Gefiltert nach Kategorie Kolumne – Natalie Lumpp Filter zurücksetzen

Avatar of Natalie Lumpp

Die limitierte Zeit macht den Spargel natürlich immer wieder besonders attraktiv! Und mit den neuen Rezepten bekomme ich wahrlich Heißhunger auf das königliche Gemüse! Eigentlich empfinde ich mich als alles andere wie einfallslos, aber zu den Spargeln lautet meine Empfehlung: der Klassiker - Silvaner. Beziehungsweise auch einen sehr knackigen Weissburgunder, der vor allem zu den grünen Spargeln exzellent passt! Der 2013er Weißer Burgunder (ist im übrigen Jacke wie Hose ob es Weißburgunder oder Weißer Burgunder heißt) vom Weingut Porzelt aus Klingenmünster kommt sehr spritzig, frisch und knackig daher - und er animiert regelrecht zum weitertrinken, wie auch zum essen!

Das tolle, dass er so sauber und klar ist, mineralisch und mit einem fruchtigen Nachhall - fast wie Brause(natürlich positiv gemeint!)Für die unkomplizierten Spargelgerichte (Flammkuchen oder French Toast) empfinde ich den 2013er Silvaner als den perfekten Begleiter. Er zeigt den typischen Silvanerduft - kernig und nußig und macht Spaß zum trinken. Trotz leichtem Alkoholgehalt bleibt er lang und intensiv und wirkt gaumenfüllend. Noch prägnanter im Duft zeigt sich der 2012er Gleiszeller Silvaner "Muschelkalk". Unglaublich würzig, man riecht regelrecht das "terroir", also er wirkt weniger fruchtig und gefällig, als vielmehr markant, etwas rauchig, und er imponiert beim Trinken, mit seinem so intensiven Geschmack und noch seinem langen Nachhall. Sie können selbstverständlich auch erst mit dem 2013er Silvaner starten und dann mit dem 2012er Muschelkalk steigern: dann spüren Sie die Unterschiede auch noch deutlicher.Die drei Weine spiegeln auch so richtig den Charakter des Weinguts wieder. Porzelt ist ein wunderbar solides und sehr freundliches Familienweingut. Andreas Porzelt gehört eher zu den stillen Vertretern, der leise und kontinuierlich an Qualitäten feilt. Auf keinen Fall will er belanglose Weine erzeugen, davon können Sie sich mit dem Weinpaket auch sofort überzeugen! Immer wieder begeistert bin ich ja, dass es in der Südpfalz ein so großes Angebot an sensationell guten Weinen von teilweise noch nicht ganz so bekannten Weingütern gibt!Klingenmünster ist das beste Beispiel.


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
Avatar of Natalie Lumpp

Zart wie Feder

Die größte Faszination übt auf mich immer wieder die unglaubliche Vielfalt der Champagner aus. Von spritzig über kraftvoll – üppig hin zu süßen Champagnern, können Sie das gesamte Spektrum genießen. Wenn Sie nun einen richtig feinen, schlanken, fast zartgliedrigen Champagner suchen, müssen Sie den „Cuvée Camille“ von Champagne Vazart-Coquart probieren! In leuchtendem Gold versprüht er einen feinen frischen Duft ganz und gar an Orangenschalen, Kumquats und Mandarinen erinnernd. Es gesellen sich auch Aromen von Honig und die ganz typischen Champagner „Göraromen“ – wie ein Brioche dazu. Mit seiner lebendigen Säure bleibt er ganz schlank am Gaumen, behält die Zitrusfrüchte und wirkt sehr gut balanciert.Am liebsten würde ich mit diesem Champagner das Wochenende oder den Sonntagmorgen einläuten. So ein Gläschen versprüht regelrecht Sonne! Den Rest können Sie auch am Abend austrinken…

 


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
Avatar of Natalie Lumpp

Laible hoch zwei!


Gleich das Wichtigste vorneweg – ein Abstecher in das zauberhafte Durbach lohnt sich immer! Mit ziemlicher Sicherheit werden Sie dort auch auf einen „Laible Wein“ stoßen. Früher kamen sie von Winzerurgestein Andreas Laible. „Der Kardinal des Rieslings“ wäre eine passende Bezeichnung für Andreas Laible gewesen. Er pflegt alleine 32 verschiedene Rieslingklone, die alle separat ausgebaut werden! Ich habe auch schon gehört, dass er im Herbst seine Matratze im Keller aufgeschlagen hatte, weil ein Wein nicht anfangen wollte zu gären! Mindestens genauso motiviert und ehrgeizig sind die beiden Söhne Andreas und Alexander. Beide haben Weinbau studiert – und sie gehören beide zu den besten Winzern in Deutschland.

Aber der Reihe nach – während der ältere Sohn Andreas nach klassischer Manier 2013 den elterlichen Betrieb mitten in Durbach übernahm, hatte sich der jüngere Sohn Alexander schon 2007 entschlossen, sein eigenes Weingut zu gründen. Wenn Sie also eine Flasche „Laible“ in den Händen halten, lohnt es sich genauer hinzuschauen, ob es sich um „Andreas oder „Alexander“ handelt. Jeder von Ihnen trägt eine ganz eigene Handschrift bei der Stilistik seiner Weine.

Andreas Laible

Mit 42 Jahren kann man ihn sicherlich noch als jung bezeichnen. Ganz anders verhält es sich, wenn es um seine Erfahrungen geht. Nachdem er seine Ausbildung zum Winzer in namhaften badischen Betrieben absolviert hatte, folgte eine ein sehr prägendes halbes Jahr im berühmten österreichischen Weingut Bründlmayer. Es schlossen sich zwei weitere Jahre an der Staatlichen Lehr – und Versuchsanstalt in Weinsberg mit Abschluss als „Weinbautechniker“ an. Dann war es für Andreas klar – seinen Weg würde er zu Hause beschreiten. Seit 1999 ist er wieder im elterlichen Weingut, und er schaffte es mit feiner Sorgfalt seine Vorstellungen vom Weinausbau einzubringen. Neben einem so starken und erfolgreichen (und noch jungen) Vater keine ganz leichte Aufgabe. Ohne Zweifel haben sie es miteinander hervorragend hinbekommen, sodass Andreas Laible sen. 2013 zu seinem 65. Geburtstag den Betrieb souverän an seinen Sohn übergab. 

Kardinal des Rieslings

Berühmt sind sie für ausgezeichneten Weißwein – ganz vorneweg natürlich der Riesling. Wenn es um die besten Rieslinge Badens geht, werden „Achat“, „Steinrassel“ und „Alte Reben“ nicht fehlen. Daneben hat sich das Weingut über viele Jahre auch einen großen Namen mit seinen ganz außergewöhnlichen Bukettweinen wie Scheurebe, Clevner und Gewürztraminer gemacht. Mit Restsüße ausgebaut bestechen sie mit ihrer wunderbaren Fruchtigkeit und vor allem Finesse. Keinen Augenblick hat man das Gefühl, dass die Weine plump oder sättigend wirken. Für solche Qualitäten muss man weit laufen… Etwas verändert zu früher haben sich der Chardonnay und Spätburgunder. Andreas Jun. wusste von Anfang an, dass sie etwas Holz brauchen, um sich noch vielschichtiger zu präsentieren. Die Burgunderweine – auch der Graue Burgunder gehört dazu – imponieren vor allem mit ihrer Mineralität!

Wer Andreas Laible kennt, weiß dass es für ihn – und seine Familie keinen Stilstand gibt. In den vergangen Jahren haben sie mit viel Geld und enormen Mühen Rebberge mit noch besserem Pflanzmaterial erneuert. Da ihre knapp 8 ha Reben fast ausschließlich in Steillagen liegen (ab 30 % spricht man von Steillagen – Andreas Laible hat teilweise das Doppelte!), bedeutet es einen extrem höheren Aufwand als in einer flachen Lage. Nun gehen die Gedanken von Andreas und seiner patenten Frau Petra in Richtung bauliche Veränderungen. Der Keller soll optimiert werden – und eine Vinothek sollen noch folgen. Es bleibt also spannend!

Alexander Laible

Einen ganz ähnlichen Weg schlug anfangs der 31 jährige Alexander ein. Er absolvierte seine Winzerausbildung bei den gleichen Betrieben wie schon sein Bruder, und auch der „Weinbautechniker“ in Weinsberg folgte mühelos. Im Gegensatz zu seinem Bruder zog es ihn aber schon jung in die Welt. Zwei großartige Jahre verbrachte in dem hervorragenden Rieslingweingut Albert Kallfelz an der Mosel. Es hätte dort die Zukunft sein können, wäre nicht Ehefrau Corinna mit Leib und Seele Badenerin – und somit tief mit der Region verwurzelt. So schaute Alexander schon bald nach seiner Rückkehr nach eigenen Reben. Das Schicksal meinte es gut mit ihm – 2007 wollte sein Großcousin Eugen Schlindwein seine Weinberge in Sinzheim bei Baden-Baden aufgeben. So schnell war der Anfang gemacht, aber es fehlte ein passender Keller. Das sollte sich als nicht so einfach erweisen – mit gerade mal 28 Jahren ein fast unmögliches Unternehmen. Eine Bank vermittelte schließlich Alexander eine alte Mühle am Fuße von Durbach.

Modernes Wunder

Als stolzer Besitzer der Mühle wurde es Alexander erst nach dem ersten Regenguss klar, wieso er sich die Mühle sich leisten konnte. Es sah eher nach dem Anfang vom Ende aus. Nun kommt die Gänsehaut Nummer: ein Mönch aus der Ecke Tübingen kam zu Besuch – die Freundschaft mit dem Vater währte schon viele Jahre. Nachdem er den Kummer von Alexander erfahren hatte, bot er spontan Hilfe an. Mit Geld können auch sie nicht nur zur Seite stehen – mit „manpower“ also „Manneskraft“. Ob Sie es glauben oder nicht, die Mönche halfen Alexander bei der Renovierung, und im Herbst konnte er seinen Wein in seinem eigenen – jetzt trockenen -  Keller ausbauen. Schon ein Jahr später wurde es belohnt, als Alexander den Titel „Entdeckung des Jahres“ im Gault Millau bekam, beziehungsweise ein Jahr später „Nachwuchswinzer des Jahres in Europa“ Artvinum.

Das Weingut steht heute prächtig da. Für Weinproben empfängt Sie dort Ehefrau Corinna. Die Rebflächen konnte Alexander auf mittlerweile 13 ha erweitern. Rund 50 % entfallen auf den Riesling. Da staune ich jedes Mal, wie sie über eine so eigene Stilistik verfügen. Die Säure wirkt immer gepuffert, die Weine sind sehr floral und sehr elegant. Probieren Sie nur seinen „Tausend Sterne“ – sensationell wie Frucht, florale Aromen mit Spannung und Tiefe aufeienader treffen. Ein weiteres Steckenpferd ist der Sauvignon Blanc und Chardonnay für Alexander. So hat er diese beiden Weine auch seinen Kindern „Louis“ und „Marie Sophie gewidmet.

Zu seinem 10jährigem Jubiläum bekam Alexander seinen ganz persönlichen Ritterschlag: er wurde mit dem Feinschmecker Award für die „beste Kollektion des Jahres“ ausgezeichnet! https://www.natalie-lumpp.de/weintipps/aktuellertipp/detailansicht/weingut-andreas-laible-weingut-alexander-laible/221aeff5ee0a8e30c5bebb6bca815fa5/?tx_ttnews[year]=2018&tx_ttnews[month]=03


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
Avatar of Natalie Lumpp

Weinfreaks

An den fränkischen Weinen begeistert mich immer wieder, dass sie so eine ganz eigene Stilistik haben! Die „Trias Böden“ – Keuper, Bundsandstein und Muschelkalk verleihen den Weinen immer einen speziellen floralen Charakter, die Säure im Wein wirkt eher basisch (also nicht so knackig-spitz) und das Terroir – der Boden ist besonders schmeckbar. Eine Zeitlang entsprach es nicht dem „mainstream“ Geschmack, aber heute wissen es die Weingenießer wieder umso mehr zu schätzen.   
Ein super Beispiel für den beschriebenen Weinstil ist der 2012er Weissburgunder Kabinett trocken aus dem Weingut Max Müller I. in Volkach – der in kräftigem Gold-gelb leuchtende Wein zeigt schon den typischen floralen Duft und den markanten – mineralischen Terroir Charakter. Je länger der Wein im Glas ist, desto mehr duftet er nach Orangenblüten. Am Gaumen hat er eine so klare Struktur, erinnert an Veilchen, er trinkt sich saftig  - und ist kraftvoll. Für mich wirkt er im wahrsten Sinne des Wortes klassisch. Müllers können aber auch ganz anders, so haben sie beispielsweise auch einen „Main Stoff“ oder „Lump 64“… Eine wahre Fruchtbombe ist nämlich ihr 2012er Bacchus Kabinett. Diese erfolgreiche Neuzüchtung treffen Sie neben Silvaner noch häufig in Franken an. Der golden leuchtende Wein duftet fast wie Brause – bitte positiv zu verstehen. Himbeerbonbons, Pfirsich und wiederum florale Aromen verführen im Duft. Geschmacklich bleibt er sehr gelbfleischig und fruchtig, und er ist mit seinen 11 % Volumenprozent ein wahres Leichtgewicht. Ob es wirklich der „Mädelswein“ ist, wie Müller sagt – das sei dahin gestellt – ich bin sicher, dass er auch eine männliche Fangemeinde findet, und zur Rotkohlpfanne mit Aprikosen – hmmh!


Franken ist nicht so ganz berühmt für seine Rotweine, aber eine Spezialität haben sie: Domina! Aber es gibt auch einige exzellente Spätburgunder. Der 2012er Spätlese trocken zeigt sich dunkelrot und hat einen reichen Duft wie an dunkle Beeren und dunkle Schokolade erinnernd. Im Mund spüren Sie, dass er noch jung ist, er wirkt sehr frisch, etwas fleischig und im Nachhall zeigt er Blaubeeren ohne Ende! 

Das Weingut Max Müller I. 
klingt schon irgendwie anders, sich selber sehen sie als Weinfreaks. Dem kann ich nichts hinzufügen, die beiden Söhne Toni und Christian sind genauso weinbegeistert wie ihre Eltern Moni und Rainer und Schwester Michi. Im Einklang mit dem wunderschönen alten Gemäuer haben sie um eine elegante Vinothek erweitert.


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
Avatar of Natalie Lumpp

pfele - so schmackhaft

Mittlerweile begegnen sie einem überall, wo es gute Qualitäten gibt: die Fruchtsäfte der Firma van Nahmen. Die sind wirklich der mega Hammer! Apfelsorten wie Jonagold, Sternrenette, Kaiser Wilhelm, Elstar, Boskop, Rubinette oder einfach Apfel von Streuobstwiesen werden alle separat ausgebaut und abgefüllt. Letztere beide sind gerade meine Favoriten – und ich empfehle Ihnen, sie zu probieren. Zu den herrlichen Apfelrezepten passen sie wirklich wunderbar!

Aber auch der feinherbe Apfelcidre mit 4 % Alkohol. Er riecht schon wie frisch aufgeschnittene Äpfele, wirkt sehr ehrlich, also nicht irgendwie grün und aufgesetzt, eher an etwas Zimt erinnernd. Mit seiner feinen Süße wirkt er auch nicht säuerlich, sondern leicht, erfrischend – und einfach köstlich! Mein Eindruck ist, dass Cidre gerade in Deutschland sich immer größerer Beliebtheit erfreut. In Nordspanien (Sidra) und Nordfrankreich werden Sie gar nicht umhin kommen, Cidre zu trinken. In Frankreich bekommen Sie in aller Regel den Cidre in zwei Varianten: „doux“, also süß und meist mit nur 2 % Alkohol oder „brut“- ganz trocken und herzhaft ausgebaut mit 4-5 % Alkohol. In England bekommt man in fast jeder Bar den Cider, aber Vorsicht, dort hat er meist zwischen 5 und 8 %.

Nun ist Cidre bei uns nicht neu, so kennt man ihn beispielsweise in Hessen als Ebbelwoi oder im Saarland oder Rheinland-Pfalz als Viez. Aber so fein und elegant war man die Apfelweine nicht immer gewohnt. Kein Wunder, ist van Nahmen mit seinem Cidre und Säften in fast jedem namhaften Restaurant gelistet. Wobei das Sortiment auch Traubensäfte wie Dornfelder oder Riesling umfasst – oder Stachelbeere, Johannisbeere, Rhabarber, wilde Pflaume und viele andere. Peter van Nahmen führt mit seinem Vater Rainer den traditionellen Betrieb schon in vierter Generation fort. In Hamminkeln am Niederrhein gelegen, setzen sie alles für die Erhaltung alter Streuobstwiesen ein. Zudem liegen ihnen alte Obst Kultursorten ganz besonders am Herzen. Wer weiß, wenn sich van Nahmen nicht so einsetzen würde, könnten uns die alten Sorten schon bald verloren gehen.


Natalie Lumpp ist Deutschlands führende Weinexpertin und Verfasserin zahlreicher Bücher über den Wein. Unter dem Motto Wein erleben bietet die aus vielen Medien bekannte Sommelière Weinevents, Weinseminare, Weinproben bis hin zu Weinreisen an. www.natalie-lumpp.de
Kontaktieren Sie uns
captcha

Tel.: 0721 - 560 4480 - 0
Fax: 0721 - 560 4480 - 9

E-Mail: info@fairantwortung.org
Internet: www.fairantwortung.org