Die Verabschiedung vom 8-Stunden-Tag

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Acht, zehn oder mehr Stunden im Büro  an fünf Tagen in der Woche?
Das ist heute für viele Menschen kein erstrebenswertes Lebensmodell mehr.
Enorm-Magazin stellt acht Firmen vor, die umgestiegen sind:

Die Generation-Y muss oft effizienter und optimierter arbeiten, dafür legt sie offenbar aber auch mehr Wert auf Work-Life-Balance und ein nicht nur durch Arbeit erfülltes Leben. Für Unternehmen ist diese neue Haltung eine Herausforderung. Immer mehr entdecken aber auch die Chancen, die darin liegen, und den Vorteil von neuen Arbeitszeitmodellen.

1. MediaEvent Services
Land: Deutschland.
Arbeitszeit: Vier Tage die Woche, acht Stunden am Tag.
Seit 2011.
www.mediaevent.services

Das Unternehmen für digitale Medienanwendung bietet seinen Arbeitnehmern Flexibilität und kürzere Arbeitszeiten. Seit 2011 kommen die Mitarbeiter nur noch an vier Tagen in der Woche. Ihre 32 Stunden können sie darauf verteilen. CTO Christian Becker sagt in ZEIT Campus: „Für uns als kleines Unternehmen mit acht festen und zwei freien Mitarbeitern ist das eine gute Möglichkeit. So sind wir viel flexibler und haben nicht die vollen Kosten für alle Stellen.“ Das Gehalt der Mitarbeiter wurde durch die verkürzten Arbeitszeiten um (nur) fünf Prozent gekürzt.


2. Tandemploy
Land: Deutschland.
Arbeitszeit: Vier Tage die Woche.
Seit 2013.
www.tandemploy.com

„Wir wollten unseren ganz pragmatischen und konkreten Beitrag dazu leisten, dass unsere Arbeitswelt ein flexiblerer und lebensfreundlicherer Ort wird, dass Arbeit wieder ins Leben der Menschen passt – und nicht andersherum“, heißt es auf der Website von Tandemploy. Diese Idee setzt das 2013 gegründete Jobsharing-Unternehmen auch in seinem Berliner Büro um. An vier Tagen in der Woche wird hier nach Aufgaben anstatt nach Stunden gearbeitet und die Arbeitseinteilung der Mitarbeiter ist offen und flexibel.


3. Filimundus
Land: Schweden.
Arbeitszeit: Fünf Tage die Woche, sechs Stunden am Tag.
Seit 2014.
www.filimundus.com

Die schwedischen App-Entwickler Filimundus aus  Stockholm strichen die Zeit, die während eines typischen Arbeitstages unproduktiv blieb, einfach aus ihrer Arbeitszeitplanung. So blieben sechs Stunden, die am Stück und an einem Tag produktiv genutzt werden. CEO Linus Feldt sagt in einem Gespräch mit FastCompany, sich acht Stunden am Stück auf eine Sache zu fokussieren, sei eine Riesen-Herausforderung und somit sei der Acht-Stunden-Tag wohl gar nicht so effektiv wie gedacht.


4. Brath
Land: Schweden. Arbeitszeit:
Fünf Tage die Woche, sechs Stunden am Tag.
Seit 2012.
www.brath.com

Die Suchmaschinen-Optimierer des Start-Ups Brath streben ein fokussiertes und effizientes Arbeiten. So sind Beruf- und Privatleben der Mitarbeiter stark voneinander getrennt. Ausschließlich nach dem frühen Feierabend unterhalten sie sich über Privates. Was erst mal strikt klingt, scheint gut zu funktionieren. Laut ZEIT Campus war Brath in ihrem Bereich 2015 eines der schnellst wachsenden Unternehmen Schwedens. Für die Zukunft stellt sich Brath weitere, flexiblere Arbeitsmodelle vor.


5. Tower
Land: USA.
Arbeitszeit: Fünf Tage die Woche, fünf Stunden am Tag.
Seit 2015.
www.towerpaddleboards.com

Die aktuell wohl innovativste Arbeitszeitreform ist dem US Amerikanischen Gründer und CEO Stephan Aarstol zuzuschreiben, der in seiner Standup-Paddle Firma Tower 2015 den 5-Stunden Tag eingeführt und zugleich den Stundenlohn seiner Mitarbeiter um fast das Doppelte erhöht hat. Die einzige Bedingung: die Mitarbeiter sollten die gleiche Arbeit verrichten die sie auch zuvor geschafft hatten. Das klappt. 2015 steht Tower auf der Liste Amerikas am schnellsten wachsender Unternehmen und das Team verlässt nach eigenen Angaben jeden Tag um 13:30 Uhr gut gelaunt den Arbeitsplatz.

6. The Atticism
Land: Australien.
Arbeitszeit: Drei Tage die Woche, 6,5 Stunden am Tag.
Seit 2016.
www.theatticism.com

Nur noch Dienstag, Mittwoch und Donnerstag arbeiten, 20 Stunden insgesamt. Es gehe nicht darum, weniger zu arbeiten, sondern besser zu arbeiten, sagt Renae Smith, die Gründerin der australischen PR-Firma The Atticism mit Sitz in Sydney. Aus diesem Grund checken ihre Mitarbeiter montags und freitags nicht einmal ihre E-Mails. Im September 2016 verkürzte Smtih die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter und erhöhte deren Stundenlohn. Heute, im Jahr 2017 ist sie Finalistin zweier Auszeichnungen in Ihrem Bereich und ihre Mitarbeiter sind glücklicher. "Wir arbeiten fokussierter in weniger Zeit. Das ist der Schlüssel", erzählen sie in einem Gespräch mit Openwork.

7. Frische Fische
Land: Deutschland.
Arbeitszeit:: Vier Tage die Woche, 10 Stunden am Tag.
Seit 2015.
www.frische-fische.com

Bei der Kommunikationsagentur Frische Fische dreht sich alles um Flexibilität. 2015 kam die Idee zur Vier-Tage-Woche auf und seither arbeitet jeder, wie und wann er gerne mag. Gründer und Geschäftsführer Jan Eppers sagt im Interview mit ZEIT Online: "Bei uns bedeutet die Vier-Tage-Woche für Vollzeitmitarbeiter vier Tage à zehn Stunden Arbeit, also weiterhin 100 Prozent Lohn. Wobei jeder Mitarbeiter die Wahl hat, vier oder fünf Tage zu arbeiten und auch von einem Modell ins andere wechseln kann." Das Prinzip scheint zu funktionieren. Jan Eppers sieht bessere Resultate seiner Mitarbeiter, mehr Eigenverantwortung, und dabei keine Gesundheitsprobleme. Allerdings habe seine Agentur auch vorher schon Wert auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz gelegt: So solle etwa jeder aufstehen, wenn er die Möglichkeit hat, und im Besprechungsraum gebe es eine Liege.

8. BikeCitizens
Land: Österreich.
Arbeitszeit: Vier Tage, neun Stunden am Tag.
Seit 2014.
www.bikecitizens.net

Für die Fahrradnavigations-App BikeCitizens arbeiten 20 Mitarbeiter in Österreich, Deutschland und Großbritannien zurzeit neun Stunden pro Tag, an vier Tagen in der Woche. Der Umstieg von fünf auf vier Tage im Jahr 2014 habe am Anfang viele Zweifel mit sich gebracht; aber die Auswirkungen seien positiv geblieben, so Gründer Andreas Stückl laut GründerSzene. "Es gibt weniger Krankheit und mehr gute Laune", erklärt Stückl, der smarter anstatt länger arbeiten möchte. Unwichtige Dinge wie überflüssige Meetings habe er deshalb gekürzt; und zusammen mit einer besseren Organisation habe das die Vier-Tage-Woche am Ende möglich gemacht.

Quelle: Enorm Magazin
Text: Stella Dikmans

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