukunft für unsere Wasserverteilung: So sollen 2050 schätzungsweise fast sechs Milliarden Menschen von Wasserknappheit bedroht sein – nahezu doppelt so viele wie heute schon. Der Weltwasserbericht stellt aber auch Lösungen vor, die der Krise entgegenwirken können: die sogenannten naturbasierten Lösungen.

 

Naturbasierte Lösungen: Was ist das?

 

Der UN-Weltwasserbericht setzt 2018 zur Verbesserung der Wasserversorgung und Wasserqualität unserer Welt auf naturbasierte Lösungen. Solche Ansätze seien – so die Autoren – bis heute bei einer Lösungsfindung meist außer Acht gelassen worden, aber könnten eine wichtige Rolle für die Zukunft unserer Welt spielen.

 

Naturbasierte Lösungen – damit gemeint sind konkrete Reformen der Wasserwirtschaft, die auf natürliche oder naturähnliche Prozesse setzen sowie natürliche Maßnahmen zum Schutz des Wasserkreislaufes. Was kann das sein?

Die UN spricht in ihrem Bericht von Wiederaufforstung und auch der Begrünung von Städten. Darüber hinaus schlagen die Autoren des Berichts die Errichtung von künstlichen Feuchtgebieten und Wasserrückhaltebecken vor, die das Grundwasser anreichern sollen. Und auch die Landwirtschaft muss laut Wasserbericht stärker auf Nachhaltigkeit setzen. Dafür müsste mehr auf Pestizide verzichtet, Wasser effizienter genutzt und die Bodenbedeckung verbessert werden. Durch umweltfreundlichere Verfahren in der Wasserbewirtschaftung könnte sich die landwirtschaftliche Produktion so laut dem Bericht weltweit um etwa 20 Prozent erhöhen.

 

Die naturbasierten Lösungen sollen laut Weltwasserbericht auch die Folgen von Naturkatastrophen mindern – etwa, indem ein künstlich errichtetes Feuchtgebiet als natürliche Barriere bei einer Überschwemmung dient. Obwohl die naturbasierten Lösungen viele Vorteile haben, fallen heute auf diese laut den Autoren des Berichts nur weniger als ein Prozent der gesamten Investitionen der Wasserbewirtschaftungs-Infrastruktur.

 

Quelle: Enorm-Magazin

Text: Merle Xenia Hansen

Wasserkrise: diese Organisationen und Unternehmen helfen

 

Um das Problem der Wasserknappheit zu bekämpfen, muss sich also vor allem die Wasserbewirtschaftung hin zu natürlicheren Prozessen entwickeln. Die Folgen des Wassermangels, die heute in vielen Ländern der Welt zu spüren sind, werden jedoch auch mit diesen Lösungen nicht sofort verschwinden. Zum Glück gibt es viele Organisationen und Unternehmen, die mit vielfältigen Projekten Menschen in Not helfen.

 

Viele größere NGOs setzen gleich mehrere Wasserprojekte um – dazu gehören unter anderem Unicef, Brot für die Welt oder Ingenieure ohne Grenzen. Aber auch kleinere Organisationen und Unternehmen kämpfen für eine bessere Wasserversorgung und -qualität.

 

Viva Con Agua

 

Der gemeinnützige Verein setzt sich für einen Zugang zu sauberem Trinkwasser ein – überall auf der Welt. Dafür fördert die entwicklungspolitische Non-Profit-Organisation seit 2006 Wasserprojekte rund um den Globus.

 

Stop the Water while using me

 

Dieses Unternehmen setzt sich gleich doppelt für das Wasser ein: zum einen, indem es mit seinen Produkten von „Stop the Water while using me“ (zum Beispiel Handseife oder Zahnpasta) direkt zum Wassersparen anregt und zum anderen, indem von dem Erlös mit der Initiative „Good Water Projects“ innovative und nachhaltige Projekte rund um das Thema Wasser finanziert werden.

 

Das WASH-Netzwerk

 

Das Netzwerk WASH wurde 2012 von mehreren deutschen NGOs aus den Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe gegründet. Das Netzwerk veranstaltet zum Beispiel Aktionstage rund um die Themen Wasser- und Sanitärversorgung sowie Hygiene.

 

Arche Nova

 

Die Dresdner Initiative ist eine alteingesessene gemeinnützige Hilfsorganisationen, die weltweit Menschen in Not hilft und dabei den Fokus auf die Versorgung mit sauberem Wasser legt.

 

Drip by Drip

 

Diese Non-Profit Organisation setzt sich für Wasserprojekte in Ländern ein, die mit den Konsequenzen der globalen Textilindustrie zu kämpfen haben – denn die Herstellung von Kleidung verbraucht Unmengen an Wasser. Dafür setzt Drip by Drip mehrere Projekte um: zum Beispiel den Aufbau von Abwassersystemen oder neue Lösungen für eine wasserschonendere Textilindustrie.

 

Auch viele Start-ups beschäftigen sich heute mit dem Problem der Wasserknappheit und begeistern mit innovativen Lösungen, um den Wasserverbrauch zu reduzieren. So will Blue Ben beispielsweise wassersparende Mode produzieren, indem es einen kompostierbaren Sweater entwickelt hat, der in der Fertigung 90 Prozent weniger Wasser verbraucht als herkömmlicherweise. Showerloop hat eine Dusche erfunden, die das Wasser recycelt und so nur zehn Liter verbraucht. Eine andere Idee kommt aus Südamerika und sorgt dafür, dass beim Duschen bis zu 40 Liter Wasser eingespart werden können. Wiederum andere Vorreiter entwickelten ein Buch, das Wasser reinigen kann. Diese und viele weitere Unternehmen und Organisationen geben am Weltwassertag Hoffnung auf eine bessere (nassere) Zukunft.

 

Übrigens: Es gibt viele einfache Möglichkeiten, um den eigenen Wasserverbrauch herunterzufahren. Zum Beispiel das Wasser abzustellen, während man sich die Haare wäscht oder Geschirr nicht abzuspülen, bevor es in den Geschirrspüler kommt. Grundsätzlich gilt aber: Der eigene Wasserverbrauch hierzulande ist nicht so relevant wie der des „virtuellen Wassers“, welches wir durch unseren Konsum verbrauchen. Denn das wird in den Regionen verbraucht, wo Wasser knapp ist – zum Beispiel durch die Produktion von Kleidung oder Fleisch (und leider auch Avocados).


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