Höher, schneller, weiter – Über die Grenzen im Extremsport

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Ein Artikel in der FAZ vom vergangenen Wochenende hat mich sehr stark zum Nachdenken angeregt. Nachfolgend ein paar Gedanken dazu.

 

Am vergangenen Wochenende bezwang die 13-jährige Malavath Poorna Swaero den Mount Everest und ist damit die Jüngste, die den höchsten Berg der Welt bestiegen hat. Trotz des schweren Lawinenunglücks am Everest vor ein paar Wochen, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen, haben in der Zwischenzeit wieder einige Menschen den Gipfel erklommen, unter ihnen auch die 13- jährige Inderin.

 

Immer höher, immer schneller, immer weiter – das sind die Gesetze des Extremsports. Es geht scheinbar nur um Rekorde. Medienpräsenz kommt vor dem Erlebnis. Inszeniertes Spektakel steht über dem authentischen Abenteuer. Wann ist es genug? Wann ist die Grenze im Extremsport erreicht?

 

Grenzen sind immer subjektiv. Jeder Mensch definiert seine persönliche Grenze auf eine andere Art und Weise. Deshalb gibt es kein Pauschalrezept. Und es liegt in der Natur des Menschen, dass er vorwärts strebt, dass er wachsen will, dass er seine Grenzen verschieben will nach dem Motto: „Nichts ist unmöglich“. Seine eigenen Grenzen zu erfahren, kann eine unglaublich bereichernde und aufregende Erfahrung sein. Ohne Frage. Nicht zuletzt kann extremer Sport genau aus diesen Gründen aber auch abhängig machen. Abhängig vom Extremen. Abhängig vom Kick, den der konstante Übertritt der eigenen Grenzen erzeugt. Und auch abhängig von der öffentlichen Anerkennung, den ein medienwirksamer „Grenzübertritt“ mit sich bringt. Denn wenn eine Aktion besonders spektakulär war, steht der Sportler im Mittelpunkt, geht es in eine Fernsehsendung, kommen Radiosender und Buchverlage und das Interesse von Sponsoren wird geweckt. Ein verlockendes Szenario.

 

Es bleiben Fragen:

 

Wann ist es genug?

 

Wann ist die Grenze im Extremsport erreicht?

 

Muss es immer höher, schneller, weiter sein?

 

Meine persönliche Haltung dazu:

 

Bei einem Abenteuer oder eine Expedition sollte zunächst das persönliche Interesse an einem Projekt und die Qualität einer Erfahrung im Mittelpunkt stehen; nicht das alleinige Streben nach Rekorden.

 

Der Vergleich und das Wettrennen mit anderen sind schlechte Begleiter. Die einseitige Orientierung an äußeren Faktoren wie Medien und Sponsoren dürfen nicht an erster Stelle stehen. Um was geht es dann? Um das eigene und authentische Abenteuer.

 

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