Das gibt es nicht mehr, wenn die Bienen sterben....

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Die Bienen sterben, aber was bedeutet das eigentlich für uns?
Die Antwort: Viele Dinge würde es ohne die Tiere nicht mehr geben – und das gilt nicht nur für Obst und Gemüse.

Stell dir vor, du willst im Supermarkt einkaufen – doch die Regale sind leer. Es gibt nichts von dem, was auf deiner Einkaufsliste steht: Keine Äpfel oder Himbeeren, keine Gurken, Erbsen oder Bohnen, keine Margarine, keinen Honig, keinen Kaffee, kein Shampoo, keine Gummibärchen oder Schokolade, nicht mal mehr Wattepads liegen im Supermarktregal.

So oder so ähnlich würde es wohl aussehen, wenn es keine Bienen mehr gibt. Denn: Ein Drittel unserer Nahrung ist von der Bestäubung der Bienen und anderer Insekten abhängig. Und die Bestände gehen seit Jahren zurück: Die Hälfte der 450 Wildbienen-Arten in Deutschland ist bedroht oder bereits ausgestorben, der Insektenbestand schrumpft ebenfalls drastisch, um mehr als 75 Prozent in den letzten 30 Jahren. Wenn wir nicht bald etwas gegen das Bienen- und Instektensterben tun, werden die Tiere komplett verschwinden – und mit ihnen diese elf Dinge:

Beeren: Johannisbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren

Erdbeerkuchen, Vanilleeis mit heißen Himbeeren, Blaubeermarmelade, Johannisbeersaft – gäbe es alles nicht mehr, ohne die Bienen. Denn Beeren und viele andere Obstsorten sind zu einem großen Teil von der Bestäubung durch die Bienen abhängig.

Weitere Obstsorten, die es ohne die Bienen nicht mehr gäbe: Aprikosen, Äpfel, Kirschen, Pfirsiche, Pflaumen, Mangos oder Kiwis.

Fruchtsaft

Gibt es kein Obst mehr, gibt es folglich auch keine verarbeiteten Produkte mehr, die Obst enthalten: Apfelsaft und Co. verschwinden ebenfalls, wenn die Bienen sterben.

Damit das nicht passiert, kannst du zum Beispiel die ökologische Landwirtschaft unterstützen, indem du Bio-Säfte kaufst. Hier findest du noch mehr Dinge, die du tun kannst, um den Bienen zu helfen.

Kosmetik: Deo, Cremes und Spülungen

Was haben Kosmetikprodukte mit den Bienen zu tun? In Deos, Cremes und Spülungen sind pflanzliche Inhaltsstoffe etwa aus Zitrusfrüchten oder Shea-Butter enthalten, die von der Bestäubung der Insekten abhängig sind. Viele konventionelle Kosmetikprodukte würden verschwinden – pflanzliche Inhaltsstoffe findet man aber vor allem in zertifizierter Naturkosmetik.  Und das wäre der schlimmere Verlust, denn Naturkosmetik ist gesünder, weniger umweltschädlich und kommt ohne erdölbasierte Inhaltsstoffe aus.

Kakao – und mit ihm alles, in dem Schokolade drin ist

Der Kakaobaum wird überwiegend durch Insekten bestäubt, im intensiven Anbau auch von Hand. Das ist sogar relativ rentabel – ersetzen kann es die Arbeit der Bienen aber nicht. Ohne die Bienen gibt es also keinen Kakao mehr und damit auch keine Schokolade, kein Schokomüsli, keinen Schokokuchen, keine Schokoriegel. Keine schöne Vorstellung, oder?

Gemüse: Gurken, Kürbisse, Auberginen, Avocado

Tatsächlich gäbe es ohne die Bienen noch eine Menge Gemüse: Salat- oder Kohlsorten benötigen zur Ausprägung ihrer Frucht keine Bestäubung bzw. sind nicht auf die Bienen angewiesen, weil sie sich selbst vermehren können oder windbestäubt werden.

Sogenannte Frucht-Gemüsesorten wie Gurken, Kürbisse, Auberginen, Avocado dagegen sind besonders von der Bestäubung durch die Bienen abhängig – weswegen es diese Sorten nicht mehr gäbe. Und damit auch keine Vielfalt bei der Gemüseauswahl.

Gummibärchen

Ohne die Bienen keine Gummibärchen. Klar, wegen der Früchte im Fruchtgummi – oder? Ja, aber nicht nur: Gummibärchen von Haribo & Co. sind mit Bienenwachs beschichtet, damit sie schön glänzen und in der Packung nicht zusammenkleben.

Baumwolle – und damit ein Großteil unserer Kleidung

Die Hälfte der weltweit hergestellten Kleidung besteht aus Baumwolle – und die wird es nicht mehr geben, wenn die Bienen weg sind.

Du hilfst den Bienen, wenn du dich für Kleidung aus Bio-Baumwolle entscheidest, zum Beispiel indem du Mode fairer Labels kaufst. Denn: Bio-Baumwolle schont die Bienen, weil beim Anbau keine Pestizide eingesetzt werden.

Noch besser: Kleidung gebraucht kaufen, leihen oder weniger konsumieren. Auch das hilft am Ende den Bienen: Je weniger Baumwolle produziert wird, desto weniger Monokultur gibt es und desto diverser wird der Lebensraum für die Bienen.

Raps- und Sonnenblumenöl

Raps kann sich zwar selbst bestäuben, es entstehen dann aber nur aus etwa 50 Prozent der Blüten fortpflanzungsfähige Samen. Wenn die Bienen mithelfen sind es 90 Prozent. Ähnliches gilt für Sonnenblumenöl. Hier werden 20 Prozent der Blüten zu Samen, mit den Bienen sind es 90 Prozent.

Raps- und Sonnenblumenöl wird vielseitig einsetzt: In Fertiggerichten und -produkten, in Chips, Kuchen, Saucen, Dips, Brotaufstrichen und …

… Margarine

Denn Margarine basiert auf Pflanzenöl. Logisch, dass auch sie mit den Bienen verschwindet.
Margarine ohne Palmöl (Palmöl ist übrigens nicht von der Bestäubung der Bienen abhängig.)

Wurstkonserven, Salami & Co.

Was hat es mit den Bienen und der Wurst auf sich? Futtermittel für Schweine und Rinder sind nicht unbedingt von der Bestäubung der Bienen abhängig. Soja etwa befruchtet sich in der Regel selbst. Der Zusammenhang: „Biene bestäubt Soja, Soja wird an Schweine verfüttert, Schweine werden zu Wurst verarbeitet“, funktioniert also nicht.

Wenn die Bienen verschwinden, verschwindet die Wurst aus einem anderen Grund: In den meisten Würsten findet man Gewürze – und die wiederum sind zum Großteil von der Bestäubung durch die Bienen abhängig.

Auch wenn es den Bienen nicht unmittelbar hilft: Wir raten zu weniger Fleisch, und wenn aus artgerechter Haltung und in Bio-Qualität.

Die Liste ließe sich ewig weiterführen: Viele verarbeitete Lebensmittel gäbe es ohne die Bienen nicht mehr – in Ketchup, Aufstrichen, Fertiggerichten werden Gewürze, Senf und Öle eingesetzt, aber auch Honig. Kakao kommt in vielen süßen Produkten vor. Noch ist es nicht soweit. Zum Glück. Damit das so bleibt, müssen wir den Bienen helfen, denn eine Alternative ist nicht in Sicht. 

Quelle: Utopia

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